.

4.6.26

Rohbau



Rohbau

Die Kindheit, ein Fundament aus Legosteinen.
Darauf wachsen Wünsche zu Wänden.
Hoffnung baut Fenster,
Zuversicht hält die Türen auf,
und der Wille tritt über jede Schwelle.
Durch offene Türen geht er hinaus
und kommt verändert zurück.
An hellen Tagen trägt dich das Fernweh
weit über den Horizont hinaus.
Sammelst deine Bausteine.
Du baust und veränderst,
fügst an, reißt ein,
beginnst von vorn.
Das Gerüst bleibt stehen.
Alles, 
was noch werden darf.


Lisa Nicolis


2.6.26

Schmetterlingseffekt



Schmetterlingseffekt

Der Flügelschlag eines Wortes,
nicht größer als eine fallende Feder,
nicht lauter als das Rascheln
einer Saite im Wind,
ein kurzer Schatten
zwischen zwei Atemzügen.
Und doch trägt es manchmal
das Gewicht von Kontinenten.

Es verlässt einen Mund,
wie ein Schmetterling sein Blatt verlässt,
ahnungslos über die Stürme,
die seine Flügel zeichnen werden.

Der eine meint Wärme,
der andere hört Eis.
Der eine schenkt Vertrauen,
der andere versteht Verrat.
Zwischen Gesagtem und Gehörtem
liegt kein Ozean,
kein Gebirge,
kein Krieg.
Nur ein winziger Irrtum.

Eine falsche Betonung,
ein Gedanke zu viel,
eine Frage zu wenig,
das Wort fliegt weiter
setzt sich auf die Schulter eines Freundes,
der daraufhin zum Fremden wird.

Das kleine Wort wird weiter
nach seinem ursprünglichen Sinn suchen.
Vergeblich.
Denn längst war es
größer geworden als sein Sprecher,
größer als sein Hörer,
größer als die Wahrheit selbst.


Lisa Nicolis




Das Bild stammt noch aus der Zeit, als ich die Bilder selbst
zusammengebastelt hatte und es noch keine KI gab.

1.6.26

Diese Nacht!






        Diese Nacht

        Diese Nacht war nicht gut, diese Nacht war zu lang
        und sie schreckte mich aus allen Träumen, aus dem 
        flüchtigen Weilen in Räumen mit Ängsten und Todesnäh, 
        steckte mir in den Gebeinen und die Glieder taten mir weh.
        In allen Zellen wütete sie, sie peitschte mir hoch wüste Fantasie.
        Gequält schenkte ich ihr den Schlaf.
        Und wie es dann immer kommen muss, der Morgen weckte  sie 
        mit einem Kuss aus dem Sinnenrausch, aus dem Wellenschlag, 
        aus dem Alp aller bösen Träume.
        Nun wünsch ich mir einen guten Tag.


        Lisa Nicolis


 

31.5.26

Blickwinkel

 





        Blickwinkel

        Manch einer kaut an dem nüchternen Knochen des Schicksals 
        ein Leben lang und hält sein Gesicht allen andren, die nichts mit 
        dem kargen Geschick seiner Tage verbindet, verbittert entgegen.
        Als hätten die, noch vor ihm, seine Felder der Hoffnungen 
        allesamt kahl gefressen.

        Bei andren verklärt die Erinnerung sich am vergangenen Sein 
        und die Zeit formt daraus sich Juwelen.
        Das Leben schenkt uns die gleichen Stunden, doch der eine 
        findet den Knochen darin, der andre die Sterne.


         Lisa Nicolis

Aus meiner Sicht


Aus meiner Sicht

Ich ging behutsam durch die Zeit,
darauf bedacht, keinen zu kränken,
wog meine Worte, Schritt für Schritt,
ohne an eignes Wohl zu denken.

Ich glaubte, Sorgfalt sei genug,
um niemandem den Schmerz zu geben
und achtete auf jedes Wort,
das fiel am Weg durch dieses Leben.

Doch Fehler tragen selten Schilder,
sie kommen leise, unbenannt.
Manch Wunde, die ein Wort geschlagen,
hat nicht einmal mein Herz erkannt.

