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30.6.26

Die Sanduhr



Die Sanduhr

Sie steht im Kreis aus Gold und Schweigen, 
wo dunkle Zweige still sich neigen, 
wo ferne Türme, mondbeschienen, 
wie alte, stille Wunder dienen.

Ein Vogel sitzt im Abendschimmer 
und singt sein Lied ins Herz, wie immer. 
Es klingt, als wüsst' er um die Stunden, 
die kamen, gingen, sind verschwunden. 

Sanft hält sie hier die Wundergabe, 
die Sanduhr aller Sonnentage. 
Der feine Sand rinnt still die Bahnen, 
als könnt er auch die Wolken ahnen.

Doch in den Augen ruht kein Klagen, 
nur jenes stille Weitertragen, 
das Menschen lernen mit den Jahren, 
Erinnerungen zu bewahren.



Lisa Nicolis



29.6.26

Brücke


Brücke


Als Brücke hab ich mich empfunden, 
war zwischen Ufern die Verbindung, 
war Weg für euch in manchen Stunden, 
zu einem Ort der Wiederfindung. 

Nun habt ihr euch im Streit verfangen, 
über die Brücke führt kein Wille. 
Mein Herz ist auch zu Bruch gegangen, 
sein Bersten bricht mir meine Stille.



Lisa Nicolis

Das Gesicht der Mutter Erde


 

Die Gesichter der Mutter Erde


Der Erde Antlitz ist so bunt, 
von Sonne, Sturm und Mond erhellt. 
Sie tut damit in Liebe kund 
ihr altes Herz der weiten Welt.

'ne Ferne wächst aus jedem Blick, 
aus jeder Ferne wächst ein Traum, 
und Mutter Erde webt, zum Glück, 
den Traum zu grenzenlosen Raum.

Die Erde trägt so manches Kleid, 
aus Fels, aus Meer, aus Ewigkeit. 
Und jedes Antlitz, still und sacht, 
erzählt, was uns zu Menschen macht.


Lisa Nicolis

28.6.26

Für Wetty

 

Für Wetty


Zwei Mädchen ziehn durch Sommerwiesen, 
vom Abendgold so weich berührt 
und jedes Lachen, das sie teilen, 
wird still im Herzen fortgeführt. 

Es war, als hätte sich im Gehen 
der Sommer in uns eingeneigt, 
als wollten Wiesen, Wind und Seen 
uns sagen, was die Zeit verschweigt. 

Wir liefen lachend durch die Stunden, 
so leicht, als trüge uns das Licht, 
doch jede Freude, tief empfunden, 
vergaß auch ihre Schatten nicht. 


So saßen wir am stillen Weiher, 
es rieselte das Gold in ihn 
und über uns zog, leis und freier, 
ein Vogel hoch am Baldachin. 


Lisa Nicolis


Zu meinen Bildern (Wir waren keine Prinzessinnen, wenn wir es aber so empfanden...)



Zu meinen Gedichten 
in Erinnerung an meine beste Freundin 

Ich wollte manches Schloss errichten, 
aus Worten, glänzend, kühn und weit. 
Doch meine Hände bauten Hütten – 
voll Wärme und Vergangenheit.

Und manchmal, wenn der Abend dämmert, 
seh ich im milden Fensterschein: 
Die kleine Hütte meiner Seele 
muss eben das Zuhause sein.


Lisa Nicolis

25.6.26

Schäferstündchen




Schäferstündchen


Im Wiesengrund, wo stille Stunden wohnen, 
und Gold sich in den Abendwolken fängt, 
tanzt noch ein Lachen zwischen Blütenkronen, 
das wie ein alter Traum im Winde hängt.

Ein Schäfer sitzt und lässt die Flöte klingen, 
als spräche sie mit Baum und Wolkenrand, 
während die Schäfchen sich zur Ruhe bringen 
und Frieden weidet über Feld und Land.



Lisa Nicolis


Bilder Art Nouveau

 

 
 
Die Stille



Diese Stille, die wie Seidentand aus Wolken hängt, 
diese Stille, in die sich kaum ein Wort verfängt 
und die wie feinster Regen in die Seele dringt, 
auf leichten Schwingen dich in meine Arme bringt.


