Das Boot
Der Tag hat seine Segel eingezogen,
sein letztes Gold am See, welch Harmonie.
Ein stilles Boot, vom Wasser sanft gewogen,
am Ufer. Doch wohin? Ich weiß es nie.
Der alte Steg trägt Spuren vieler Schritte,
von manchem Kommen und von manchem Gehn.
Das Wasser nahm sie schweigend in die Mitte
nur alle Ufer blieben ringsum stehn.
Das Boot liegt hier, als könnt es alles wissen
von jedem Ufer, das vorüberzog,
von jenen, die wir irgendwann vermissen,
und manchem Traum, der sich ins Herz uns log.
Ich würde gern noch einmal mit ihm fahren,
ganz ohne Ziel, nur in den Abend rein,
und all das Schöne, das in vielen Jahren
verloren schien, das dürfte nochmal sein.
Doch heute bleib ich still am Ufer stehen.
Der Abend wird so langsam richtig kühl.
Man muss nicht jede Reise selber gehen,
oft reicht einfach die Sehnsucht nach dem Ziel.
Lisa Nicolis









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