So traf mich nun aus heit'rem Himmel
ein Vorwurf, schwer wie kalter Stein:
ich sei so unachtsam gewesen.
Wie kann das sein, wie kann das sein?

Ich suchte lange nach der Stelle,
an der mein Weg den andern schnitt,
doch manches Leid entsteht im Schatten,
den man nicht sieht und den's doch gibt.

Nicht Bosheit war es, nicht Verachten,
nicht Gleichmut gegenüber Leid.
Nur menschlich war ich, voller Irrtum
-erkennt man leider nur zu zweit.


Lisa Nicolis

30.5.26

Wenn Augen Türen schließen




Wenn Augen Türen schließen

Ich folge gern der Wolken Spur,
die lautlos durch die Lüfte gleitet,
mal weich wie Watte, strahlend hell,
mal trüb, vom Wind im Flug begleitet.
Und manche hängen voll und schwer,
als hätten sie den Regen weit getragen

Dann ist es schwer, an solchen Tagen,
wenn deine Seele voller Worte ist,
wenn die Gedanken kommen, 
Bilder entstehen, die Lust zu schreiben 
noch immer brennt, du voller Freude bist.

Doch deine Augen sind müde, so müde,
dass selbst die Gedanken dir schmerzen,    
und sie verweigern, das alles zu tragen,
was du zu tun denkst ganz tief im Herzen.

Mein Geist zieht durch weite Welten,
findet stets Worte, Zeilen, Reime.
Doch meine Augen schließen die Türen,
bevor diese je das Papier erreichen.
So bleiben Sätze ungeschrieben,
bleibt manch Gedicht im Dunkeln liegen
weil aller Weg dorthin zu mühsam ist.


Lisa Nicolis

29.5.26

Leihgabe


Leihgabe

Abends treten sie leise
aus den Schatten der Erinnerung,
und ihre Stimmen sind wie ferne Glocken
über einem stillen Garten.

Alles ist nicht mehr,
 was ihnen eh nicht gehörte.
Sie sitzen an meinem Bett
mit den Augen vergangener Jahre,
lachen und weinen ihr verlorenes Leben
hinein in meinen Traum.

Oft wandern wir gemeinsam
durch die Räume der Zeit,
durch Sommer, die längst verweht sind,
durch Worte, die noch immer in mir weilen.

Und manchmal glaube ich,
der Wind haucht ihre Namen
durch die Baumkronen im Morgenlicht
so wissend die ihre Zweige neigen.

Wenn mich der Tag  dann wieder findet,
bleibt nur das leise Pochen des Herzens,
das mich daran erinnert, dass wir niemals 
besitzen, was uns zu gehören scheint.

Denn auch das Leben
ist nur eine Weile
in unsere Hände gelegt.



Lis Nicolis


25.5.26

Abendstunden am See

Abendstunden am See


Der Tag lässt sein Gold in den See verrinnen
und kühlt in der Tiefe die Wunden.
Die Wellen ihm leis noch zum Abschied singen
und trinken die letzten Stunden.

Der Himmel schon neigt sich in warmen Farben
und ruht auf den spiegelnden Gründen.
Als wollte die Sonne ihr letztes Umarmen
dem schweigenden Wasser verkünden.

Noch trägt die Ferne den Rest des Lichtes,
ein Feuer aus roten Sekunden.
Die Wolken tragen das Wort des Gedichtes
wie Kränze zu stillen Stunden.


Lisa Nicolis

24.5.26

Im betreuten Wohnen



 Im betreuten Wohnen

Der Wind hat nur leicht noch im Ahorn geblättert 
und trägt dann das Rauschen zum Fenster herein. 
Im Hof, ganz allein, sitzt du still auf der Bank, 
wie von allen vergessen.

Der Weißdorn in diesem Jahr ist verblüht, 
seine Blüten schwirr'n wirr durch die Luft, 
setzen müde sich dir in das eisgraue Haar. 
Im Hof ringsum  -Fliederduft.

Früher, als alles noch anders war, 
hatten wir zwei kein gleiches Geschick. 
Jetzt sitzt, immerzu ohne Sang und Klang,
im Zimmer bei mir das Elend bereit, 
wie im Hof bei dir, auf der hellblauen Bank.

