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11.6.26

Dunkle Stunden



Dunkle Stunden


Vergangenheit hat so viel Raum,
an Zukunft will sich kein Gedanke finden,
und so kann sich mein Leben kaum
an meine Gegenwart noch binden.

Vergangenes hat sich entfernt,
die Trauer ist nur so präsent geblieben,
auch hat sich jeder Wunsch entkernt,
der Zukunft Bausubstanz zu schmieden.

Mag sein, es ist 'ne dunkle Zeit
und morgen traut das Wort ganz andren Wegen,
ich bin für Änderung bereit,
komm von der Traufe in den Regen.


Lisa Nicolis

Meine Gedichte sind oft nur an die Bilder gebunden, nur wenig ich selbst.

10.6.26

Warnungen

 


Warnungen

Gut gemeinte Warnungen sind oft
nur Vorräte für den späteren Triumph:
„Ich habe es dir gesagt!“
Man legt sie ab wie einen Beweis
für die eigene Weitsicht.
Doch jeder trägt sein Unglück
wie eine heimliche Verabredung in sich,
geht ihm entgegen,
willig. eigenwillig, freiwillig
und manchmal sogar mit offenen Augen.
Wie man einem vertrauten alten Haus entgegen geht.
Keine Warnung hält auf,
was erlebt werden will,
soll, oder muss.
Am Ende bleibt dem einen sein Recht behalten,
dem anderen seine Erfahrung.
Und nicht immer ist man gerne die, die Recht hatte.


Lisa Nicolis

9.6.26

Vom Gedichte schreiben



Vom Gedichte schreiben

Ich möchte nicht Gedichte schreiben.
Wozu? Sie werden nicht gelesen.
Geschichten schreiben kann sich lohnen
von Zauberern, von Fabelwesen,
von Krieg und von verkappten Drohnen.
Auch allemal vom heil'gen Gral
und von Vampiren.
Dann wirst du spüren, wie sich die Massen
um dich drängen und dich hofieren.
Ich bin es nicht, die nach den Reimen sucht,
die Reime suchen mich zu später Stunde,
nur ist der Zufall nicht allein verrucht,
kann sein, Euterpe ist auch mit im Bunde.
Doch ist für follower allein wohl nie,
Euterpe eine Garantie.


Lisa Nicolis


                           

8.6.26

Zum Abend hin


 

Zum Abend hin

Die weiten Fluren atmen still und schwer,
ein leichter Schein ruht auf den müden Gräsern,
als trüge jeder Halm ein Sehnen mehr
nach frischen himmlischen Gewässern.

Ein Vogel schwebt diffus im fahlen Blau,
als suchte er 'nen Weg auf seinen Runden,
und aus den Gärten steigt, so lind und lau,
ein Duft, an längst vergess'ner Zeit gebunden.

Da wird mein Herz, das oft ganz lautlos ruht,
von einer leisen, tiefen Freud getroffen,
als wäre etwas, das mich einst mit Mut
in dieser Welt erfüllte, wieder offen.

Und über allem wächst ein stiller Sinn,
der tröstend mich in seine Arme nimmt,
als wär ich nur ein kleines Lied darin,
das kommt und geht und leis dazwischen singt.
 


Lisa Nicolis




Das Wort zum Montag

 Da hat die Frau Doktor ein wenig an meinem Auge herumgelasert, nur so ein
 wenig, weil ich mein Auge nicht richtig öffnen konnte. Hätte man erwarten
 können, dass eine Frau Doktor das Auge mit irgend einem Gerät offen halten
 kann , was nicht der Fall war. Und weil ich mein Auge nicht weiter aufreißen
 konnte, wurde eben nur ein Teil gelasert. Schlamperei würde ich es nennen,
 die Frau Doktor meinte aber, dass ich nicht mitmachen wollte.
 Immerhin kann ich mal wieder mein Geschreibsel einigermaßen sehen.
 Und was ich sehe, ist leider nicht das, was ich sehen möchte. Ich war schon in
 Versuchung, nicht das erste Mal, den Blog zu löschen, denn zu viele Fehler
 sind da überall. Die Gedichte müsste ich alle wieder unter die Lupe nehmen.
 Die sind alle nicht“ ausgereift“. Wäre aber noch immer viel zu anstrengend.
 Ich lasse es mal so stehen, ist ja nur meine kleine Sünde, nichts   weltbewegendes.


7.6.26

Die Uhr


 

Die Uhr

Stell dir vor, dass heut die Engel
einfach sonntäglich nicht ruh'n,
weil sie scheinbar nichts Gescheites,
aber immerhin was tun.

