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19.10.26

Das Wolkenmädchen



Das Wolkenmädchen
 

Der Mond- im Wolkenmeer versenkt. 
Schwarm seid'ner Fische, 
der wie'n Traum durch alle Wolken drängt.

An Fäden- Perlen, Sterne, 
ein Leuchten wie Magie 
aus zaubervoller Himmelsferne.

Lauscht Rauschen 
-dieses Wolkenmädchen, 
wenn die Juwelen Fünkchen tauschen.

Im Haar -der Sterne Schein, 
und Muscheln, und es schläft 
sich hier ins Wunder Ewigkeit hinein.

Ist sie des Meeres letzter Kuss? 
Dem Mond der hellste Schein? 
Oder ein Märchen, das man nicht erzählen muss. 
 
 
Lisa Nicolis

17.10.26

Wenn ich zaubern könnte

 


Wenn ich zaubern könnte


Für jede Träne, die ihr weint, 
wär jedem Vater Geist geschenkt, 
damit er nie an Waffen denkt, 
nicht Grenzen baut, 
Nachbarn vereint. 
Dass er der Wut den Rücken kehrt, 
dem eignen Blut Frieden beschert.

Ich schenkte euren Müttern Korn, 
für frisches Brot aus eigner Hand 
und ruhige Zeit im ganzen Land, 
befreit von Kummer 
und von Zorn. 
Dass Duft das Haus mit Wärme füllt 
und sich die Angst in Hoffnung hüllt.

Damit ihr Kinder dieser Welt, 
in Freiheit eure Kindheit lebt, 
wo keine Welt in Trümmern bebt 
und auch der Frieden 
ewig hält. 
Ein Leben, unbeschwert und frei 
-und alle Tränen wär'n vorbei.



Lisa Nicolis


15.10.26

Birkenwald

 

Birkenwald



Die Birken haben würdevoll 
den Sommer abgelegt, 
die weißen Stämme leuchten nur konstant 
und paar vergessne Blätter, 
einfach so vom Wind bewegt, 
noch sonnen sich im herbstdurchwobnen Land.

Kopfüber steht der Hain 
im nahen Wasser und er zieht 
'ne Weile mit und springt von Stein zu Stein 
und träumt von einem neuen Jahr, 
das wieder grünt und blüht 
und er wird hier aufs Neu am Rauschen sein.

Es wird der Bach noch viele Wasser 
tragen und ganz bald 
wird auch der Frost verweilen hier im Hain. 
Doch selbst im Frost kehrt Hoffnung 
still und unaufhaltsam ein- 
in jedem Ende wird ein Anfang sein.




Lisa Nicolis



14.10.26

Im Dämmerschein

 
 
Im Dämmerschein 



Im zarten Dämmern verborgen, 
wo der Tag sich verliert, 
schwebt ein Traum später Rosen, 
vom Flügelschlag 
flatternder Psyche berührt. 
 
Sie umtanzt all das Blühen, 
die duftige Pracht, 
als trügen die Schwingen 
schon Sterne der Nacht,  
verwebt mit dem Dunkel und Licht.
  
Durch all diese Stille
 'ne Tauperle bricht, 
eine Nachtigall leis vor sich klagt 
und eine Rose 
die andere fragt: 
ach, Schwester, 
du schläfst auch noch nicht? 
 
 
Lisa Nicolis 

10.10.26

Oktobertag

 



Oktobertag


Die Augen trüb,  
sonst säh ich auch 
die Stämme beben  

unter dem Kronenschaukeln,
Ästewiegen.

Und unterm Blattgewirbel, 
manche schon entschweben,

schmetterlingsgaukelnd, 

zu Staub zuerst und Ende  
und werden still tönerne Hände, 
die unsre Erde und das Leben halten, 
sie nähren 
und sie neu gestalten.

Und was sich hier im Winde  
windet heut,  
ist Zeit, 
ist Kreislauf 
ist die Ewigkeit.




Lisa Nicolis

9.10.26

Oktober


 

Oktober


In Brauntönen schweben 
Gedanken mir zu 
aus den Bäumen. 
Oktober setzt bunt sich 
in allen Verstecken nun fest. 
Das Blechschaf 
wird heut noch 
die Wildblumenwiese räumen, 
der Herbst baut in sonnmüden Ästen 
sein dürftiges Nest.