Und ein Pfingstfest ist überall heut.
Doch ich träume dahin, wie ein bockiges Kind, 
von dem Leben, das einst mich voll Stimmen erftreut' , 
während dir heut der Wind dein Erinnern, ganz lind, 
in die Streublumenwiese streut.

Lisa Nicolis

21.5.26

Ich muss mich neu erfinden

 

Ich muss mich neu erfinden

Ich war dir Nacht, du warst in mir geborgen.
Ich war dir Tag, in den du wiederkehrtest.
Ich war dir Licht an jedem neuen Morgen,
an dem du mich mit Treueblick beschertest.

Ich war dir Wind in deinen straffen Segeln,
und war dem Boot zu deinem Hafen Strömung.
Ich war das Maß für ungeschrieb‘ne Regeln,
für trübe Stunden Brücke zur Versöhnung.

Ich muss mich neu erfinden, neu gestalten.
Ich bin nicht Gott, ich kann dich nicht mehr tragen.
Dein Veilchenblick wird mich jetzt nicht mehr halten...
Ich werd die Flucht aus deinem Gleichmut wagen.


© Lisa Nicolici


Ich möchte


 
Ich möchte
aus meinem Ich hinaus
in den Frühling schreiten,
mir pflücken den Duft
seiner Weiten,
in meine Seelenschale
die Farben legen,
sie zu neuem Bild beleben.
Unter dem Flügelschlag
bunter Libellen
ließ ich in seichten Wellen
Halme sich wiegen
und würde dann
lautlos darunter liegen.
Wie ein sorgloser Quell
möcht ich
den Frühling durchfließen
-wenn diese Wände mich ließen.


© Lisa Nicolis

20.5.26

Quelle



 
Quelle

Es glitzert
ein verlor’ner Himmel
sonnensilbern
in deinem klaren Kräuseln.
Mich dürstet es
nach monotonem
Plätschern,
nach feuchterdiger Frische.

Die Lauterkeit werd ich
dir trüben,
dich schöpfen
und trinken werde ich
den Wald,
der sich in deinem
Spiegel wiegt.

© Lisa Nicolis




in meinem kopf



in meinem kopf

in meinen ohren rauscht der wind
es sprießen bäume 
in meinem kopf
 es wurzeln wälder 

gedanken rauschen 
wie steile bäche
ins leere

zwischen den wänden 
und der decke
werden die blicke
weite wege
 so ausweglos
und doch so nah
 zu wunderbunten horizonten

aus meinem schleudersitz der fantasie
fall ich am rande dieser welt
in einen wolkenbett
um so das rund
aus den quadratisch steifen engen
zu ent... decken.


Lisa Nicolis




Meeresrauschen


 
Meeresrauschen

Ich kenne
dieses ruhelose Flackern
in deinen dunklen Augen
-ein Meer,
das schäumend sich
auf stille Klippen wirft.
Mit langen Wellen, wild,
aus irgendeinem seichten Grund,
nach hohlen Muscheln greift,
auch wenn in seinen Tiefen
sich schwarze Perlen runden.

Und bin ich deiner Unrast
graue Klippe nur
und loser Sand,
der unter deinen kalten Wogen treibt,
so bin ich dir
auch stiller, warmer Strand,
der dich vom Überlaufen hält,
bis du in deinen Tiefen ruhst
und ich in dir
mich widerspiegeln werde.


© Lisa Nicolis


19.5.26

Zitronella



Ich bin einfach zu schön,
um sauer drein zu seh'n,
das Saure bleibt nur steh'n,
um süßer auszuseh'n.

Das Versteck


Manchmal birgt ein Gitter die Einsamkeit,
die das Suchende zu finden erwartet.
Manchmal versteckt sie sich auch
hinter dem Tor,
als wäre gefunden werden gefährlicher,
als verloren sein.


Lisa Nicolis

18.5.26

Im Wolkenland



Im Wolkenland

Im Wolkenland da tragen Bäume Wolken.
Auf einem Ast da würd ich gerne sitzen,
dem watteweichen Treiben um mich folgen
und zuseh'n, wie die Wolken alle blitzen.

