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26.4.26

Beinbruch


 
Beinbruch

Der Stuhl war unterm Tisch gekrochen,
da hat er sich ein Bein gebrochen.
Er jammerte ganz leis: „Oh nein,
ich wollte dir nur nahe sein!“

Er ächzte schwer „Auwei, ai, ai,
mein schönes Bein, das ist entzwei“
Da rollte schon ein Teppich ran
und bot sich als Verband gleich an.

Die Lampe lachte schrill im Takt,
hat fast vor Lachen „klack“ gemacht.
Die Uhr, die rief: „Was für ein Glück,
die Zeit blieb lustig steh'n ein Stück!“

Am Ende stand der Stuhl schief da,
doch alle fanden’s wunderbar.
Denn selbst mit Beinbruch, dran ein Knoten,
hat er 'ne lust'ge Show geboten. ?


Lisa Nicolis

25.4.26

Frühlingsmorgen





Frühlingsmorgen


Die Welt erwacht aus dunkler Kluft
im leisen Hauch des jungen Lichts.
Ein duft'ger Hauch liegt in der Luft,
es strahlt des Frühlings Angesicht .

In sanfter, schlichter, sonn'ger Pracht.
grünen die Wiesen wieder heut.
Die Frühlingszeit ist neu erwacht,
wie froh sie uns ihr Lächeln zeigt.

Die Bäume steh'n, bienenumschwirrt
in weißem, rosigem Gewand,
als hätten Wolken sich verirrt
in dem Geäst von Rand zu Rand.

Der Himmel spiegelt sich so blau
im See, so ruhig, fast wie Glas,
die Stille glänzt im Morgentau,
ein lauen Wind krault durch das Gras.

Ein Vogel piepst sein Lied durchs Grün,
so leicht, als trüg es Hoffnung weit,
In all den Farben, die jetzt blüh'n,
verliert sich still die Ewigkeit.


Lisa Nicolis

23.4.26

Über Gott und die Welt


 Im Gespräch


Komm und setz dich her zu mir,
sag mir einfach, wie 's dir geht.
Schlägt die Zeit im Takt in dir,
läuft sie vor, ist sie zu spät?

Und, verwaltest du sie klug,
oder ist es dir egal
und sie ist dir eh genug?
Hiltest du sie still auch mal?

Ach, ich weiß doch, so und so
ist es niemals richtig gut.
Meist macht dich ein Pläuschchen froh
und verspricht dir etwas Mut.


Lisa Nicolis


21.4.26

Aprilregen


Aprilregen

Ich hör durchs offne Fenster leises Rauschen
und hör den Wind, der frische Kühle bringt
und weiß, dass diese Nacht sich wird berauschen,
während die Welt schon alle Wolken trinkt.

Sie wird, gestärkt, uns wieder Wunder bringen,
denn dieser Trunk erquickt uns die Natur.
Sie wird den Garten uns bemalen und besingen
mit einem Frühling wunderbunt und pur.

Lisa Nicolis

Ich schau den Bäumen zu




Ich schau den Bäumen zu


Wie viele Stufen steigt der Saft
hinauf zur Krone und erschafft
bald ein Gefühl von Stolz und Kraft?


Was alles werkelt in dem Stamm,
bis alles Blattwerk prangt daran
und jeder Baum steht seinen Mann?


Sie ist ein Wunder, die Natur,
'ne Zauberin, grandios und pur.
am Berg, im Tal, im Wald und Flur.


Es formt im Stillen sich das Grün,
Farben entknittern sich zum Blüh'n.
's wird Frühling! Und wir feiern ihn!




@Lisa Nicolis

Der einsame Schwan

 


Der einsame Schwan


Bin jetzt ein Schwan, der's Fliegen längst vergaß,
auch nicht mehr zieht die wohlbekannten Bahnen,
der sich vom Wind nur treiben lässt, und das,
ohne sein nächstes Ankommen zu ahnen.

Mein Nass war einst zum Schwanensee erkoren,
wir riefen freudig uns die Grüße zu.
Jetzt gleit ich einsam hier und leicht verloren,
es überschwemmt mich nur die unendliche Ruh.

Wenn morgens Sonne bahnt sich an zu fließen
über die Oberfläche meines Lebensraums,
werden die Lebensgeister sich ganz still ergießen
vielleicht in letzten Wellen eines Traums.

@Lisa Nicolis

Ein Hauch von Grün




Ein Hauch von Grün


Setz dich auf eine Bank in deinen Garten
und richte deinen Blick nach oben hin.
Du musst auf einen Zauber gar nicht warten,
dein Blick ist in dem Wunder mittendrin.

Es liegt ein grüner Hauch schon in den Bäumen,
der Frühling werkelt an dem duft'gen Kleid.
Er wird es sicherlich auch nicht versäumen,
uns Anteil lassen an der Herrlichkeit.

Lisa Nicolis

20.4.26

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Frühling


 
Frühling

Zwischen
die seufzenden Bäume
streut der Wind
sonnige Scherben.

Fliederduftend
werfen Schatten
dunkle Rätsel
über den Weg.

Und die Kirschen
blühen sich weiß
in ihr rötliches Rund hinein.


Lisa Nicolis