Meine Gedankenbilder
Collagen, die ich erstelle, ohne zu ahnen, wie sie aus sich aufbauenden Gefühlen entstehen, Gedichte, die einfach Gedankenblitze sind. Die Bilder sind mit KI von mir erstellt
13.8.26
Diese Berliner Straßen...
12.8.26
August 2014
August 2014
Der Sommer, der wie Regen klingt,
der wie Oktober schmeckt,
und den kein Jahr mehr wiederbringt,
hat sein Gesicht versteckt.
Er fließt vorbei im Lebenstal
wie abgetane Zeit
und seine Düfte werden fahl
im Kelch der Ewigkeit.
Am Blätterrand, die Farbenspur
schon herbstgolden erscheint,
während ein Teil unsrer Natur
dem Herbst entgegenweint.
© Lisa Nicolis
11.8.26
Siehst du, wie ich sehe?
– Wozu? Du wirst mir schon erzählen,
was du dort siehst.
– Aber was ich dir erzählen werde,
wird nicht das sein,
was du gesehen hättest.
10.8.26
Die Seerosen
Die Seerosen
Die Blumen öffnen sich dem Schein,
die eine groß, die andre klein,
und zwischen ihnen formt sich Morgen,
um sich der Sonne Kraft zu borgen.
Das Blühen ist ein Freudenfest,
das seine Tiefe gern verlässt,
wenn sich der Tag aufs neu verkündet,
sich öffnet und nach oben findet.
Aus gelben, blauen Farbkontrast
formt hier ganz heimlich ein Phantast
den Zauber einer Wundergabe,
damit er ihn ins Herz dir trage.
Lisa Nicolis
9.8.26
Aus Stein
Aus Stein
Ich wäre auch lieber aus Stein,
verformbar, möcht plastisch sein,
heut dieses Stückchen im Gesicht,
morgen woanders, oder nicht.
Dazwischen immer etwas Grün,
Moos würd entlang der Brauen ziehn,
ein wenig Farn an Wange, Kinn.
Ich wüsste nicht, wie alt ich bin.
Ich müsst nicht nach dem Wetter sehn,
ich könnte mitten drinnen stehn.
Und all die Risse, die ich säh',
täten nicht weh.
Lisa Nicolis
5.8.26
Seit Jahren sind wir gut gefahren
Sie: "Komm, alter Mann, heut geh'n wir aus,
wir gehen mal spazieren...
Ach nee, mein Rollstuhl kam ins Haus,
wir rollen jetzt auf Vieren."
Er: "Ich möchte gerne mal kaufen geh'n
wieder an frische Quellen,
möcht Edeka von innen seh'n
und nicht immer bestellen."
Sie: "Ich möchte lieber in den Park
und Kinder lachen hören,
mich frei bewegen und autark
an Luft und Licht betören."
Er: "Ich wusste es, was jetzt hier kommt,
du wirst die Herrschaft führen
und ich soll dann auch wieder prompt,
nur nicken, mit dir spüren."
***
So war's schon immer, Mann und Frau
können im Zank sich schier zerreißen.
Doch wird demnächst ein neues "Au"
sie eh wieder zusammenschweißen.
Lisa Nicolis
4.8.26
Der Silberrahmen
Ich liege auf dem Sofa, liebe Kinder,
und starr die Wand vor mir nichtsahnend an.
Da hängen ewig zwei ovale Bilder,
Im Silberrahmen eins, mit blonden Haaren,
trägt sie verträumt ihr wunderschönes Kleid,
im andren Rahmen, schon seit vielen Jahren,
steht er charmant, erstarrt in Flair und Schneid.
Da denk ich mir -wie trist verläuft ihr Leben.
Sind beide hier so lange schon allein,
da möcht ich plötzlich nach der Lösung streben,
für beide eine zarte Brücke sein.
KI, komm zaubern wir mal was zusammen,
das Wunder einer süßen Einigkeit,
wir sprengen jetzt die silbrigfeinen Rahmen
und schon sind sie, wie sich's gehört, zu zweit.
Seitdem, ich glaub', man kann es nur erahnen,
wenn sieben Himmeln Sterne tragen,
geht's nachts,
ganz leis von Rahmen hin zu Rahmen:
»Madame?«
»Monsieur?«
»Darf ich es wieder wagen?"