Lisa Nicolis

Landschaften


Goldenes Land 

Im Abendlicht, so weich und weit, 
verliert die Welt 's Gefühl von Zeit. 
Verträumt das Land, im letzten Schein 
scheint leicht in Gold gehüllt zu sein. 

Die Felder ruhen, satt und schwer, 
keiner verlangt nach Arbeit mehr.. 
So möchte man nur schweigend stehn, 
die Schönheit dieser Stunde sehn.



Lisa Nicolis


22.6.26

Gedankenblitze


Gedankenblitze


1.Ich muss mich in meinem Gedicht zu Hause fühlen.
Es ist wie eine zweite Haut, die nicht jedem gefallen
kann, wie es meine eigentliche Haut auch nicht kann.

2.Wer meine Gedichte nur liest, um sich über die Fehler
darin zu ärgern, der mag das weiterhin tun, ist mir doch
egal. Oder auch nicht, aber jedem das, was er verdient.

3.Wer meine Gedichte ständig nach Versmaßen und
anderem lyrischen Diktat auskundschaftet, den empfinde
ich wie einen Mitmenschen, der zuerst meine Laborwerte
durchsieht, um mich einschätzen zu können. Mein Blut
fließt aber nicht nur durch Kanülen.

4.Wenn ich wie Paul Celan dichten könnte, würde mich
der andere Teil der Menschen nicht lesen.

5.Jetzt der Irrgarten meiner Gedanken:
Zu dem einen sagen die einen, es ist Kitsch, zu dem
anderen sagen sie, das ist genial. Die anderen halten
das andere für Blödsinn und den einen für toll. Der
andere vom dem einen scheint nie richtig zu liegen. Und
wer ist berechtigt, zu entscheiden, wer wie sein Bett macht?

6. Buche ich eine Marsfähre, oder baue ich mir eine Hütte
im Wald? Würde ich gerne alle die fragen, die das Leben
schon hinter sich haben.
Ach ich weiß! Sie würden sagen: zieh nach Dubai. Dort
kann auch mancher die Wüste vor lauter Sand nicht mehr
sehen, doch wenigstens von der 148. aus dem Burj Khalifa.
Aber schwitzen kannst du auch in Berlin. Also, Wald wäre die Option.


Lisa Nicolis
( die jetzt froh ist, keine Followerfunktion zu haben 😁)


21.6.26

Das alte Haus


Das alte Haus


Als säh ich mich hier in 'nem Spiegel, 
ich altes Haus mit verschlossenen Türen, 
mit Wunden, und mit den Schlieren, 
und mit verschwommenen Blick 
nach vorne und nach zurück.

Mir liegt all mein Fühlen verwurzelt zu Füßen 
und lässt bunte Träume in mir weiter sprießen, 
dass sie sich in Vers und in Bild frei ergießen, 
so wie es mir gefällt, 
 - in meiner eignen, inneren Welt.


Lisa Nicolis

Die Stille

 


Die Stille

Als hätte Stille endlich auch Gestalt
aus Wasser, Blüten, Goldfäden gewebt,
ein blauer Traum aus Nacht, aus Sternenlicht,
ein Anblick für Moment und Ewigkeit.


Lisa Nicolis

20.6.26

Die Hüterin der zwei Zimmer


Die Hüterin der zwei Zimmer


In mir wohnen zwei Welten, die sich kaum kannten.

Ich bin die Hüterin eines Hauses mit zwei Zimmern. 
Im einen wohnen die, die gegangen sind und meine Nächte 
mit warmen Erinnerungen teilen, im anderen die, die geblieben
 sind und deren Nähe mehr schmerzt, als eine Entfernung.

Beide Räume sind erfüllt von Leben, beide von Liebe. 
An die eine klopfe ich gerne an, weil sie mich liebten,
 an die andere nicht mehr, weil ich dachte, 
dass sie mich lieben. Doch sie teilen etwas, 
das mir gehört: den Schmerz.

So wandern nur die Gedanken durch all die Leere, 
die zu groß für Schritte und zu still für Stimmen ist.



