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18.7.26

Autoironie mit dingdong


 Dingdong


Ding, dong. Das könnte heller klingeln, aber meine Klingel klingt wie ein geknebelter Türsteher. Und da ich keinen Türöffner habe, muss ich wieder per Sprechanlage Bescheid sagen, dass ich gleich unten bin, um selber zu öffnen. 
Unten quasselt einer etwas in den Hörer rauf, von dem ich aber nichts verstehe, da sich eine Menge Konsonanten im Kabelwirrwarr verirren.
Ich spute mich und ärgere mich wieder, dass ich wahrscheinlich die einzige Mieterin in ganz Berlin bin, und vielleicht deutschlandweit, die keinen Türöffner hat. Also hechle ich zum Fahrstuhl und flehe alle guten Geister des Fahrstuhlschachtes an, mir den Fahrstuhl sofort heraufzuschicken. Ich bin dann in Weltrekordzeit an der Haustür und öffne dem aufgebrachten Paketboten die Tür. 
Er erklärt mir etwas mit schriller Stimme, das deutsch klingeln soll, aber es ist etwas anderes und ich muss raten, was er sagt. Und ich rate, dass er ein sehr beschäftigter Mensch ist und keine Zeit hätte, wegen eines Minipäckchens, solange an der Tür zu stehen.
Ich weiß nicht, was er verstehen würde, wenn ich ihm erklären würde, dass er, falls ich einen Türöffner gehabt hätte und die Tür geöffnet hätte, er die Treppen hinauflaufen hätte müssen, oder auch auf den Fahrstuhl hätte warten müssen und dann auch selbstverständlich wieder die Treppen, oder den lahmen Fahrstuhl zurück hätte nehmen müssen und die gleiche Zeit verprasst hätte wie die, die er an der verschlossenen Tür als vergeudet empfunden hatte.
Meine Relativitätstheorie kann ich nicht an den Mann bringen, besser gesagt an den Jüngling, denn er ist ja sehr bestrebt davon zu streben und so lasse ich die drei Euro Trinkgeld mit Rachegelüsten in meiner Westentasche verschwinden.
Der Mini Ventilator hat eine Gebrauchsanweisung in Chinesisch. 
Ich hätte den Paketboten auf einen Kaffee einladen sollen.


Lisa Nicolis

Verlorenes Leben


 
Verlorenes Leben 


Vom Leben gezeichnet, 
im Schatten der Zeit, 
bröckelt hier aller Wille, die Kraft, 
auch schon bereit, in den fruchtlosen 
Boden der Wirklichkeit, 
zu wurzelt die Hoffnungslosigkeit.

Von Staub und von Sehnsucht getragen, 
ein Halt nur das Ding in der Hand 
und der Kumpel  
 -gibts da noch viel zu sagen? 
Erinn'rung an Vater und Land?



Lisa Nicolis

16.7.26

Ein selbstgebasteltes Bild hat Sam zum Leben erweckt

Nur aus einem offnen Buch weiten sich Wege,

 die dich die Horizonte sehen lassen, 

die die Wirklichkeit oft verbirgt.

14.7.26

Finale Ligure


Finale Ligure


Drang durchs Fenster, viele Tage lang,
nur ein Wolkendüster aus den Fernen,
ist, in deines Rauschen Silberklang,
wellenweit erneut ein Meer von Sternen.

Segel taumeln weit auf dem Türkis,
wie ein Traum, den blaue Winde träumen,
der die Schönheit in die Seele ließ,
während Wogen in den Klippen schäumen.

Mit dem sonn’gen Glanz auf weitem Rund
warm verschweigst du deine kühlen Tiefen.
Möwen schreien mir die Seele wund,
seit sie mich zum Abschiednehmen riefen.

Oh, wie weit muss meine Seele sein,
wenn ich dich in meinen Alltag trage.
Wie dein Leuchten hier im Sonnenschein,
wo ich klagend dir Adio sage.