Und irgendwann sind sie geplündert, 
die herrlichen Kronen. 
Die Blicke nun greifen so blattfrei 
und ängstlich hinaus, 
wo lautlos des Sommers 
verborgene Restwelten thronen 
und wo bald in Allem der Winter 
sich sucht ein besinnlich Zuhaus.



Lisa Nicolis

Blätterfall

 



Blätterfall


Es scheint sich müd und schwer zu wiegen, 
im Wind, 
des Hofs buntes Geäst 
und hinter seinem Wanken, Biegen 
die Ferne sich schon ahnen lässt.

Wie sie sich anrühren, bewegen, 
vieltausendfach getönt 
in gelb und grün, 
und wie sie fliegen 
ganz sanft dahin 
und andre sind, 
noch eng und angstvoll, 
auf dem Ast geblieben.

Sie sind wie wir, 
die einen wollen frei 
ins Weite ziehen, 
die andren hier gemeinsam 
Heimat spüren, 
doch, wie der Wind, 
wird immer auch das Schicksal führen.



Lisa Nicolis

7.10.26

Herbstliches


 

Herbstliches 


Der Herbst hat Gold ins müde Laub geschrieben, 
hat sich den Tagen sorglos anvertraut,
genießt, was von dem Sommer ist geblieben, 
sät Wind, der gern um alle Ecken schaut.

Die Birken stehn im fahlen Licht verloren,
als lauschten sie ihm leise fröstelnd zu.
Ein Blatt scheint sich den Eigensinn erkoren,
tanzt durch die Luft und gönnt sich keine Ruh.

Oktobern glüht die Welt in bunten Farben,
noch taucht der Tag uns gern in Farb und Licht,
als wollte er die Gegenwart bewahren
doch Wort halten, das kann er leider nicht.

Im Bach verrinnt der Himmel, Baum und Reigen, 
er trägt sie mit, man weiß es nicht wohin. 
So winkt der Hain mit windumwognen Zweigen 
und sieht in allem Ende den Beginn.




Lisa Nicolis

3.10.26

Blaue Welt


 


Blaue Welt



Geformt ein Gesich 
aus Wellen, 
Relief und aus goldenem Licht 
von künstlicher Hand. 
Um es zu ergründen, 
muss Wasser und Land, 
muss Tag und muss Nacht 
sich noch finden.

Die Haut glänzt, vergoldet, ein Ozeanblau, 
durchwebt leicht mit Tränen 
wie tagfrischer Tau.

Im Blick grünt 
der Sehnsucht eigene Kraft 
und jeder Gedanke 
lässt Träume entstehen, 
eine Welt 
die sich selbst erschafft, 
wo Traumgestalten 
still in den Abend gehen.

Traum und Wirklichkeit 
in der Dämm'rung verschwimmen, 
ein Bild von Ewigkeit, 
belebt von azurenen Stimmen.
 
Lisa Nicolis 

1.10.26

Sandwichmond

 



Sandwichmond



Gibt's mal Sandwichmond, 
wirst du reich belohnt, 
weil des nachts jede Farbe 
am Mond oben wohnt.

Tut er sich mal kund, 
wirst auch du schön bunt, 
für Sekunden bei Wolken, 
bei heiter- 'ne Stund.




Lisa Nicolis

30.9.26

Kopfarchiv

 




Kopfarchiv



Ein Antlitz, wie Stein, 
belebt nur 
vom metallenen Schein. 
Hinter der Maske aus Gold
ein ganzes Leben entrollt.

Im Kopf tickt die Chronik der Zeit, 
gefangen scheinbar in Ewigkeit. 
Verblasste Orte, 
Geschichten und Städte, 
verlorene Worte, 
Ruinen, Bauten, ein alter Palast 
-als trüge die Seele nur Last.

Sehnsucht, beflügelt 
ganz leise, 
geht wie ein Schmetterling 
auf die Reise. 
Ein Hauch von Leben im starren Gestein 
und der Versuch, 
trotz allem, 
doch frei zu sein. 



Lisa Nicolis

29.9.26

Der Mond ist ausgegangen




 




Der Mond ist ausgegangen


Der Mond ist ausgegangen, 
wo nur die Sternlein prangen, 
verlor sich weit im All, 
zeigte sich überall.