Im Wolkenland sind Blitze zwar behende ,
doch sind sie nur ein wundervolles Scheinen,
da fühlt man sich in Gottes lieben Hände,
wenn zwei der rosa Wolken sich vereinen.

Das Donnern ist ein harmloses Geraune,
man knüpft damit nur himmlisch schöne Bande.
Hier bricht man nie 'ne Feindschaft so vom Zaune,
man lebt ja schließlich still im Wolkenlande.


Lisa Nicolis

17.5.26

Das blaue Bild




Bild in Blau

In schon ganz  leicht dämmernder Stunde
tanzt sie noch froh durch's Blüh'n eine Runde,
ihr Kleid, ein Traum, ein Kunstwerk in blau,
trägt Spitzen und Rüschen hier zur Schau.

Es schimmert das Bild, so mild wie Seide.
Wolkenfrei, verwobner Glanz im Kleide
des Himmels, zauberhaft und weich,
als wäre es ihr traumhaft Reich.

Fließend die Farben leicht verwehen,
die Schönheit bleibt tanzend bestehen,
ein Zauber aus Spitze und aus Licht,
den selbst die Zeit nicht mehr zerbricht.


Lisa Nicolis

Gedichte zu Bildern zu schreiben ist schon eine knifflige Sache.

16.5.26

Das Tor zum Licht


Aufrecht, erlöst
dem Ziel eines Weges
in Demut entgegen,
um zu der Ewigkeit finden,
und du zögerst auch nicht..
Bald,
hinter himmlischen Rätseln
und Wolkendickicht,
ewige Heimat finden.
Nach einer Reise
durch dieses Leben,
mit dir selbst im Einklang
-durch das Tor in das Licht.


Lisa Nicolis


15.5.26

Blau- gold



Blau- gold

Zwischen Blau und Gold
trägt sie das Schweigen
wie einen verborgenen Schmuck.
Das Licht berührt ihr Haar,
nicht die Schatten darunter.
Die Farben sprechen lauter
als ihre Augen.


Lisa Nicolis

14.5.26

Mein ist Moment



Mein ist Moment

Wie ein verwundetes Tier
hängt die Sehnsucht nach Ferne
am Nagel des Seins
und die Wände trinken mich auf.
Meine Träume
stoßen die Flügel sich wund
an dem Raumfirmament
und sie fallen zu Hauf
in das Herz mir zurück,
ungeträumt.
Könnt ich dann,
durch 'nen Riss in der Wand,
einen Pfad in die Freiheit noch finden,
trüge ich, lange aufgestaut,
all die verborgenen Tränen wohl mit
unter der Haut.


Lisa Nicolis


 

9.5.26

Das späte Gedicht zum Frühling



Das späte Gedicht zum Frühling

Bald wird die Sonne wieder
der Veilchen Bläue weiden
und Hoffnung steht in voller Blüte da.
Ein jeder Tag dem nächsten
wird bunte Düfte neiden,
der Nächste rückt dem Frühling
doch wundersam so nah.

Der Lenz mit weichen Pinseln
wird Lebensfarben malen
in jedes wintermüde und fahle Angesicht
und alle Lebensräume
mit Himmelslicht bestrahlen,
das aus den Götterfernen
mit Wärme zu uns bricht.

Noch liegt des Winters Schatten
wie’n Lid, auf Augentiefe,
drin ruht ein See voll Liebe
und ruht in voller Glut.
Mir ist, als wenn Dornröschen
in unsren Seelen schliefe,
Prinz Frühling schenkt ihr bald schon
aufs Neu den Lebensmut.


© Lisa Nicolis

5.5.26

Dämmerung in Moll

 

Dämmerung in Moll

Wie Tränensäcke
hängt Gewölke über der Stadt.
Wohlig und mild
nährt das Grau ringsum die Luft
und ist satt
von Mystik getränkt.
Nur Hundegekläff
stört die Stille kurz,
hüpft vom Pflaster hell
und verklingt 
in der Straße
wie'n leiser Seufzer im Wind.

