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18.5.26

Im Wolkenland



Im Wolkenland

Im Wolkenland da tragen Bäume Wolken.
Auf einem Ast da würd ich gerne sitzen,
dem watteweichen Treiben um mich folgen
und zuseh'n, wie die Wolken alle blitzen.

Im Wolkenland sind Blitze zwar behende ,
doch sind sie nur ein wundervolles Scheinen,
da fühlt man sich in Gottes lieben Hände,
wenn zwei der rosa Wolken sich vereinen.

Das Donnern ist ein harmloses Geraune,
man knüpft damit nur himmlisch schöne Bande.
Hier bricht man nie 'ne Feindschaft so vom Zaune,
man lebt ja schließlich still im Wolkenlande.


Lisa Nicolis

17.5.26

Das blaue Bild




Bild in Blau

In schon leicht dämmernder Stunde
tanzt sie froh durch das Blüh'n eine Runde,
ihr Kleid wie ein Kunstwerk in Blau,
trägt Spitzen und Rüschen zur Schau.

Ganz mild schimmert weit weg die Ferne,
voll Nebel, voll Sterne im Kleide
des Himmels, romantisch und weich,
als wär es ihr traumhaftes Reich.

Lose fließend die Farben verwehen,
die Schönheit bleibt tanzend bestehen,
ein Zauber aus Spitze und Licht,
den selbst keine Zeit mehr zerbricht.


Lisa Nicolis

Gedichte zu Bildern zu schreiben ist schon eine knifflige Sache.

16.5.26

Das Tor zum Licht


Aufrecht, erlöst
dem Ziel eines Weges
in Demut entgegen,
um zu der Ewigkeit finden,
und du zögerst auch nicht..
Bald,
hinter himmlischen Rätseln
und Wolkendickicht,
ewige Heimat finden.
Nach einer Reise
durch dieses Leben,
mit dir selbst im Einklang
-durch das Tor in das Licht.


Lisa Nicolis


15.5.26

Blau- gold



Blau- gold

Zwischen Blau und Gold
trägt sie das Schweigen
wie einen verborgenen Schmuck.
Das Licht berührt ihr Haar,
nicht die Schatten darunter.
Die Farben sprechen lauter
als ihre Augen.


Lisa Nicolis

14.5.26

Mein ist Moment



Mein ist Moment

Wie ein verwundetes Tier
hängt die Sehnsucht nach Ferne
am Nagel des Seins
und die Wände trinken mich auf.
Meine Träume
stoßen die Flügel sich wund
an dem Raumfirmament
und sie fallen zu Hauf
in das Herz mir zurück,
ungeträumt.
Könnt ich dann,
durch 'nen Riss in der Wand,
einen Pfad in die Freiheit noch finden,
trüge ich, lange aufgestaut,
all die verborgenen Tränen wohl mit
unter der Haut.


Lisa Nicolis


 

9.5.26

Das späte Gedicht zum Frühling



Das späte Gedicht zum Frühling

Bald wird die Sonne wieder
der Veilchen Bläue weiden
und Hoffnung steht in voller Blüte da.
Ein jeder Tag dem nächsten
wird bunte Düfte neiden,
der Nächste rückt dem Frühling
doch wundersam so nah.

Der Lenz mit weichen Pinseln
wird Lebensfarben malen
in jedes wintermüde und fahle Angesicht
und alle Lebensräume
mit Himmelslicht bestrahlen,
das aus den Götterfernen
mit Wärme zu uns bricht.

Noch liegt des Winters Schatten
wie’n Lid, auf Augentiefe,
drin ruht ein See voll Liebe
und ruht in voller Glut.
Mir ist, als wenn Dornröschen
in unsren Seelen schliefe,
Prinz Frühling schenkt ihr bald schon
aufs Neu den Lebensmut.


© Lisa Nicolis

5.5.26

Dämmerung in Moll

 

Dämmerung in Moll

Wie Tränensäcke
hängt Gewölke in der Stadt.
Wohlig und mild
nährt Grau ringsum die Luft,
ist satt
von Mystik schon getränkt.
Nur Hundgekläff
stört diese Stille kurz,
hüpft hell vom Pflaster 
und verklingt
über die enge Straße
wie'n leiser Seufzer in dem Wind.

Aus Glas scheint alles
ringsherum zu sein,
das Farben nicht verträgt,
und keinen Duft,
und nicht
des Mondes trüben Schein.
Wirkt immerhin,
so schleierhaft, pastell,
ein Bild zu sein
von Jetzt
zum Tagesende hin.


Lisa Nicolis

1.5.26

Aus- gedacht


Ausgedacht

So lass nun endlich die Gedanken,
dreh dich nicht immer um sie rum.
Sie satt zu nähren, zu betanken,
ist einfach unnötig und dumm.

Schaue dem Regen in die Augen,
lass deinen Schirm im Hausflur stehn.
Du darfst im Strömen 's dir erlauben,
deinen Gedanken zu entgeh'n.

Nach jedem Tropfen wirst du spüren,
wie du gedankenfreier wirst
und deinen Körper neu erfühlen,
wenn du dich selbst in Freiheit führst.

© Lisa Nicolis

Nein, natürlich passt Gedicht und Bild nicht immer zueinander.
Passendes zu finden, ist zu beschwerlich. Also, ist es, wie es ist:
Beschäftigungstherapie mit &-Produktion der KI mit Bildern.

28.4.26

Der Raum



Der Raum

Ein ferner Vogel, wie ein leises Rauschen,
durchfliegt alle Gedanken hier und jetzt,
und plötzlich ist der Himmel nicht mehr draußen,
mein Raum ist von den Himmeln voll besetzt.

Er ist nicht diese Enge meiner Wände,
er ist in meinem Inn'ren und ganz weit.
Er braucht auch keine Tür, er ist am Ende
'ne Linse nur, drin spiegelt Sein und Zeit.


Lisa Nicolis

26.4.26

Beinbruch


 
Beinbruch

Der Stuhl war unterm Tisch gekrochen,
da hat er sich ein Bein gebrochen.
Er jammerte ganz leis: „Oh nein,
ich wollte dir nur nahe sein!“

Er ächzte schwer „Auwei, ai, ai,
mein schönes Bein, das ist entzwei“
Da rollte schon ein Teppich ran
und bot sich als Verband gleich an.

Die Lampe lachte schrill im Takt,
hat fast vor Lachen „klack“ gemacht.
Die Uhr, die rief: „Was für ein Glück,
die Zeit blieb lustig steh'n ein Stück!“

Am Ende stand der Stuhl schief da,
doch alle fanden’s wunderbar.
Denn selbst mit Beinbruch, dran ein Knoten,
hat er 'ne lust'ge Show geboten. ?


Lisa Nicolis