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6.6.26

KI und ich


 
Zu den Bildern mit KI

Gedanken verrieseln
in die Fingerspitzen.
Schwarze Tasten klicken
Worte auf die Reise,
hinaus ins Universum,
auf den Flügeln der Fantasie.
Eine Zauberin
an der Schwelle zwischen Traum und Wirklichkeit.,
zeichnet, mit meinem Wortpinsel,
Geschichten aus Formen und Farben,
die sich im See deiner Augen
verschwimmen
und auf den Grund deiner Seele tauchen,
um dich zu erquicken.


Lisa Nicolis




Das Bild gehört zur Serie (von mir generierter Bilder
"KI's Zaubereien")
 auf einem anderen Blog:
                 
https://silbenblueten.blogspot.com




Vertrauen

 



Vertrauen

Man würde gern in den anderen schauen,
weil man ihm nicht so recht vertraut.
Der würde auf deine Freundschaft bauen,
hätte nur gern in dein Herz geschaut.

Freundschaft braucht Zeit, um sich zu entfalten,
Nicht Zweifel, Vertrauen wird sie gestalten.
Unsicherheiten werden sich lösen,
man lernt zu vertrauen im Guten und Bösen.
Auch ein Baum wird nicht nur an den Frühling denken,
um seine Wurzeln tiefer zu senken.

Lisa Nicolis

5.6.26

...anders als man denkt



Es kommt immer anders...


 Hallo, du Tod, ich bat dich, 
du sollst mich endlich nehmen.
Jetzt klaust du meinen Apfel.
Du sollst dich wirklich schämen!

Lisa Nicolis



4.6.26

Rohbau



Rohbau

Die Kindheit, ein Fundament aus Legosteinen.
Darauf wachsen Wünsche zu Wänden.
Hoffnung baut Fenster,
Zuversicht hält die Türen auf,
und der Wille tritt über jede Schwelle.
Durch offene Türen geht er hinaus
und kommt verändert zurück.
An hellen Tagen trägt dich das Fernweh
weit über den Horizont hinaus.
Sammelst deine Bausteine.
Du baust und veränderst,
fügst an, reißt ein,
beginnst von vorn.
Das Gerüst bleibt stehen.
Alles, 
was noch werden darf.


Lisa Nicolis


2.6.26

Schmetterlingseffekt



Schmetterlingseffekt

Der Flügelschlag eines Wortes,
nicht größer als eine fallende Feder,
nicht lauter als das Rascheln
einer Saite im Wind,
ein kurzer Schatten
zwischen zwei Atemzügen.
Und doch trägt es manchmal
das Gewicht von Kontinenten.

Es verlässt einen Mund,
wie ein Schmetterling sein Blatt verlässt,
ahnungslos über die Stürme,
die seine Flügel zeichnen werden.

Der eine meint Wärme,
der andere hört Eis.
Der eine schenkt Vertrauen,
der andere versteht Verrat.
Zwischen Gesagtem und Gehörtem
liegt kein Ozean,
kein Gebirge,
kein Krieg.
Nur ein winziger Irrtum.

Eine falsche Betonung,
ein Gedanke zu viel,
eine Frage zu wenig,
das Wort fliegt weiter
setzt sich auf die Schulter eines Freundes,
der daraufhin zum Fremden wird.

Das kleine Wort wird weiter
nach seinem ursprünglichen Sinn suchen.
Vergeblich.
Denn längst war es
größer geworden als sein Sprecher,
größer als sein Hörer,
größer als die Wahrheit selbst.


Lisa Nicolis




Das Bild stammt noch aus der Zeit, als ich die Bilder selbst
zusammengebastelt hatte und es noch keine KI gab.

1.6.26

Diese Nacht!






        Diese Nacht

        Diese Nacht war nicht gut, diese Nacht war zu lang
        und sie schreckte mich aus allen Träumen, aus dem 
        flüchtigen Weilen in Räumen mit Ängsten und Todesnäh, 
        steckte mir in den Gebeinen und die Glieder taten mir weh.
        In allen Zellen wütete sie, sie peitschte mir hoch wüste Fantasie.
        Gequält schenkte ich ihr den Schlaf.
        Und wie es dann immer kommen muss, der Morgen weckte  sie 
        mit einem Kuss aus dem Sinnenrausch, aus dem Wellenschlag, 
        aus dem Alp aller bösen Träume.
        Nun wünsch ich mir einen guten Tag.