Er streifte Galaxien, 
konnt 'nem Quasar entfliehen, 
auch dessen schwarzem Loch. 
Da freute er sich noch.

Doch keiner wollt ihn haben, 
auch nicht mit Gottes Gnaden. 
Freut sich jetzt allemal, 
unter der Sonne Strahl.



Lisa Nicolis

28.9.26

Ruf

 


 

Ruf


Ruf mich,
wenn du mich brauchst. 
 
Brauchst du mich immer,
wenn du mich rufst? 
 
Wenn du mich nicht rufst,
brauchst du mich doch? 
 
Und wenn du mich brauchst,
warum rufst du nicht?


Lisa Nicolis

27.9.26

Seelenbrand


 


Die Stille


Oft ist die Stille Attribut von Leid, 
von aschgetränkter Glut, 
die Worte sucht und sie nicht findet, 
sich nur um Schuld und Buße windet. 

Und wenn die Stille sich verrennt 
in eine Seele, die noch brennt 
und nicht um Hilfe schreien kann, 
was dann? 


Lisa Nicolis

26.9.26

Unvollendet


 es brachte nichts
also vollbringen wir
das unvollbrachte
damit es etwas bringt

 

Lisa Nicolis 

24.9.26

 

Hortensien


Sie rosten vor sich hin, unsre Hortensien im Garten. 
Die Dolden hängen trist und braun, 
nur ein paar Blütenaugen schaun 
sich müde um und warten, 
vielleicht auf Regen, 
auf ein Wunder, 
das kurz vorüber zieht. 

 

Wie ich des nachts, wenn ich im Sterben liege
und morgens mir ein neuer Tag erblüht.
Ach, könnten sie mich fühlen,
wie ich mit ihnen leide,
weil sie sich kaum noch halten,
und weil sie Haltung wahren,
so würdevoll und still.
Und wenn ich mich verneige,
um ihnen so zu danken,
dann für die Schönheit, sommerlang,
im Spiegel meiner Augen-
ihr zartes Farbenspiel.

 

Lisa Nicolis 


22.9.26

Am Fluss


 

Am Fluss


Der Herbst sitzt schweigend neben mir, 
sein Atem streift die kahlen Bäume. 
Im Wasser fließt ein Stück von hier, 
dazwischen treiben meine Träume. 

Die Stadt steht grau am andern Rand, 
als hätte sie mich längst vergessen. 
Vielleicht hat sie mich nie gekannt, 
mich unbewusst nur kurz besessen.

Der Fluss nimmt mit, was gestern war, 
zieht unter müden Brücken weiter. 
Ein Windstoß fährt mir leicht durch's Haar, 
ums Herz wird es mir eh nicht leichter. 

Ich bin alleine und ich seh, 
wie Blätter auf dem Wasser treiben. 
Ihr Gehen keimt in mir ein Weh. 
So Vieles ging, ich muss noch bleiben.


Lisa Nicolis


September

 


 
September 
 

Dem Himmel war kalt, ist in Wolken geschlüpft, 
die Bäume nur ziehen sich aus. 
Ihr blattnacktes Fingerwerk sucht nach dem Blau. 
Man ist wieder gerne zu Haus.

Mit Mantel und Mütze da lonht noch ein Weg, 
der Park birgt doch Schätze zu Hauf. 
Es rauscht bunt wie Abschied beim Schlendern durchs Laub,
 es zieht grauer Regen bald auf.



Lisa Nicolis

21.9.26

Herbstmorgen

 


Herbstmorgen

Immer heller fall’n die Stunden 
in des Morgens kühlen Raum, 
färben birkenbleich, benebelt, 
schon den nahen Waldessaum.

Längs der Pfade flüchten Schatten 
in den blattgeschmückten See. 
Ockern welken Gräsermatten 
und es riecht nach Erdennäh. 
 
 
© Lisa Nicolis

20.9.26

Innenstadt



Innenstadt


Schon wieder denk ich mir ein Loch in meinen Kopf, 
so taucht nun diese Stadt da drinnen auf. 
Nicht irgendeine. 
Meine.

