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1.7.26

"Blechkunst"


Blechkunst



Aus kaltem Blech und rost'ger Zeit, 
wird durch Impuls auch Wirklichkeit. 
Wo Fantasie die Form berührt, 
wird selbst Metall zum Blüh'n verführt.



Lisa Nicolis

30.6.26

Die Sanduhr



Die Sanduhr

Sie steht im Kreis aus Gold und Schweigen, 
wo dunkle Zweige still sich neigen, 
wo ferne Türme, mondbeschienen, 
wie alte, stille Wunder dienen.

Ein Vogel sitzt im Abendschimmer 
und singt sein Lied ins Herz, wie immer. 
Es klingt, als wüsst' er um die Stunden, 
die kamen, gingen, sind verschwunden. 

Sanft hält sie hier die Wundergabe, 
die Sanduhr aller Sonnentage. 
Der feine Sand rinnt still die Bahnen, 
als könnt er auch die Wolken ahnen.

Doch in den Augen ruht kein Klagen, 
nur jenes stille Weitertragen, 
das Menschen lernen mit den Jahren, 
Erinnerungen zu bewahren.



Lisa Nicolis



29.6.26

Brücke


Brücke


Als Brücke hab ich mich empfunden, 
war zwischen Ufern die Verbindung, 
war Weg für euch in manchen Stunden, 
zu einem Ort der Wiederfindung. 

Nun habt ihr euch im Streit verfangen, 
über die Brücke führt kein Wille. 
Mein Herz ist auch zu Bruch gegangen, 
sein Bersten bricht mir meine Stille.



Lisa Nicolis

Das Gesicht der Mutter Erde


 

Die Gesichter der Mutter Erde


Der Erde Antlitz ist so bunt, 
von Sonne, Sturm und Mond erhellt. 
Sie tut damit in Liebe kund 
ihr altes Herz der weiten Welt.

'ne Ferne wächst aus jedem Blick, 
aus jeder Ferne wächst ein Traum, 
und Mutter Erde webt, zum Glück, 
den Traum zu grenzenlosen Raum.

Die Erde trägt so manches Kleid, 
aus Fels, aus Meer, aus Ewigkeit. 
Und jedes Antlitz, still und sacht, 
erzählt, was uns zu Menschen macht.


Lisa Nicolis

28.6.26

Für Wetty

 

Für Wetty


Zwei Mädchen ziehn durch Sommerwiesen, 
vom Abendgold so weich berührt 
und jedes Lachen, das sie teilen, 
wird still im Herzen fortgeführt. 

Es war, als hätte sich im Gehen 
der Sommer in uns eingeneigt, 
als wollten Wiesen, Wind und Seen 
uns sagen, was die Zeit verschweigt. 

Wir liefen lachend durch die Stunden, 
so leicht, als trüge uns das Licht, 
doch jede Freude, tief empfunden, 
vergaß auch ihre Schatten nicht. 

So saßen wir am stillen Weiher, 
es rieselte das Gold in ihn 
und über uns zog, leis und freier, 
ein Vogel hoch am Baldachin. 


Lisa Nicolis


Zu meinen Bildern (Wir waren keine Prinzessinnen, wenn wir es aber so empfanden...)



Zu meinen Gedichten 
in Erinnerung an meine beste Freundin 

Ich wollte manches Schloss errichten, 
aus Worten, glänzend, kühn und weit. 
Doch meine Hände bauten Hütten – 
voll Wärme und Vergangenheit.

Und manchmal, wenn der Abend dämmert, 
seh ich im milden Fensterschein: 
Die kleine Hütte meiner Seele 
muss eben das Zuhause sein.


Lisa Nicolis

25.6.26

Schäferstündchen




Schäferstündchen


Im Wiesengrund, wo stille Stunden wohnen, 
und Gold sich in den Abendwolken fängt, 
tanzt noch ein Lachen zwischen Blütenkronen, 
das wie ein alter Traum im Winde hängt.

Ein Schäfer sitzt und lässt die Flöte klingen, 
als spräche sie mit Baum und Wolkenrand, 
während die Schäfchen sich zur Ruhe bringen 
und Frieden weidet über Feld und Land.


Lisa Nicolis


Bilder Art Nouveau







 

Landschaften


Goldenes Land 

Im Abendlicht, so weich und weit, 
verliert die Welt 's Gefühl von Zeit. 
Verträumt das Land, im letzten Schein 
scheint leicht in Gold gehüllt zu sein. 

Die Felder ruhen, satt und schwer, 
keiner verlangt nach Arbeit mehr.. 
So möchte man nur schweigend stehn, 
die Schönheit dieser Stunde sehn.



Lisa Nicolis