        Lisa Nicolis


 

31.5.26

Blickwinkel

 





        Blickwinkel

        Manch einer kaut an dem nüchternen Knochen des Schicksals 
        ein Leben lang und hält sein Gesicht allen andren, die nichts mit 
        dem kargen Geschick seiner Tage verbindet, verbittert entgegen.
        Als hätten die, noch vor ihm, seine Felder der Hoffnungen 
        allesamt kahl gefressen.

        Bei andren verklärt die Erinnerung sich am vergangenen Sein 
        und die Zeit formt daraus sich Juwelen.
        Das Leben schenkt uns die gleichen Stunden, doch der eine 
        findet den Knochen darin, der andre die Sterne.


         Lisa Nicolis

Aus meiner Sicht


Aus meiner Sicht

Ich ging behutsam durch die Zeit,
darauf bedacht, keinen zu kränken,
wog meine Worte, Schritt für Schritt,
ohne an eignes Wohl zu denken.

Ich glaubte, Sorgfalt sei genug,
um niemandem den Schmerz zu geben
und achtete auf jedes Wort,
das fiel am Weg durch dieses Leben.

Doch Fehler tragen selten Schilder,
sie kommen leise, unbenannt.
Manch Wunde, die ein Wort geschlagen,
hat nicht einmal mein Herz erkannt.

So traf mich nun aus heit'rem Himmel
ein Vorwurf, schwer wie kalter Stein:
ich sei so unachtsam gewesen.
Wie kann das sein, wie kann das sein?

Ich suchte lange nach der Stelle,
an der mein Weg den andern schnitt,
doch manches Leid entsteht im Schatten,
den man nicht sieht und den's doch gibt.

Nicht Bosheit war es, nicht Verachten,
nicht Gleichmut gegenüber Leid.
Nur menschlich war ich, voller Irrtum
-erkennt man leider nur zu zweit.


Lisa Nicolis

30.5.26

Wenn Augen Türen schließen




Wenn Augen Türen schließen

Ich folge gern der Wolken Spur,
die lautlos durch die Lüfte gleitet,
mal weich wie Watte, strahlend hell,
mal trüb, vom Wind im Flug begleitet.
Und manche hängen voll und schwer,
als hätten sie den Regen weit getragen

Dann ist es schwer, an solchen Tagen,
wenn deine Seele voller Worte ist,
wenn die Gedanken kommen, 
Bilder entstehen, die Lust zu schreiben 
noch immer brennt, du voller Freude bist.

Doch deine Augen sind müde, so müde,
dass selbst die Gedanken dir schmerzen,    
und sie verweigern, das alles zu tragen,
was du zu tun denkst ganz tief im Herzen.

Mein Geist zieht durch weite Welten,
findet stets Worte, Zeilen, Reime.
Doch meine Augen schließen die Türen,
bevor diese je das Papier erreichen.
So bleiben Sätze ungeschrieben,
bleibt manch Gedicht im Dunkeln liegen
weil aller Weg dorthin zu mühsam ist.


Lisa Nicolis

29.5.26

Leihgabe


Leihgabe

Abends treten sie leise
aus den Schatten der Erinnerung,
und ihre Stimmen sind wie ferne Glocken
über einem stillen Garten.

Alles ist nicht mehr,
 was ihnen eh nicht gehörte.
Sie sitzen an meinem Bett
mit den Augen vergangener Jahre,
lachen und weinen ihr verlorenes Leben
hinein in meinen Traum.

Oft wandern wir gemeinsam
durch die Räume der Zeit,
durch Sommer, die längst verweht sind,
durch Worte, die noch immer in mir weilen.

Und manchmal glaube ich,
der Wind haucht ihre Namen
durch die Baumkronen im Morgenlicht
so wissend die ihre Zweige neigen.

Wenn mich der Tag  dann wieder findet,
bleibt nur das leise Pochen des Herzens,
das mich daran erinnert, dass wir niemals 
besitzen, was uns zu gehören scheint.

Denn auch das Leben
ist nur eine Weile
in unsere Hände gelegt.



Lis Nicolis