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30.6.26

Die Sanduhr



Die Sanduhr

Sie steht im Kreis aus Gold und Schweigen, 
wo dunkle Zweige still sich neigen, 
wo ferne Türme, mondbeschienen, 
wie alte, stille Wunder dienen.

Ein Vogel sitzt im Abendschimmer 
und singt sein Lied ins Herz, wie immer. 
Es klingt, als wüsst' er um die Stunden, 
die kamen, gingen, sind verschwunden. 

Sanft hält sie hier die Wundergabe, 
die Sanduhr aller Sonnentage. 
Der feine Sand rinnt still die Bahnen, 
als könnt er auch die Wolken ahnen.

Doch in den Augen ruht kein Klagen, 
nur jenes stille Weitertragen, 
das Menschen lernen mit den Jahren, 
Erinnerungen zu bewahren.



Lisa Nicolis