Lisa Nicolis

19.6.26

Die Kette



Die Kette


Durch meine Vorfahren hab ich das Leben erreicht. 
Ströme der (Un-) Menschlichkeit, die mich durchfließen, tragen 
das Gen der Vergangenheit und der Kreis wird sich so 
niemals schließen. Mein Sein -ein Echo aus ferner Zeit, 
ein Hauch in der Vergänglichkeit.

Ihre Geschichten kreisen leis mir im Geist. 
In meiner Zelle ruht die Essenz, die millionen 
Jahre schon reist, durch Herz und Blut,
Geschichten von Eis und von Glut. Geschichten 
von Leben, von Kampf und vom Wandel der Zeit, 
von Schmerz, von Liebe und
Leid, von Gefahren und von Beständigkeit.

So weben sich Fäden aus aller Zeit um mich und in mir,
 in Frieden und Streit, noch im Heut. Bin ein Teil eines 
ew' gen Geflechts und Verwebens. Millionen von Ahnen bestimmen
auch jetzt noch ein Teil meines Lebens.



Lisa Nicolis


18.6.26

Momentaufnahme



Eine Momentaufnahme


Was alles liegt in meinem Herz begraben,
verwelkt in über dreißigtausend Tagen.
Ein Friedhof ist mein Herz und kann bekunden
den Schmerz von vielen hunderttausend Stunden.

Und suchte ich das einzig Wunderschöne,
finde ich nur die Enkeln und die Söhne.
Und sitz ich mal allein in meiner Stube
streue ich Rosen auf die Mördergrube.

Auf Garantien sollte man niemals warten,
so pflege einfach deinen Herzensgarten.
Dann wird's für trübe Stunden Rosen geben,
sie nähren sich von Dankbarkeit zu leben.



Lisa Nicolis

17.6.26

Tagesende

 

Dem sonnenmüden Tag
perlen die letzten Stunden ab
wie heiße Tränen.
Jetzt so, wie ich es mag
rein in das kühle Naß
vorbei an Fischfontänen.

© Lisa Nicolis

Die Geheinmisvolle



Die Geheimnisvolle 


Aus einer Wunde, gläsern, blaut
ein Schweigen, alt und doch vertraut.
Es scheint der Riss durch Stein und Zeit,
ein Zeichen voller Ewigkeit.

Dahinter, halb verborgen nur,
als wärs der Zeiten ferne Spur,
die Frau mit königlichem Blick,
voll Sternenstaub und altem Glück.

Es weiß wohl niemand, wer sie war,
ob Königin, Geist, Avatar.
Doch jeder, der sie einmal sieht,
nimmt ihren Blick im Herzen mit.


Lisa Nicolis


Oje! Heute ist der Text zum Bild recht schmalzig. Ich empfehle nach dem Lesen eine Bullrichsalztablette.
 

16.6.26

Gepflücktes Sein



Gepflücktes Sein


Als hätt der Tag noch diesen Strauß gepflückt,
der fiel ihm aus dem abendmüden Händen.
Die Dämmerung berührt ihn ganz entzückt,
um all die Farben in den Wind zu senden.

Mit rot betupft sie's Gold der Abendstunden,
das Blau haucht sie in alle Fernen hin,
das Weiß der Margeriten ist im Dunkeln
wie einer hellen Sehnsucht leicht getrübter Sinn.

Der Rest der Farben sickert in die Erde,
sie welken rein bis in das nächste Jahr
und werden Feld, damit es wieder werde,
wie es auf dieser schönen Welt schon immer war.



Lisa Nicolis

15.6.26

Das Heutebild


Das Heutebild


Ich will dir hier ein kleines Bildchen zeigen.
Die Farbenpracht ist ihm wohl nicht zu eigen
und es erzählt auch keine Heldensagen,
lässt sich von Schlichtheit und von Würde tragen.

Es schenk dir ein paar Steine und um jeden,
zur Freude noch, paar zarte, gold'ne Fäden,
damit kannst du die Blumen leicht verbinden.
Wenn du sie suchst, kannst du sie sicher finden.