Aus Glas scheint 
die Welt mir zu sein,
das Farb nicht verträgt,
 keinen Duft,
und selbst nicht des Mondes 
nebligen Schein.
Wirkt immerhin,
schleiern, pastell,
ein Bild von dem Jetzt
zu sein
zum  Ende des Tages hin.


Lisa Nicolis

1.5.26

Aus- gedacht


Ausgedacht

So lass nun endlich die Gedanken,
dreh dich nicht immer um sie rum.
Sie satt zu nähren, zu betanken,
ist einfach unnötig und dumm.

Schaue dem Regen in die Augen,
lass deinen Schirm im Hausflur stehn.
Du darfst im Strömen 's dir erlauben,
deinen Gedanken zu entgeh'n.

Nach jedem Tropfen wirst du spüren,
wie du gedankenfreier wirst
und deinen Körper neu erfühlen,
wenn du dich selbst in Freiheit führst.

© Lisa Nicolis

Nein, natürlich passt Gedicht und Bild nicht immer zueinander.
Passendes zu finden, ist zu beschwerlich. Also, ist es, wie es ist:
Beschäftigungstherapie mit &-Produktion der KI mit Bildern.

28.4.26

Der Raum



Der Raum

Ein ferner Vogel, wie ein leises Rauschen,
durchfliegt alle Gedanken hier und jetzt,
und plötzlich ist der Himmel nicht mehr draußen,
mein Raum ist von den Himmeln voll besetzt.

Er ist nicht diese Enge meiner Wände,
er ist in meinem Inn'ren und ganz weit.
Er braucht auch keine Tür, er ist am Ende
'ne Linse nur, drin spiegelt Sein und Zeit.


Lisa Nicolis

26.4.26

Beinbruch


 
Beinbruch

Der Stuhl war unterm Tisch gekrochen,
da hat er sich ein Bein gebrochen.
Er jammerte ganz leis: „Oh nein,
ich wollte dir nur nahe sein!“

Er ächzte schwer „Auwei, ai, ai,
mein schönes Bein, das ist entzwei“
Da rollte schon ein Teppich ran
und bot sich als Verband gleich an.

Die Lampe lachte schrill im Takt,
hat fast vor Lachen „klack“ gemacht.
Die Uhr, die rief: „Was für ein Glück,
die Zeit blieb lustig steh'n ein Stück!“

Am Ende stand der Stuhl schief da,
doch alle fanden’s wunderbar.
Denn selbst mit Beinbruch, dran ein Knoten,
hat er 'ne lust'ge Show geboten. ?


Lisa Nicolis

25.4.26

Frühlingsmorgen





Frühlingsmorgen


Die Welt erwacht aus dunkler Kluft
im leisen Schein vom jungen Licht.
Ein duft'ger Hauch liegt in der Luft,
es strahlt des Frühlings Angesicht .

In sanfter, schlichter, sonn'ger Pracht.
grünen die Wiesen wieder heut.
Die Frühlingszeit ist neu erwacht,
wie froh sie uns ihr Lächeln zeigt.

Die Bäume steh'n, bienenumschwirrt
in weißem, rosigem Gewand,
als hätten Wolken sich verirrt
in dem Geäst von Rand zu Rand.

Der Himmel spiegelt sich so blau
im See, so ruhig, fast wie Glas,
die Stille glänzt im Morgentau,
ein lauen Wind krault durch das Gras.

Ein Vogel piepst sein Lied durchs Grün,
so leicht, als trüg es Hoffnung weit,
In all den Farben, die jetzt blüh'n,
verliert sich still die Ewigkeit.


Lisa Nicolis

23.4.26

Über Gott und die Welt


 Im Gespräch


Komm und setz dich her zu mir,
sag mir einfach, wie 's dir geht.
Schlägt die Zeit im Takt in dir,
läuft sie vor, ist sie zu spät?

Und, verwaltest du sie klug,
oder ist es dir egal
und sie ist dir eh genug?
Hiltest du sie still auch mal?

Ach, ich weiß doch, so und so
ist es niemals richtig gut.
Meist macht dich ein Pläuschchen froh
und verspricht dir etwas Mut.