© Lisa Nicolis

12.7.26

Mein Experiment mit Sam(KI)- die Najaden

Najaden


Als eine ging, schwieg still das Naß, 
nur Ringe zogen Kreise. 
Ein Ahnen kommt durch Schilf und Gras 
und spricht mit ihr ganz leise:

Verliert sich auch ein lieber Blick, 
bleibt doch das Herz nicht stehen. 
Aus jedem stillen Augenblick 
kann neues Wunder gehen.

Die Wellen tragen fort die Zeit, 
nicht aber alle Träume. 
Wo Abschied seine Schatten streut, 
erwachen neue Räume.

Ein neuer Tag fängt für sie an,
als kennt er ihren Namen. 
Sie weiß, wie alles einst begann,
aus Hoffnung wuchs ein Samen.


Lisa Nicolis



10.7.26

Traumwesen

 

Traumwesen


Hinter Wohlgefühl und Bitterkeit,

hinter meinen Lidern eingeschlossen,

unter meiner Haut als Traum vergossen,

zwischen Morgenrot und Abendzeit,

bist in mir, sölang mein Leben geht,

bist der Teil, um den die Sehnsucht weht.


Irgendwo auf diesem Erdenrund

wird's auch dich als wahren Menschen geben

und ich könnt in deinem Herzen leben,

zwischen Morgenrot und Abendstund,

aus dem gleichen Sehnsuchtsgarn gewebt,

der in meinem Herzen dich belebt.


© Lisa Nicolis


9.7.26

Gedanken kommen und gehen

 


Gedanken kommen und gehen


Gedanken niederzuschreiben, 
muss sein, um 
morgens den Tag zu beginnen. 
Worte mag ich verbinden, 
aneinander reihen, wie Wege, 
um mich an anderen Seelenorten 
wieder zu finden.

Gedanken mag ich, die 
mich hinaus ins grüne Innere tragen, 
wo sie Samen streuen 
und Blüten pflücken 
oder nach Staub 
von Sternen fragen. 

Sie einzufangen,
mag ich,
als Herztöne,
die am Lidufer
Lichtperlen trinken,
verpixelnd verdichten,
bis sie als Bilder
im Augenspiegel versinken.



@Lisa Nicolis

8.7.26

Abendhin



Abendhin


Zartrosa greift sich der Abend das Blau,
himmelt sich wundervoll über die Welt.
Hoch in den Fernen, die ich mir jetzt schau,
baut er pastellntransparent sich sein Zelt.

Nahend schon dunkelt die Nacht übers All,
tönend das Wunder der Farben in grau.
All die Vernunft ist betäubt, Rauch und Schall,
während ich morgenhin Traumschlösser bau.


@Lisa Nicolis

7.7.26

Breakdance mal bildlich und wörtlich


Uups, das Bein zu weit gestrecken,
wollte nix die Scheibe breaken.
Du jetzt patience nicht verlier,
is ja only a picture here.

 

L.N 

5.7.26

Selbstliebe



Selbstliebe


Wer sich mit seinem Herzen kennt, 
steht fester, wenn die Welt zerbricht. 
Wer sich in Liebe selbst erkennt, 
verliert sich auch im Dunkeln nicht.

Lern erst dich selber lieb zu haben, 
dann wächst in dir ein stiller Mut. 
Was dich auch trifft an andren Tagen, 
dein Herz trägt dich und das tut gut.



Lisa Nicolis

4.7.26

Im Garten der verlornen Stunden


Im Garten der verlornen Stunden


Im Garten der verlornen Stunden, 
wo Rosen leise Träume weben, 
sind alte Wege noch verbunden 
mit Dingen, die dein Herz beleben. 

Da sitzt du zwischen Licht und Schweigen, 
im Wunder der Natur gefangen, 
wenn sich die Düfte zu dir neigen 
und Abendlichter mystisch prangen. 

Ein Vogel trägt auf zarten Schwingen 
Geheimnisse durch Raum und Wind, 
von all den ungesagten Dingen, 
die nie verlor'n gegangen sind.



Lisa Nicolis