Es zeigt 'nen großen Riss im großen Ganzen,
paar Wellen übers Nichts leichtfüßig tanzen.
Weckt, hoffe ich doch etwas Poesie
in deiner so brillanten Fantasie.


Lisa Nicolis

13.6.26

In der Puszta


In der Puszta


In die Stille eingebettet
wiegen sich die goldnen Ähren
und am Fluss, an Pfahl gekettet,
schaukeln gluckernd alte Fähren.

Kornblumen sich blau verirren
in der Halme sonn’gen Schimmer
und Libellen friedlich schwirren
durch des Mittags Lichtgeflimmer.

In der Schwüle, ganz benommen,
gähnt der Mohn in müden Flammen.
In der Ferne, leicht verschwommen,
fließen Himmel, Erd’ zusammen.

Überm Fluss dringt leises Lachen
und verliert sich in den Weiden,
die den Steg kühl überdachen,
wie im ewiglichen Leiden.

”Böser Mann! Bist du durchtrieben!
Sollst das Boot ans Ufer bringen!”
”Wenn wir uns dort feurig lieben,
könnt die Glut das Land verschlingen!”


Lis Nicolis

 


12.6.26

Träumender Junge


Träumender Junge

Aus meinem Bild fließt nun das Meer,
es gibt auch keine Wände mehr.
Die Schiffe aus Papier, ganz leicht,
segeln dorthin, wo's Träumen reicht.

Ich schaue gern dem Treiben nach,
die Welt wird weit, das Zimmer wach.
Und ist der Horizont noch fern,
die Fantasie erreicht ihn gern.

Hätte ich nicht des Träumens Kraft,
die Wunder aus dem Alltag schafft,
dann blieben meine Schiffe hier
und fänden nie den Weg zu dir.


Lisa Nicolis

 

11.6.26

Mohnblumen


Mohnblumen

Der alte Rahmen hing im Dunkeln schwer,
als trüge er sich müd ans Wunderbare,
denn hinter seinem Gold begann das Meer
des Mohns. Schon aufgelöst im Lauf der Jahre,

fließen die Blüten sanft hinaus ins Land.
Das Dasein neu gestalten ist ihr Wille,
fliessen aus diesem strengen alten Rand,
vergessend all die aufgemalte Stille.

Verlaufen sich im Gras, ins Feld hinein
und färben all die Fluren wärmer, bunter.
Das alte Bild, das hängt nun ganz allein,
so hänge ich den Rahmen wieder runter.


Lisa Nicolis


Dunkle Stunden



Dunkle Stunden


Vergangenheit hat so viel Raum,
an Zukunft will sich kein Gedanke finden,
und so kann sich mein Leben kaum
an meine Gegenwart noch binden.

Vergangenes hat sich entfernt,
die Trauer ist nur so präsent geblieben,
auch hat sich jeder Wunsch entkernt,
der Zukunft Bausubstanz zu schmieden.

Mag sein, es ist 'ne dunkle Zeit
und morgen traut das Wort ganz andren Wegen,
ich bin für Änderung bereit,
komm von der Traufe in den Regen.


Lisa Nicolis

Meine Gedichte sind oft nur an die Bilder gebunden, nur wenig ich selbst.

10.6.26

Warnungen

 


Warnungen

Gut gemeinte Warnungen sind oft
nur Vorräte für den späteren Triumph:
„Ich habe es dir gesagt!“
Man legt sie ab wie einen Beweis
für die eigene Weitsicht.
Doch jeder trägt sein Unglück
wie eine heimliche Verabredung in sich,
geht ihm entgegen,
willig. eigenwillig, freiwillig
und manchmal sogar mit offenen Augen.
Wie man einem vertrauten alten Haus entgegen geht.
Keine Warnung hält auf,
was erlebt werden will,
soll, oder muss.
Am Ende bleibt dem einen sein Recht behalten,
dem anderen seine Erfahrung.
Und nicht immer ist man gerne die, die Recht hatte.