Lisa Nicolis


22.4.26

Mir schwant etwas



Am See

Am trauten Ort im Abendlicht,
verwischt des müden Tags Gesicht.
zeigt sich pastelln ein See ganz sacht,
als hätte ihn ein Traum erdacht.

Ein Schwan am Ufer, stolz und weiß,
schlenkert die Flügel federleis’,
während er still dem Wind erzählt,
wie viel die späte Stunde zählt.

Und über allem ruht die Zeit
wie ein Gemälde, still und weit.


Lisa Nicolis

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Meinem Enkelkind


Paar Sonnenscherben brechen durch das Laub,
ihr Glitzern huscht dir warm übers Gesicht,
aus deinen Augen funkelt blau ein Licht.
Die Luft ist voller duft'gen Blütenstaub.

Aus welchen Wundern formte sich dein Sein?
Und welche strahlen mir so warm ums Herz,
legen wie Balsam sich auf jeden Schmerz
und hellen mich wie eitler Sonnenschein.

Sei es im ganzen Land ein Frühling heute nur,
was soll's? Er lebt doch immerzu in mir.
Und das verdanke ich alleine dir
und deiner frühlingssonnigen Natur.


@Lisa Nicolis

21.4.26

Aprilregen/ Frühlingstag


Aprilregen

Ich hör durchs offne Fenster leises Rauschen
und hör den Wind, der frische Kühle bringt
und weiß, dass diese Nacht sich wird berauschen,
während die Welt schon alle Wolken trinkt.

Sie wird, gestärkt, uns wieder Wunder bringen,
denn dieser Trunk erquickt uns die Natur.
Sie wird den Garten uns bemalen und besingen
mit einem Frühling wunderbunt und pur.

Lisa Nicolis

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Frühlingstag

Lämmerwolken grasen Blau,
Frühling sitzt schon in den Bäumen
und der Erde müdes Grau
hellt unter den Blumenträumen.

Über Pfade tanzt der Wind,
greift der Blüten zarten Schauer,
trägt sie duftgeladen lind
weit über die Gartenmauer.


© Lisa Nicolis


Ich schau den Bäumen zu




Ich schau den Bäumen zu


Wie viele Stufen steigt der Saft
hinauf zur Krone und erschafft
bald ein Gefühl von Stolz und Kraft?


Was alles werkelt in dem Stamm,
bis alles Blattwerk prangt daran
und jeder Baum steht seinen Mann?


Sie ist ein Wunder, die Natur,
'ne Zauberin, grandios und pur.
am Berg, im Tal, im Wald und Flur.


Es formt im Stillen sich das Grün,
Farben entknittern sich zum Blüh'n.
's wird Frühling! Und wir feiern ihn!




@Lisa Nicolis

Der einsame Schwan

 


Der einsame Schwan


Bin jetzt ein Schwan, der's Fliegen längst vergaß,
auch nicht mehr zieht die wohlbekannten Bahnen,
der sich vom Wind nur treiben lässt, und das,
ohne sein nächstes Ankommen zu ahnen.

Mein Nass war einst zum Schwanensee erkoren,
wir riefen freudig uns die Grüße zu.
Jetzt gleit ich einsam hier und leicht verloren,
es überschwemmt mich nur die unendliche Ruh.

Wenn morgens Sonne bahnt sich an zu fließen
über die Oberfläche meines Lebensraums,
werden die Lebensgeister sich ganz still ergießen
vielleicht in letzten Wellen eines Traums.

@Lisa Nicolis

Ein Hauch von Grün




Ein Hauch von Grün


Setz dich auf eine Bank in deinen Garten
und richte deinen Blick nach oben hin.
Du musst auf einen Zauber gar nicht warten,
dein Blick ist in dem Wunder mittendrin.

Es liegt ein grüner Hauch schon in den Bäumen,
der Frühling werkelt an dem duft'gen Kleid.
Er wird es sicherlich auch nicht versäumen,
uns Anteil lassen an der Herrlichkeit.