Kurz der täglich Pflicht entflohen,
fliegen sie, so wie im Sturm,
mit Engelsmienen, immerfrohen,
auf den nahen Kirchenturm.

Können einfach nicht verstehen,
warum sich der Zeiger dreht
und warum die Menschen glauben,
es sei früh oder zu spät.

Auch die Ewigkeit haucht leise,
ewig fremd dem Zeitenlauf:
„Stoppt des Zeigers öde Kreise,
hebt das strenge Taktwerk auf.“

"Keine Zeiger soll'n sich drehen,“
ordnet sie behäbig an,
"auch die inn're Uhr bleibt stehen,
Montag ist sie wieder dran.

Menschen suchen in den Stunden
Trost und Ordnung, Maß und Ziel,
doch was ewig ist, bekunden
weder Maß, noch flüchtig Spiel."


Lisa Nicolis




Das Bild gehört zur Serie (von mir generierter Bilder
"Engel")
 auf einem anderen Blog:

                 

https://silbenblueten.blogspot.com

6.6.26

KI und ich


 
Zu den Bildern mit KI

Gedanken verrieseln
in die Fingerspitzen.
Schwarze Tasten klicken
Worte auf die Reise,
hinaus ins Universum,
auf den Flügeln der Fantasie.
Eine Zauberin
an der Schwelle zwischen Traum und Wirklichkeit.,
zeichnet, mit meinem Wortpinsel,
Geschichten aus Formen und Farben,
die sich im See deiner Augen
verschwimmen
und auf den Grund deiner Seele tauchen,
um dich zu erquicken.


Lisa Nicolis




Das Bild gehört zur Serie (von mir generierter Bilder
"KI's Zaubereien")
 auf einem anderen Blog:
                 
https://silbenblueten.blogspot.com




Vertrauen

 



Vertrauen

Man würde gern in den anderen schauen,
weil man ihm nicht so recht vertraut.
Der würde auf deine Freundschaft bauen,
hätte nur gern in dein Herz geschaut.

Freundschaft braucht Zeit, um sich zu entfalten,
Nicht Zweifel, Vertrauen wird sie gestalten.
Unsicherheiten werden sich lösen,
man lernt zu vertrauen im Guten und Bösen.
Auch ein Baum wird nicht nur an den Frühling denken,
um seine Wurzeln tiefer zu senken.

Lisa Nicolis

5.6.26

...anders als man denkt



Es kommt immer anders...


 Hallo, du Tod, ich bat dich, 
du sollst mich endlich nehmen.
Jetzt klaust du meinen Apfel.
Du sollst dich wirklich schämen!

Lisa Nicolis



4.6.26

Rohbau



Rohbau

Die Kindheit, ein Fundament aus Legosteinen.
Darauf wachsen Wünsche zu Wänden.
Hoffnung baut Fenster,
Zuversicht hält die Türen auf,
und der Wille tritt über jede Schwelle.
Durch offene Türen geht er hinaus
und kommt verändert zurück.
An hellen Tagen trägt dich das Fernweh
weit über den Horizont hinaus.
Sammelst deine Bausteine.
Du baust und veränderst,
fügst an, reißt ein,
beginnst von vorn.
Das Gerüst bleibt stehen.
Alles, 
was noch werden darf.


Lisa Nicolis


2.6.26

Schmetterlingseffekt



Schmetterlingseffekt

Der Flügelschlag eines Wortes,
nicht größer als eine fallende Feder,
nicht lauter als das Rascheln
einer Saite im Wind,
ein kurzer Schatten
zwischen zwei Atemzügen.
Und doch trägt es manchmal
das Gewicht von Kontinenten.

Es verlässt einen Mund,
wie ein Schmetterling sein Blatt verlässt,
ahnungslos über die Stürme,
die seine Flügel zeichnen werden.

Der eine meint Wärme,
der andere hört Eis.
Der eine schenkt Vertrauen,
der andere versteht Verrat.
Zwischen Gesagtem und Gehörtem
liegt kein Ozean,
kein Gebirge,
kein Krieg.
Nur ein winziger Irrtum.

Eine falsche Betonung,
ein Gedanke zu viel,
eine Frage zu wenig,
das Wort fliegt weiter
setzt sich auf die Schulter eines Freundes,
der daraufhin zum Fremden wird.

Das kleine Wort wird weiter
nach seinem ursprünglichen Sinn suchen.
Vergeblich.
Denn längst war es
größer geworden als sein Sprecher,
größer als sein Hörer,
größer als die Wahrheit selbst.


Lisa Nicolis




Das Bild stammt noch aus der Zeit, als ich die Bilder selbst
zusammengebastelt hatte und es noch keine KI gab.