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28.6.26

Für Wetty

 

Für Wetty


Zwei Mädchen ziehn durch Sommerwiesen, 
vom Abendgold so weich berührt 
und jedes Lachen, das sie teilen, 
wird still im Herzen fortgeführt. 

Es war, als hätte sich im Gehen 
der Sommer in uns eingeneigt, 
als wollten Wiesen, Wind und Seen 
uns sagen, was die Zeit verschweigt. 

Wir liefen lachend durch die Stunden, 
so leicht, als trüge uns das Licht, 
doch jede Freude, tief empfunden, 
vergaß auch ihre Schatten nicht. 

So saßen wir am stillen Weiher, 
es rieselte das Gold in ihn 
und über uns zog, leis und freier, 
ein Vogel hoch am Baldachin. 


Lisa Nicolis


Zu meinen Bildern (Wir waren keine Prinzessinnen, wenn wir es aber so empfanden...)



Zu meinen Gedichten 
in Erinnerung an meine beste Freundin 

Ich wollte manches Schloss errichten, 
aus Worten, glänzend, kühn und weit. 
Doch meine Hände bauten Hütten – 
voll Wärme und Vergangenheit.

Und manchmal, wenn der Abend dämmert, 
seh ich im milden Fensterschein: 
Die kleine Hütte meiner Seele 
muss eben das Zuhause sein.


Lisa Nicolis

25.6.26

Schäferstündchen




Schäferstündchen


Im Wiesengrund, wo stille Stunden wohnen, 
und Gold sich in den Abendwolken fängt, 
tanzt noch ein Lachen zwischen Blütenkronen, 
das wie ein alter Traum im Winde hängt.

Ein Schäfer sitzt und lässt die Flöte klingen, 
als spräche sie mit Baum und Wolkenrand, 
während die Schäfchen sich zur Ruhe bringen 
und Frieden weidet über Feld und Land.


Lisa Nicolis


Bilder Art Nouveau







 

Landschaften


Goldenes Land 

Im Abendlicht, so weich und weit, 
verliert die Welt 's Gefühl von Zeit. 
Verträumt das Land, im letzten Schein 
scheint leicht in Gold gehüllt zu sein. 

Die Felder ruhen, satt und schwer, 
keiner verlangt nach Arbeit mehr.. 
So möchte man nur schweigend stehn, 
die Schönheit dieser Stunde sehn.



Lisa Nicolis


22.6.26

Gedankenblitze


Gedankenblitze


1.Ich muss mich in meinem Gedicht zu Hause fühlen.
Es ist wie eine zweite Haut, die nicht jedem gefallen
kann, wie es meine eigentliche Haut auch nicht kann.

2.Wer meine Gedichte nur liest, um sich über die Fehler
darin zu ärgern, der mag das weiterhin tun, ist mir doch
egal. Oder auch nicht, aber jedem das, was er verdient.

3.Wer meine Gedichte ständig nach Versmaßen und
anderem lyrischen Diktat auskundschaftet, den empfinde
ich wie einen Mitmenschen, der zuerst meine Laborwerte
durchsieht, um mich einschätzen zu können. Mein Blut
fließt aber nicht nur durch Kanülen.

4.Wenn ich wie Paul Celan dichten könnte, würde mich
der andere Teil der Menschen nicht lesen.

5.Jetzt der Irrgarten meiner Gedanken:
Zu dem einen sagen die einen, es ist Kitsch, zu dem
anderen sagen sie, das ist genial. Die anderen halten
das andere für Blödsinn und den einen für toll. Der
andere vom dem einen scheint nie richtig zu liegen. Und
wer ist berechtigt, zu entscheiden, wer wie sein Bett macht?

6. Buche ich eine Marsfähre, oder baue ich mir eine Hütte
im Wald? Würde ich gerne alle die fragen, die das Leben
schon hinter sich haben.
Ach ich weiß! Sie würden sagen: zieh nach Dubai. Dort
kann auch mancher die Wüste vor lauter Sand nicht mehr
sehen, doch wenigstens von der 148. aus dem Burj Khalifa.
Aber schwitzen kannst du auch in Berlin. Also, Wald wäre die Option.


Lisa Nicolis
( die jetzt froh ist, keine Followerfunktion zu haben 😁)


21.6.26

Das alte Haus


Das alte Haus


Als sähe ich mich hier im Spiegel, 
ich altes Haus mit den verschloss'nen Türen, 
mit Wunden, und mit Schlieren, 
und mit verschwomm'nen Blick 
nach vorne und zurück.

Mir liegt mein Fühlen tief verwurzelt hier zu Füßen 
und lässt noch bunte Träume in mir sprießen, 
dass sie in Vers und Bild sich frei ergießen, 
so wie es mir gefällt, 
 - in meiner eignen schönen, inn'ren Welt.


Lisa Nicolis

Die Stille

 


Die Stille

Als hätte Stille endlich auch Gestalt
aus Wasser, Blüten, Goldfäden gewebt,
ein blauer Traum aus Nacht, aus Sternenlicht,
ein Anblick für Moment und Ewigkeit.


Lisa Nicolis