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4.7.26

Im Garten der verlornen Stunden


Im Garten der verlornen Stunden


Im Garten der verlornen Stunden, 
wo Rosen leise Träume weben, 
sind alte Wege noch verbunden 
mit Dingen, die dein Herz beleben. 

Da sitzt du zwischen Licht und Schweigen, 
im Wunder der Natur gefangen, 
wenn sich die Düfte zu dir neigen 
und Abendlichter mystisch prangen. 

Ein Vogel trägt auf zarten Schwingen 
Geheimnisse durch Raum und Wind, 
von all den ungesagten Dingen, 
die nie verlor'n gegangen sind.



Lisa Nicolis

3.7.26

Graffiti





Graffiti


Ein Streifen Himmel klebt am Dach der Straßen. 
Im steten Schatten dieser Häuserschlucht, 
ein jeder Schritt nach Licht und Freiheit sucht, 
die Sonnentage irgendwann vergaßen.

Entlang der Mauern in verborg’nen Ecken, 
entsprühen Lichtreflexe, Wagemut 
aus einem Herz mit jugendlicher Glut, 
der Schatten hat dann kunterbunte Flecken.

Wo Häuser eng und düster Himmel fassen, 
und Schatten durch die tristen Straßen ziehn,
beginnen Farben einen Grund zu lassen, 
dass grauen Mauern wieder neu erblühn


© Lisa Nicolis

Wege



Wege


Wege tragen dich 
über Brücken, 
aus deinem Alltag, 
aus deinem Haus. 
Sie führen 
aus dir selber, 
aus deiner Seele 
ins Leben hinaus.



© Lisa Nicolis.

2.7.26

Schönheit in 3D


 

Der andere Weg


Der andere Weg


An Kirchen sucht man nur die Uhr,
der liebe Gott wo ist er nur?
Er wohnte immer schon weit oben,
Der Glaube hat sich auch verschoben, 
so ist der Weg zu ihm recht weit,
ob selber gehn, oder zu zweit.

Vielleicht hat sich nur still verschoben,
was einst so selbstverständlich schien:
Die Kirche steht noch in der Mitte
-doch anders sind die Wege hin.


Lisa Nicolis


Tassenquasseln



Tassenquasseln

Moin, Schwesterherz, zu dieser Stunde. 
Bin fein geduscht und kaffeefrisch, 
so hebt Herr Otto mich zu Munde, 
setzt er sich morgens hier zu Tisch.

Und du -Frau Otto, mag dich lieber, 
trinkt gern aus deinem süßen Rand. 
Dann winkt sie noch zum Nachbarn rüber 
und der ist außer Rand und Band.

Herr Otto weiß nichts vom Geplänkel, 
sonst wäre er doch richtig krank. 
Verstaut er uns samt unserm Henkel... 
hat er doch alle Tass'n im Schrank



Lisa Nicolis

Das Aufheizen übernehmen wir



Das Aufheizen übernehmen wir 

Wir brauchen keine Sonne mehr, 
wir richten uns gezielter ein 
und werfen ihr ihr Strahl'n zurück 
und heizen selber ein. 

Das Spiegelbild ist nicht nur Schild, 
auch Mahnung, dass's bewusst uns werde, 
sie braucht uns nicht, doch immer gilt 
-wir brauchen weiter unsre Erde. 

 
Und widerspiegel soll's hier keinen
auch noch so kleinen Sonnenstrahl.
Lasst unsre Sonne scheinen.



Lisa Nicolis


1.7.26

"Blechkunst"


Blechkunst



Aus kaltem Blech und rost'ger Zeit, 
wird durch Impuls auch Wirklichkeit. 
Wo Fantasie die Form berührt, 
wird selbst Metall zum Blüh'n verführt.



Lisa Nicolis

30.6.26

Die Sanduhr



Die Sanduhr

Sie steht im Kreis aus Gold und Schweigen, 
wo dunkle Zweige still sich neigen, 
wo ferne Türme, mondbeschienen, 
wie alte, stille Wunder dienen.

Ein Vogel sitzt im Abendschimmer 
und singt sein Lied ins Herz, wie immer. 
Es klingt, als wüsst' er um die Stunden, 
die kamen, gingen, sind verschwunden. 

Sanft hält sie hier die Wundergabe, 
die Sanduhr aller Sonnentage. 
Der feine Sand rinnt still die Bahnen, 
als könnt er auch die Wolken ahnen.

Doch in den Augen ruht kein Klagen, 
nur jenes stille Weitertragen, 
das Menschen lernen mit den Jahren, 
Erinnerungen zu bewahren.



Lisa Nicolis



29.6.26

Brücke


Brücke


Als Brücke hab ich mich empfunden, 
war zwischen Ufern die Verbindung, 
war Weg für euch in manchen Stunden, 
zu einem Ort der Wiederfindung. 

Nun habt ihr euch im Streit verfangen, 
über die Brücke führt kein Wille. 
Mein Herz ist auch zu Bruch gegangen, 
sein Bersten bricht mir meine Stille.



Lisa Nicolis

Das Gesicht der Mutter Erde


 

Die Gesichter der Mutter Erde


Der Erde Antlitz ist so bunt, 
von Sonne, Sturm und Mond erhellt. 
Sie tut damit in Liebe kund 
ihr altes Herz der weiten Welt.

'ne Ferne wächst aus jedem Blick, 
aus jeder Ferne wächst ein Traum, 
und Mutter Erde webt, zum Glück, 
den Traum zu grenzenlosen Raum.

Die Erde trägt so manches Kleid, 
aus Fels, aus Meer, aus Ewigkeit. 
Und jedes Antlitz, still und sacht, 
erzählt, was uns zu Menschen macht.


Lisa Nicolis

28.6.26

Für Wetty

 

Für Wetty


Zwei Mädchen ziehn durch Sommerwiesen, 
vom Abendgold so weich berührt 
und jedes Lachen, das sie teilen, 
wird still im Herzen fortgeführt. 

Es war, als hätte sich im Gehen 
der Sommer in uns eingeneigt, 
als wollten Wiesen, Wind und Seen 
uns sagen, was die Zeit verschweigt. 

Wir liefen lachend durch die Stunden, 
so leicht, als trüge uns das Licht, 
doch jede Freude, tief empfunden, 
vergaß auch ihre Schatten nicht. 


So saßen wir am stillen Weiher, 
es rieselte das Gold in ihn 
und über uns zog, leis und freier, 
ein Vogel hoch am Baldachin. 


Lisa Nicolis