Lisa Nicolis

20.4.26

frühling


 
frühling

zwischen
 bäume wie mai
streut der Wind
sonnige scherben

fliederduftend
werfen schatten
dunkle rätsel
über den weg

 kirschen
blühen sich weiß
in ihr rötliches rund 


Lisa Nicolis

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Frühlingsmorgen

Mit goldenen Füßen steigt der Tag
am Horizont den Himmel hoch,
umarmt das Leben,
-Brückenschlag
zu Licht und Farbe noch und noch.

Der Morgen glüht im weiten Blau,
so klar, so frisch, so unberührt,
und jedes Wölkchen, weich und grau,
wird hell vom Licht, das zu ihr führt.

Und über allem schwebt so sacht
des Himmels endlos weites Band.
Das Sein sich still aufs neu entfacht,
ruht sicher in des Morgens Hand.


Lisa Nicolis

24.1.26

Traumgängerin

 



Irgendwann brach die Nacht entzwei,
Wege zum Träumen wurden frei,
flossen wie Wellen mit einher,
wurden zu Weiten und zu Meer.

Ich wurde auch zu Welle, Gischt,
in der des Mondes Schein zerzischt.
Mit Silberstaub das Himmelszelt
mein Wogenrauschen mir erhellt.

Ich wurde brausend Nebel, Schaum,
Traumgängerin, ein Hauch von Traum.
Ich wurde eins mit meiner Nacht.
Bin morgens leider aufgewacht.


© Lisa Nicolis

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Das Fünkchen Hoffnung


Im Schatten meiner Zweifel ziehen
Gedanken leis durch mein Gemüt,
mit Ängsten, die wie Herbst verblühen,
wenn Hoffnung leicht vorüberzieht.

Sie malt die Seele mir viel bunter,
sie gibt mir Mut und klare Sicht
und tief im Herzen keimt mitunter
ein kleines, unbeirrtes Licht.

Die Angst mag bleiben, darf mich lehren,
doch sie bestimmt nicht, wer ich bin
-ein bisschen Mut wird immer währen,
der sagt: „Mach weiter. Es hat Sinn.“

Und irgendwo, in all dem Ringen,
liegt Freude auch, wie 'n warmer Schein,
mein Lächeln wächst trotz dunkler Stimmen
und sagt: "Der Tag wird heut ein guter sein" .


Lisa Nicolis


23.1.26

Dies Jahr die Krähen

 




           Diesjährig sind                 all meine Krähen 
      so stumm. Sie fliegen herum,       sie stürzen sich vor meinem 
Fenster im Flug, in Scharen, vorbei. Kein Ton und kein Schrei! Das so traute Krah,
  ist nun nicht mehr zu hören, als wollten sie niemanden stören, als hätte 
sich  Furcht in ihr Gleiten gestaut, als wollten
    sie sagen:
   Ihr seid uns 
   zu laut
  !!
 !
 






@Lisa Nicolis

22.1.26

Was ist nah und was isr fern?




Milliarden Sachen weit im All
seh ich das fremde Licht
von einem weit entfernten Stern,
doch wie viel Uhr es allemal
gerade ist, das weiß ich nicht.
Die Wanduhr, einen Meter nah, 
ist viel zu fern.

Ich glaub, da wär es logisch,
sich richtig anzustrengen,
die Wanduhr auf 'nen Nagel
an der Venus aufzuhängen.

Das Pro und Contra
könnt ihr Lieben euch ersparen.
Mir fehlt, um rauf zu kommen, eh
der adäquate Karren.



@Lisa Nicolis

21.1.26

Surrealismus, Schönheit, Mechanik, Kunstrichtungen- den Rest macht KI


Alles, was mich bis jetzt nicht umgebracht hat, 
hat mich reifen lassen. 
Was mich umbringen wird, 
wird mich dann nicht mehr stören. 
Wie mich, inmitten der Ewigkeit, 
weder der Urknall, 
noch der 30-jährige Krieg 
gestört hatten 
und auch der Weltuntergang 
es nicht wird.


Lisa Nicolis

20.1.26

Lady in Red


Die Worte,
die du jetzt liest,
kehren nie mehr
zu mir zurück,
hängen
an deinem Blick,
durchziehen
kurz deine Seele.

Dann werden
uns neue
Ereignisse geboren
und meine Worte
gehen dir
und auch mir
verloren.


© Lisa Nicolis