Die Kette
Durch meine Vorfahren hab ich das Leben erreicht.
Ströme der (Un-) Menschlichkeit, die mich durchfließen, tragen
das Gen der Vergangenheit und der Kreis wird sich so
niemals schließen. Mein Sein -ein Echo aus ferner Zeit,
ein Hauch in der Vergänglichkeit.
Ihre Geschichten kreisen leis mir im Geist.
In meiner Zelle ruht die Essenz, die millionen
Jahre schon reist, durch Herz und Blut,
Geschichten von Eis und von Glut. Geschichten
von Leben, von Kampf und vom Wandel der Zeit,
von Schmerz, von Liebe und
Leid, von Gefahren und von Beständigkeit.
So weben sich Fäden aus aller Zeit um mich und in mir,
in Frieden und Streit, noch im Heut. Bin ein Teil eines
ew' gen Geflechts und Verwebens. Millionen von Ahnen bestimmen
auch jetzt noch ein Teil meines Lebens.
Lisa Nicolis

