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12.9.26

Zwischen meinen Wänden


Zwischen meinen Wänden



Die Wände scheinen still mit mir zu atmen, 
als würden sie die Zeit gern mit mir teilen. 
Das Licht, das durch das Fenster fällt, 
ist wie ein vorsichtiger Gast, 
der nichts berühren will 
und doch alles verändert.

Die Uhr zählt nicht die Zeit, 
glaub ich, sie streut sie aus, 
wie Staub auf die Gedanken. 
Und manchmal sitzt die Angst mir gegenüber, 
wortlos, und legt die kühle Hand 
auf diesen Tisch hier zwischen uns.

Dann dieser Sonnenstreif, 
der sich auf meine Schulter legt, 
als hätt der Himmel mich 
noch nicht vergessen. 
Und in mir öffnet sich 
ein Weg, so still und weit, 
dass meine Schritte 
ihn nicht dann 
nicht mehr brauchen.


Lisa Nicolis


11.9.26

In meiner Einsamkeit


 
Baum der Hoffnung 
 

Ich sitze hier, wo selbst die Zeit 
zu Stein geworden ist. 
Der Wind hat meinen Namen 
aus der Erde fortgetragen, 
mein Angesicht 
dem Tuch der Jahre überlassen. 

Unter den Füßen 
wurzelt das Erinnern, 
verdreht sich, hält mich fest 
an einem Ort, 
der längst nicht mehr der meine ist. 

Am Horizont 
stehen die Stunden wie Ruinen 
und keine kommt wieder zurück. 
Nur dieser Baum 
kann nichts davon begreifen, 
 treibt doch aus dürrem Holz 
sein zartes Rosa 
und lässt mir Blüten  
auf die Tage fallen.

Vielleicht 
muss ich nicht wissen, 
warum er's tut. 
Vielleicht genügt's, 
dass hier für mich 
noch Hoffnung blüht.



Lisa Nicolis


KI hat mich, mit der Freude zum Bilder erstellen, dazu gebracht,
dass mich neuerdings nur diese Bilder inspirieren ein Gedicht
zu schreiben. Ich müsste mich beherrschen, Bilder zu generieren,
denn abhängig von KI zu werden, ist kein gutes Gefühl. Es ist 
fast wie Verrat an das Leben.

10.9.26

Meine Gedanken zum Bild

 


 

Meine Gedanken zum Bild.


Die Ewigkeit verbeißt sich selbst an Steinen 
doch manche meinen, 
während der erdgebund'nen Existenz, 
dass Reinkarnation und Transzendenz 
zu helfen scheinen 
uns Ewigmenschsein zu bescheren 
und predigen und lehren. 
Es lauschen andächtig der Schäfchen Herden. 
Ich glaub, 
im Schlund der Ewigkeit 
werden die Steine das, was wir auch werden, 
ein wenig Staub.


Lisa Nicolis


9.9.26

Morgenstunde

 

Morgenstunde



Mit goldenen Füßen steigt der Tag 
am Horizont den Himmel hoch, 
umarmt das Leben, -Brückenschlag 
zu Licht und Farbe noch und noch.

Der Morgen glüht im weiten Blau, 
so klar, so frisch, so unberührt, 
und jedes Wölkchen, weich und grau, 
wird hell vom Licht, das zu ihr führt.

Und über allem schwebt so sacht 
des Himmels endlos weites Band. 
Das Sein sich still aufs neu entfacht, 
ruht golden in der Morgenhand.


Lisa Nicolis

6.9.26

Musik in mir


 
Die Musik in mir 
 

Ich schließe meine Augen sacht, 
damit die Welt ein wenig schweigt. 
Ein Ton aus stillem Tief erwacht, 
sich durch verborgne Saiten geigt.

Aus mein Erinnern löst sich Klang, 
wird Notenblatt und Melodie, 
zieht wie ein goldner Faden lang 
durch meines Herzens Fantasie.

Die Blumen lauschen, rosenschwer, 
dem Lied, das keine Worte kennt. 
Ein Takt verweht, ein anderer führt, 
was zum Vergessen hin mich trennt.

Und zwischen Blau und Blattgold spinnt 
die Zeit ihr feines Saitenspiel. 
Ich weiß nicht, wo schon Stille rinnt, 
nicht, wo der Klang beginnen will.

Vielleicht sind wir nur Instrument, 
durch das ein fremder Atem zieht, 
bis etwas tief in uns erkennt, 
auch Schweigen ist ganz oft ein Lied.



Lisa Nicolis

Bücher sind wichtig


 

5.9.26

Die Baumfrau

 

 

Die Baumfrau


Aus mir heraus wächst ein Baum, 
verästeln sich auch alte Träume. 
Ich schließ meine Augen kaum, 
verwurzelt schon Zeit meine Räume.

Die Rinde kennt und verschwieg 
schon stets jede Narbe und Namen. 
Und wo die Erinn'rung blieb, 
begannen die Blüten zu atmen.

Mein Haar verlor sich im Wind, 
war Zweig und war Ast, dürre Ranke. 
Und da wir vergänglich sind, 
blüht manchmal nur still ein Gedanke.

Ich steh zwischen Jetzt und Einst, 
bin Frau und bin Baum, golddurchzogen. 
Wenn du mich zerbrochen meinst, 
wird ein neuer Zweig mir geboren.



Lisa Nicolis


30.8.26

Blaue Stunde

 

Blaue Stunde


Ein Schiff, zum Horizont in Lot, 
trägt fremde Träume übers Meer. 
Am End der Welt verglüht ein Rot, 
und alles Ferne lockt noch mehr.

Hoch überm Wasser schweigt das Schloss, 
bewahrt, was längst vergangen scheint. 
Der Wind fegt noch durch Busch und Moos, 
als hätte Zeit darin geweint.

Von irgendwoher drängt ein Zug, 
sein Atem weiß und wolkenschwer. 
Er trägt die Welt in seinem Flug 
von gestern fort-  wohin, woher? 


Und zwischen allem steht die Frau, 
als wäre sie aus Zeit gemacht. 
Im Kleid das tiefe Meeresblau, 
im Blick ein Rest vergangner Nacht.

Vielleicht fuhr einst ihr Schiff davon. 
Vielleicht kam nie der Zug zurück. 
Das Schloss bewahrt noch einen Ton 
von einem längst versäumten Glück.

Doch Abendgold fällt auf ihr Kleid 
und für den Atemzug der Stunde 
ist Einst und Jetzt und Freud und Leid 
nur ein Erinnern, keine Wunde.



Lisa Nicolis

29.8.26

Die Stille

 



Die Stille


Die Stille, die sanft wie Seidentand aus Wolken hängt, 
die Stille, die sich in keinem lauten Wort verfängt, 
die wie der feinste Regen in die Erde dringt 
ist es, die dich auf leichten Schwingen mir
des abends in die Seele bringt.



Lisa Nicolis

27.8.26

Sinnesrauschen



Sinnesrauschen


Als wenn am Riff sich Ozeane schäumten, 
ein Sturm sich paarte mit der Wellen Tosen, 
sich Herztöne mit Kraft dagegen bäumten, 
im Kopf nur Dornen sind, im Herz die Rosen.

Ein Vogel zwitschert irgendwo im Garten,
doch meine Ohren hören auch das Brausen
der Wellen, die schon lang auf Stille warten. 
Die Hirngewinde fluten mich mit Flausen.

Wie viele meiner Sinne irrer Spiele 
birgt wohl mein Geist in seinen Graugeflechten? 
Erlebt hab ich schon, endlos scheinend, viele. 
Wenn sie mir doch nur wieder Freude brächten.


© Lisa Nicolis