Lisa Nicolis

9.6.26

Vom Gedichte schreiben



Vom Gedichte schreiben

Ich möchte nicht Gedichte schreiben.
Wozu? Sie werden nicht gelesen.
Geschichten schreiben kann sich lohnen
von Zauberern, von Fabelwesen,
von Krieg und von verkappten Drohnen.
Auch allemal vom heil'gen Gral
und von Vampiren.
Dann wirst du spüren, wie sich die Massen
um dich drängen und dich hofieren.
Ich bin es nicht, die nach den Reimen sucht,
die Reime suchen mich zu später Stunde,
nur ist der Zufall nicht allein verrucht,
kann sein, Euterpe ist auch mit im Bunde.
Doch ist für follower allein wohl nie,
Euterpe eine Garantie.


Lisa Nicolis


                           

8.6.26

Zum Abend hin


 

Zum Abend hin

Die weiten Fluren atmen still und schwer,
ein leichter Schein ruht auf den müden Gräsern,
als trüge jeder Halm ein Sehnen mehr
nach frischen himmlischen Gewässern.

Ein Vogel schwebt diffus im fahlen Blau,
als suchte er 'nen Weg auf seinen Runden,
und aus den Gärten steigt, so lind und lau,
ein Duft, an längst vergess'ner Zeit gebunden.

Da wird mein Herz, das oft ganz lautlos ruht,
von einer leisen, tiefen Freud getroffen,
als wäre etwas, das mich einst mit Mut
in dieser Welt erfüllte, wieder offen.

Und über allem wächst ein stiller Sinn,
der tröstend mich in seine Arme nimmt,
als wär ich nur ein kleines Lied darin,
das kommt und geht und leis dazwischen singt.
 


Lisa Nicolis




Das Wort zum Montag

 Da hat die Frau Doktor ein wenig an meinem Auge herumgelasert, nur so ein
 wenig, weil ich mein Auge nicht richtig öffnen konnte. Hätte man erwarten
 können, dass eine Frau Doktor das Auge mit irgend einem Gerät offen halten
 kann , was nicht der Fall war. Und weil ich mein Auge nicht weiter aufreißen
 konnte, wurde eben nur ein Teil gelasert. Schlamperei würde ich es nennen,
 die Frau Doktor meinte aber, dass ich nicht mitmachen wollte.
 Immerhin kann ich mal wieder mein Geschreibsel einigermaßen sehen.
 Und was ich sehe, ist leider nicht das, was ich sehen möchte. Ich war schon in
 Versuchung, nicht das erste Mal, den Blog zu löschen, denn zu viele Fehler
 sind da überall. Die Gedichte müsste ich alle wieder unter die Lupe nehmen.
 Die sind alle nicht“ ausgereift“. Wäre aber noch immer viel zu anstrengend.
 Ich lasse es mal so stehen, ist ja nur meine kleine Sünde, nichts   weltbewegendes.


7.6.26

Die Uhr


 

Die Uhr

Stell dir vor, dass heut die Engel
einfach sonntäglich nicht ruh'n,
weil sie scheinbar nichts Gescheites,
aber immerhin was tun.

Kurz der täglich Pflicht entflohen,
fliegen sie, so wie im Sturm,
mit Engelsmienen, immerfrohen,
auf den nahen Kirchenturm.

Können einfach nicht verstehen,
warum sich der Zeiger dreht
und warum die Menschen glauben,
es sei früh oder zu spät.

Auch die Ewigkeit haucht leise,
ewig fremd dem Zeitenlauf:
„Stoppt des Zeigers öde Kreise,
hebt das strenge Taktwerk auf.“

"Keine Zeiger soll'n sich drehen,“
ordnet sie behäbig an,
"auch die inn're Uhr bleibt stehen,
Montag ist sie wieder dran.

Menschen suchen in den Stunden
Trost und Ordnung, Maß und Ziel,
doch was ewig ist, bekunden
weder Maß, noch flüchtig Spiel."


Lisa Nicolis




Das Bild gehört zur Serie (von mir generierter Bilder
"Engel")
 auf einem anderen Blog:

                 

https://silbenblueten.blogspot.com

6.6.26

KI und ich


 
Zu den Bildern mit KI

Gedanken verrieseln
in die Fingerspitzen.
Schwarze Tasten klicken
Worte auf die Reise,
hinaus ins Universum,
auf den Flügeln der Fantasie.
Eine Zauberin
an der Schwelle zwischen Traum und Wirklichkeit.,
zeichnet, mit meinem Wortpinsel,
Geschichten aus Formen und Farben,
die sich im See deiner Augen
verschwimmen
und auf den Grund deiner Seele tauchen,
um dich zu erquicken.


