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15.5.26

Blau- gold



Blau- gold

Zwischen Blau und Gold
trägt sie das Schweigen
wie einen verborgenen Schmuck.
Das Licht berührt ihr Haar,
nicht die Schatten darunter.
Die Farben sprechen lauter
als ihre Augen.


Lisa Nicolis

14.5.26

Mein ist Moment



Mein ist Moment

Wie ein verwundetes Tier
hängt die Sehnsucht nach Ferne
am Nagel des Seins
und die Wände trinken mich auf.
Meine Träume
stoßen die Flügel sich wund
an dem Raumfirmament
und sie fallen zu Hauf
in das Herz mir zurück,
ungeträumt.
Könnt ich dann,
durch 'nen Riss in der Wand,
einen Pfad in die Freiheit noch finden,
trüge ich, lange aufgestaut,
all die verborgenen Tränen wohl mit
unter der Haut.


Lisa Nicolis


 

9.5.26

Das späte Gedicht zum Frühling



Das späte Gedicht zum Frühling

Bald wird die Sonne wieder
der Veilchen Bläue weiden
und Hoffnung steht in voller Blüte da.
Ein jeder Tag dem nächsten
wird bunte Düfte neiden,
der Nächste rückt dem Frühling
doch wundersam so nah.

Der Lenz mit weichen Pinseln
wird Lebensfarben malen
in jedes wintermüde und fahle Angesicht
und alle Lebensräume
mit Himmelslicht bestrahlen,
das aus den Götterfernen
mit Wärme zu uns bricht.

Noch liegt des Winters Schatten
wie’n Lid, auf Augentiefe,
drin ruht ein See voll Liebe
und ruht in voller Glut.
Mir ist, als wenn Dornröschen
in unsren Seelen schliefe,
Prinz Frühling schenkt ihr bald schon
aufs Neu den Lebensmut.


© Lisa Nicolis

5.5.26

Dämmerung in Moll

 

Dämmerung in Moll

Über die Stadt,
wie Tränensäcke,
Wolken aufgehängt.
Wohlfühlend nährt
das Grau die Luft
und mild, und wohltuend,
die Mystik überall.
Die Stille reizt nur kurz
Hundegekläff,
das übers Pflaster
hüpft,
über die Straße
fremd verklingt.

Die Atmosphäre scheint
wie Glas zu sein,
die keinen Mondschein,
keine Düfte,
keine Farben mehr verträgt.
So still,
so schleierhaft geheimnisvoll
ist heute diese Welt
zum Bruch des Tages hin.


Lisa Nicolis



1.5.26

Aus- gedacht


Ausgedacht

So lass nun endlich die Gedanken,
dreh dich nicht immer um sie rum.
Sie satt zu nähren, zu betanken,
ist einfach unnötig und dumm.

Schaue dem Regen in die Augen,
lass deinen Schirm im Hausflur stehn.
Du darfst im Strömen 's dir erlauben,
deinen Gedanken zu entgeh'n.

Nach jedem Tropfen wirst du spüren,
wie du gedankenfreier wirst
und deinen Körper neu erfühlen,
wenn du dich selbst in Freiheit führst.

© Lisa Nicolis

Nein, natürlich passt Gedicht und Bild nicht immer zueinander.
Passendes zu finden, ist zu beschwerlich. Also, ist es, wie es ist:
Beschäftigungstherapie mit &-Produktion der KI

28.4.26

Der Raum



Der Raum

Ein ferner Vogel, wie ein leises Rauschen,
durchfliegt alle Gedanken hier und jetzt,
und plötzlich ist der Himmel nicht mehr draußen,
mein Raum ist von den Himmeln voll besetzt.

Der Raum ist nicht die Enge dieser Wände,
der Raum ist in mir drin und ist ganz weit.
Er braucht auch keine Tür, er ist 'ne Linse,
drin klarer spiegelt sich nun Raum und Zeit.


Lisa Nicolis

26.4.26

Beinbruch


 
Beinbruch

Der Stuhl war unterm Tisch gekrochen,
da hat er sich ein Bein gebrochen.
Er jammerte ganz leis: „Oh nein,
ich wollte dir nur nahe sein!“

Er ächzte schwer „Auwei, ai, ai,
mein schönes Bein, das ist entzwei“
Da rollte schon ein Teppich ran
und bot sich als Verband gleich an.

Die Lampe lachte schrill im Takt,
hat fast vor Lachen „klack“ gemacht.
Die Uhr, die rief: „Was für ein Glück,
die Zeit blieb lustig steh'n ein Stück!“

Am Ende stand der Stuhl schief da,
doch alle fanden’s wunderbar.
Denn selbst mit Beinbruch, dran ein Knoten,
hat er 'ne lust'ge Show geboten. ?


Lisa Nicolis

25.4.26

Frühlingsmorgen





Frühlingsmorgen


Die Welt erwacht aus dunkler Kluft
im leisen Schein vom jungen Licht.
Ein duft'ger Hauch liegt in der Luft,
es strahlt des Frühlings Angesicht .

In sanfter, schlichter, sonn'ger Pracht.
grünen die Wiesen wieder heut.
Die Frühlingszeit ist neu erwacht,
wie froh sie uns ihr Lächeln zeigt.

Die Bäume steh'n, bienenumschwirrt
in weißem, rosigem Gewand,
als hätten Wolken sich verirrt
in dem Geäst von Rand zu Rand.

Der Himmel spiegelt sich so blau
im See, so ruhig, fast wie Glas,
die Stille glänzt im Morgentau,
ein lauen Wind krault durch das Gras.

Ein Vogel piepst sein Lied durchs Grün,
so leicht, als trüg es Hoffnung weit,
In all den Farben, die jetzt blüh'n,
verliert sich still die Ewigkeit.


Lisa Nicolis

23.4.26

Über Gott und die Welt


 Im Gespräch


Komm und setz dich her zu mir,
sag mir einfach, wie 's dir geht.
Schlägt die Zeit im Takt in dir,
läuft sie vor, ist sie zu spät?

Und, verwaltest du sie klug,
oder ist es dir egal
und sie ist dir eh genug?
Hiltest du sie still auch mal?

Ach, ich weiß doch, so und so
ist es niemals richtig gut.
Meist macht dich ein Pläuschchen froh
und verspricht dir etwas Mut.


Lisa Nicolis


22.4.26

Mir schwant etwas



Am See

Am trauten Ort im Abendlicht,
verwischt des müden Tags Gesicht.
zeigt sich pastelln ein See ganz sacht,
als hätte ihn ein Traum erdacht.

Ein Schwan am Ufer, stolz und weiß,
schlenkert die Flügel federleis’,
während er still dem Wind erzählt,
wie viel die späte Stunde zählt.

Und über allem ruht die Zeit
wie ein Gemälde, still und weit.


Lisa Nicolis

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