Mittwoch, 18. September 2019

Stille


Stille ist pastellne Seelenfarbe,
Quelle, die das Meeresrauschen übt,
kirschblütengefang’ne Sonnengarbe,
Frühling, den kein Wolkenzipfel trübt.

Stille ist, mit sich in Einklang leben.
Stille baut sich schützend vor dich auf,
kann dich siebtfach in die Himmeln heben
und den Geist gesunden kann sie auch.

Stille wird mitunter auch mal lauter
und du kannst sie einfach nicht mehr hör’n.
Du entzögst dich gerne ihrem Zauber,
doch dein Inn’res zaudert, sie zu stör’n.


© Lisa Nicolis

Dienstag, 17. September 2019

Alt sind die Gärten

Alt sind die Gärten
und windzerfetzt
steht der Sommer
am Rand seiner Zeit.
Rost hat sich wieder
ins Laub gesetzt
und der Herbst
hängt sich Perlen
ans Kleid.

© Lisa Nicolis

Montag, 16. September 2019

Du schweigst


Du schweigst mir deine Sorgen heut entgegen,
ich sehe sie an deinem trüben Blick.
Dem Schweigen kann ich keinen Ratschlag geben,
so schweig ich mein Verständnis dir zurück.

© Lisa Nicolis

Sonntag, 15. September 2019

September


Wenn die Schatten über Tage dauern,
Wolken allen Glanz und Schein vermauern,
alle Stunden  nur dem Winde lauschen
und dem eintönigen Blätterrauschen,

wenn sie müde von dem  grauen Gehen
düster, trostlos in die Tage drehen,
Morgenstunden durch das Dunkel irren
und sich Tag und Nacht darin verwirren,

wenn sich Nebel über Wiesen hängen
und sich Schatten in die Seele drängen,
 blattlos sich die Zweige lichtwärts träumen
liegt ein neuer Herbst schon in den Bäumen.

©Lisa Nicolis

Samstag, 14. September 2019

Neuer Morgen


Aus den Zweigen
früh am Morgen
löst ein Zwitschern sich
zu mir
und zur zarten
Morgenröte
findet sich
der Tag zu ihr.
Schwer noch lähmt
die Nacht die Lider,
Stimmen
schwirren durch die Luft.
Fenster öffnen!
Tief durchatmen
-stadtgetränkten
Lebensduft.

© Lisa Nicolis

Mittwoch, 11. September 2019

Herbstabend



Ach, könnte ich den Himmelsfaden finden,
um diesen Herbstabend an mich zu binden,
um mich an seinem Odem zu betrinken
und horizontwärts in ihn zu versinken.

© Lisa Nicolis
07.09.2019

Donnerstag, 5. September 2019

Herbslandschaft


Immer heller fall’n die Stunden
in des Morgens kühlen Raum,
färben birkenbleich, benebelt,
schon den nahen Waldessaum.


Längs der Pfade flüchten Schatten
in den blattgeschmückten See.
Ockern welken Gräsermatten
und es riecht nach Erdennäh.

© Lisa Nicolis