.

16.6.26

Gepflücktes sein



Gepflücktes Sein


Als hätt der Tag noch diesen Strauß gepflückt,
der fiel ihm aus dem abendmüden Händen.
Die Dämmerung berührt ihn ganz entzückt,
um all die Farben in den Wind zu senden.

Mit rot betupft sie's Gold der Abendstunden,
das Blau haucht sie in alle Fernen hin,
das Weiß der Margeriten ist im Dunkeln
wie einer hellen Sehnsucht leicht getrübter Sinn.

Der Rest der Farben sickert in die Erde,
sie welken rein bis in das nächste Jahr
und werden Feld, damit es wieder werde,
wie es auf dieser schönen Welt schon immer war.



Lisa Nicolis