Dann küsst er ihr, vor'm ersten Morgenstrahlen,
die zarte Hand, den neu gefund'nen Schatz,
und jeder kehrt zurück in seinen Rahmen.
und hängt wieder an seinem stillen Platz.
Lisa Nicolis
3.8.26
Die Bank am Rand der Stille
Kann man den Schmerz verdrängen,
wenn unser Auge ihn nicht sieht?
Kein Fluss trägt unser Leid davon,
doch weiß der Himmel,
dass man sich auch
Vielleicht sind unsre Wunden Risse,
worin das Licht erst übt,
den Weg zu finden.
Denn aus der Tiefe
sieht man ihn erst klar.
Und auch die Erde,
die unter unsren Füßen,
schweigend ruht
und uns Zuhause ist,
weiß längst,
dass keine Nacht
den Morgen je vergisst.
Lisa Nicolis
2.8.26
Die kleine Waldfee
Die kleine Waldfee
Der Wald hat Puls,
der Wald hat Herz
und schau,
wie's in den Kronen blinkt
im Licht der kleinen Zauberin,
das jede Blume dankbar trinkt.
Kein Strom und keine Leitung ist's,
kein Schalter steht auf weiter Flur.
Es ist ein fröhliches Gesicht
mit eines Lächelns zarter Spur.
Sie steht im Himmel, schwerelos,
und lebt den duft'gen Blütentraum.
Um sie herum schmückt ihr das Kleid
ein leicht verträumter Wolkensaum.
Geh nicht! Schau ihr ein wenig zu,
sie fliegt wie'n Falter gleich hinaus.
Für dich war sie ein Lichtmoment,
doch erdenfern ist ihr Zuhaus.
Lisa Nicolis
1.8.26
Zwischen den Linien
Suche hier kein Gesicht.
Suche den Ort,
an dem die Oberflächen
Jedes Fragment ist ein Moment,
und jede Linie Erinnerung,
die sich durch's Mosaik
der menschlichen Erfahrung zieht.
Geometrie des Fühlens.
Wo die Erinnerung nur Auge ist,
Aus Rechtecken.
Aus Schatten.
Aus Entscheidungen.
Das Auge
hatte sich geweigert,
Geometrie zu werden.
durch jede Schicht hindurch.
Als wüsste es,
dass wir im Grund
Mit Räumen,
die nie fertig werden.
Mit Türen, die
wie ich es kenne,
besteht die Schönheit
Sondern darin,
dass drin das Licht
immer die Spalten findet,
Lisa Nicolis
31.7.26
Morgenfrische
Morgenfrische
Parkweit grünt wieder Idylle,
Wasser zelebriert die Stille.
An den seichten,
Enten zieh’n ovale Wellen.
In vertauter Morgenfrische
Fische
schnell’n aus Wasserkreisen,
um eine Mücke zu verspeisen.
dürre Wasserspinnen,
ich würde sagen,
etwas krasser,
wie einst Jesus
übers Wasser.
Auf halber Strecke,
ruft 'ne Schnecke,
hinein in diese Morgenröte,
zum kleinen Frosch:
Halts Maul,
du Kröte!
Dann kommt
auch diese Morgenstunde
mit Mensch...
und noch einer...
und Hunde.
Wer Ruhe will,
muss früh aufstehen,
bevor die Hunde
Gassi gehen
und Schnecken
sich vom Fröschequaken
Lisa Nicolis
30.7.26
Zwischen den Welten
Zwischen den Welten
Vielleicht ist jeder Ort,
den ich erstrebe,
nur ein Gedanke,
der lange einst
die Welt geträumt hat.
Nicht alle Brücken,
die ich gehe,
sind purer Stein,
sind einfach aus
"Was wäre, wenn ..."
das ich nie
ausgesprochen habe.
Ich mach mich
auf den Weg.
Nicht unbedingt,
um anzukommen.
Ich geh,
damit die Sterne
unterwegs mich
neu erfinden.
Aus Wolkenvlies
bricht vages Licht,
das mir
zu neuen Rätseln hin
Konturen zeichnet.
Und irgendwo
hinter dem goldnen Horizont
gibt es vielleicht
auch keine Antwort.
Nur eine Tür,
die neu sich öffnet,
sobald ich wagen kann,
an sie zu glauben.
Lisa Nicolis


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