Hinter den Augen stehen all die Häuser, 
in denen längst schon niemand wohnt 
und trotzdem geht ein Licht hier abends an, 
ohne dass ich es rufe.

Es führt von Gestern eine Straße 
durch meine Wangen quer. 
Sie hat längst keinen Namen mehr, 
doch kenn ich jede Stufe.

Ich steige oft hinunter 
hin zu mir, 
vorbei an mancher Tür, 
die ich nicht öffne, 
vorbei am Fenster, 
hinter dem ich sitze, 
ganz jung und ahnungslos, 
mit beiden Händen voller Zukunft.

So seltsam, 
wie viel Vergangenheit 
in einen Menschen passt. 
Von außen sieht man nur das statische Gesicht. 
Doch innen fließt noch immer Leben.

Und irgendwo, 
ganz hinten, 
brennt ein Licht.



Lisa Nicolis



19.9.26

Ich war schon mal da


Ich war schon mal da


Ich wollte dich schon löschen,
du bunte, kleine Welt.
Was soll'n die blauen Pilze,
und dieses Märchenzelt?

Was soll ich mit den Feen,
mit Schloss und Flügelschlag?
Die Kindheit liegt so ferne,
seit manchem langen Tag.

Doch plötzlich war da etwas,
das leise in mir sprach,
als würd aus fernen Tagen
mein Kindsein wieder wach.

Ich kannte diese Orte,
den Wald, das fremde Licht,
vergaß nur alle Wege
und dacht', ich brauch sie nicht.

Vielleicht geht nichts verloren
von dem, was einmal war.
Es schläft nur unter Jahren,
ganz still und unsichtbar.

Ein Blick in all die Bilder, 
der Zauber rückt so nah. 
Heut ist mal eben gestern
und ich bin wieder da. 

 

Lisa Nicolis 

18.9.26

Splittergesichter


 

Splittergesichter 
 

Jeder hat mehr als ein Gesicht,
keines davon ist gelogen.

Eins aus dem Heute, 
eins blieb im Gestern zurück, 
ein anderes entscheidet, 
ob es morgen noch werden will.

Sie liegen übereinander wie Glas, 
durchschimmern sich selber.

Wir sind manchmal blaue Tage und 
sind goldene Stunden, 
doch niemals ein Ganzes.

Wir sind Widersprüche
aus Materie und Atem,
aus Erinnerung und Vergessen.

Sind nur Mosaik im Werden, 
Gesicht aus Licht und Schatten, 
aus Splittern, aus Stücken, 
die ihren Platz suchen.
 
Und hinter unseren Augen
dreht die Zeit ihre stillen Räder. 


Lisa Nicolis

17.9.26

Feenwelt


 
Die Fee

Es hängt noch Gold des Abends in den Bäumen,
der Mond versilbert seine Himmelsbahn.
Der Abend webt schon an den schönsten Träumen, 
das Hasten hält jetzt kurz den Atem an.

Im Schein des Mondes fahl und wie verloren ,
hebt sie sich ab vom abendfinstern Raum.
Ein Wesen, zart, aus Licht und Traum geboren,
schwebt einsam über Ranken, Ast und Baum.

Die Flügel zittern fein wie Spinnenweben.
Der Horizont brennt immer noch in Gold, 
im Wind ein kühles, leises, sanftes Beben,
als hätte er ihr grad Tribut gezollt.

Ein Schatten nur ist sie im hellen Scheine, 
inmitten von Geäst, von Welt und Nacht.
Vielleicht ist sie die Hüterin alleine,
die hält für alle treue, stille Wacht. 
 
 
Lisa Nicolis 

16.9.26

Ich

 


Ich


Bin heute immer noch die gleiche, 
die ich mit zwanzig war, 
es täuscht die Welt nur immer wieder, 
mein schon ergrautes Haar.

Schon welken herbstlich manche Blätter
von meinem Seelegrün,
doch seh ich all das bunte Treiben,
wie’n Lied an mir vorüberziehn.

Da sind die Takte voller Lachen,
doch andre klingen müd und schwer,
manch einen möcht ich noch einmal,
und manchen lieber gar nicht mehr.

Das Lied wird irgendwann verklingen.
Ich war so viele sicherlich,
doch durch die mir geschenkten Jahre
ging nur das gleiche grade Ich.