Lisa Nicolis




Das Bild gehört zur Serie (von mir generierter Bilder
"KI's Zaubereien")
 auf einem anderen Blog:
                 
https://silbenblueten.blogspot.com




Vertrauen

 



Vertrauen

Man würde gern in den anderen schauen,
weil man ihm nicht so recht vertraut.
Der würde auf deine Freundschaft bauen,
hätte nur gern in dein Herz geschaut.

Freundschaft braucht Zeit, soll sich entfalten,
kein Zweifel kann Vertrau'n gestalten.
Unsicherheit wird sich dann lösen,
man lernt vetrau'n im Guten, Bösen.
Ein Baum wird nicht nur an Frühling denken,
um seine Wurzeln tiefer zu senken.

Lisa Nicolis

5.6.26

...anders als man denkt



Es kommt immer anders...


 Hallo, du Tod, ich bat dich, 
du sollst mich endlich nehmen.
Jetzt klaust du meinen Apfel.
Sollst dich auch wirklich schämen!

Lisa Nicolis



4.6.26

Rohbau



Rohbau

Die Kindheit, ein Fundament aus Legosteinen.
Darauf wachsen Wünsche zu Wänden.
Hoffnung baut Fenster,
Zuversicht hält die Türen auf,
und der Wille tritt über jede Schwelle.
Durch offene Türen geht er hinaus
und kommt verändert zurück.
An hellen Tagen trägt dich das Fernweh
weit über den Horizont hinaus.
Sammelst deine Bausteine.
Du baust und veränderst,
fügst an, reißt ein,
beginnst von vorn.
Das Gerüst bleibt stehen.
Alles, 
was noch werden darf.


Lisa Nicolis


2.6.26

Schmetterlingseffekt



Schmetterlingseffekt

Der Flügelschlag eines Wortes,
nicht größer als eine fallende Feder,
nicht lauter als das Rascheln
einer Saite im Wind,
ein kurzer Schatten
zwischen zwei Atemzügen.
Und doch trägt es manchmal
das Gewicht von Kontinenten.

Es verlässt einen Mund,
wie ein Schmetterling sein Blatt verlässt,
ahnungslos über die Stürme,
die seine Flügel zeichnen werden.

Der eine meint Wärme,
der andere hört Eis.
Der eine schenkt Vertrauen,
der andere versteht Verrat.
Zwischen Gesagtem und Gehörtem
liegt kein Ozean,
kein Gebirge,
kein Krieg.
Nur ein winziger Irrtum.

Eine falsche Betonung,
ein Gedanke zu viel,
eine Frage zu wenig,
das Wort fliegt weiter
setzt sich auf die Schulter eines Freundes,
der daraufhin zum Fremden wird.

Das kleine Wort wird weiter
nach seinem ursprünglichen Sinn suchen.
Vergeblich.
Denn längst war es
größer geworden als sein Sprecher,
größer als sein Hörer,
größer als die Wahrheit selbst.


Lisa Nicolis




Das Bild stammt noch aus der Zeit, als ich die Bilder selbst
zusammengebastelt hatte und es noch keine KI gab.

1.6.26

Diese Nacht!






        Diese Nacht

        Diese Nacht war nicht gut, diese Nacht war zu lang
        und sie schreckte mich aus allen Träumen, aus dem 
        flüchtigen Weilen in Räumen mit Ängsten und Todesnäh, 
        steckte mir in den Gebeinen und die Glieder taten mir weh.
        In allen Zellen wütete sie, sie peitschte mir hoch wüste Fantasie.
        Gequält schenkte ich ihr den Schlaf.
        Und wie es dann immer kommen muss, der Morgen weckte  sie 
        mit einem Kuss aus dem Sinnenrausch, aus dem Wellenschlag, 
        aus dem Alp aller bösen Träume.
        Nun wünsch ich mir einen guten Tag.


        Lisa Nicolis