So zog mein Leben still vorüber
-ein Lied, das leis und lange klingt,
die Melodie ist gleich geblieben,
auch wenn manch Ton ein wenig hinkt.



Lisa Nicolis


15.9.26

Mit anderen Augen

 

Mit anderen Augen

 

Ein Wald wiegt sich in meinem Angesicht,
es fallen Blätter müde von den Bäumen.
Im Laub da irrt ein letztes warmes Licht,
wird das Gezweige herbstgolden mir säumen.

Ich trage Blumen gern in meinem Blick,
sie schmücken bunt die Tiefe meiner Augen.
Sie schau'n nach vorn und schauen nie zurück
und woll'n dem Herbst noch nicht so richtig glauben.

Es steigen Stufen um mich glatt empor.
Ich weiß es nicht, wohin sie mich noch führen.
Steht irgendwo ganz unsichtbar ein Tor,
wo Lichtblicke die Träume mir berühren?

Die Welt sehe ich gern durch Blumen an
-in rosa müssen sie nicht leuchten, glühen.
Vielleicht sieht man die Dinge klarer dann,
wenn in den Augen späte Gärten blühen.


Lisa Nicolis


14.9.26

Zu KIs rosafarbnen Papiergeschichte


 
Zu KIs rosafarbnen Papiergeschichte
 

Sie trägt Geschichten durch das Leben, 
die mancher Wind ihrer Erinnerung durchblättert. 
Die Wissensblüten flüstern zwischen Zeilen 
und legen Leuchten in die Augen 
und auch das Ungesagte spricht. 

Beflügelt, wie papierne Meisen, 
sind manche Träume, 
die sanfte Brisen in die Ferne tragen, 
doch keiner geht verloren. 

All das, was wird, 
wird noch Geschichten schreiben, 
die auf den Wegen aller Hoffnung, 
 auf sturmerprobten blauen Flügeln,
in jeden Morgen fliegen. 
 
 
Lisa Nicolis 

12.9.26

Zwischen meinen Wänden


Zwischen meinen Wänden



Die Wände scheinen still mit mir zu atmen, 
als würden sie die Zeit gern mit mir teilen. 
Das Licht, das durch das Fenster fällt, ist wie ein
 vorsichtiger Gast, der nichts berühren wil
 und doch alles verändert.

Die Uhr zählt nicht die Zeit, glaub ich, 
sie streut sie aus, wie Staub auf die Gedanken. 
Und manchmal sitzt die Angst mir gegenüber, 
wortlos, und legt die kühle Hand 
auf diesen Tisch hier zwischen uns.

Dann dieser Sonnenstreif, der sich auf meine
 Schulter legt, als hätt der Himmel mich 
noch nicht vergessen. 
Und in mir öffnet sich ein Weg, so still und weit, 
dass meine Schritte ihn dann nicht mehr brauchen.


Lisa Nicolis


11.9.26

In meiner Einsamkeit


 
Baum der Hoffnung 
 

Ich sitze hier, wo selbst die Zeit 
zu Stein geworden ist. 
Der Wind hat meinen Namen 
aus der Erde fortgetragen, 
mein Angesicht 
dem Tuch der Jahre überlassen. 

Unter den Füßen 
wurzelt das Erinnern, 
verdreht sich, hält mich fest 
an einem Ort, 
der längst nicht mehr der meine ist. 

Am Horizont 
stehen die Stunden wie Ruinen 
und keine kommt wieder zurück. 
Nur dieser Baum 
kann nichts davon begreifen, 
 treibt doch aus dürrem Holz 
sein zartes Rosa 
und lässt mir Blüten  
auf die Tage fallen.

Vielleicht 
muss ich nicht wissen, 
warum er's tut. 
Vielleicht genügt's, 
dass hier für mich 
noch Hoffnung blüht.



Lisa Nicolis


KI hat mich, mit der Freude zum Bilder erstellen, dazu gebracht,
dass mich neuerdings nur diese Bilder inspirieren ein Gedicht
zu schreiben. Ich müsste mich beherrschen, Bilder zu generieren,
denn abhängig von KI zu werden, ist kein gutes Gefühl. Es ist 
fast wie Verrat an das Leben.