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31.7.26

Morgenfrische

 

Morgenfrische


Parkweit grünt wieder Idylle, 
Wasser zelebriert die Stille. 
An den seichten, dunklen Stellen, 
Enten zieh’n ovale Wellen.

In vertauter Morgenfrische 
Fische 
schnell’n aus Wasserkreisen, 
um eine Mücke zu verspeisen.
 
Und wie von Sinnen flitzen 
dürre Wasserspinnen, 
ich würde sagen, etwas krasser, 
wie einst Jesus übers Wasser.

Auf halber Strecke, 
ruft 'ne Schnecke, 
hinein in diese Morgenröte, 
zum kleinen Frosch: 
Halts Maul, du Kröte!

Dann kommt 
auch diese Morgenstunde 
mit Mensch... und noch einer... 
und Hunde.

Wer Ruhe will, muss früh aufstehen, 
bevor die Hunde Gassi gehen 
und Schnecken sich vom Fröschequaken  
 erschrecken.


Lisa Nicolis


30.7.26

Zwischen den Welten

  


Zwischen den Welten



Vielleicht ist jeder Ort, den ich erstrebe, 
nur ein Gedanke, der lange einst
die Welt geträumt hat.

Nicht alle Brücken, die ich gehe,
sind purer Stein, sind einfach aus
"Was wäre, wenn ..." das ich nie
ausgesprochen habe.

Ich mach mich  auf den Weg.
Nicht unbedingt, um anzukommen.
Ich geh, damit die Sterne
unterwegs mich neu erfinden.

Aus Wolkenvlies bricht vages Licht,
das mir  zu neuen Rätseln hin
Konturen zeichnet.

Und irgendwo hinter dem goldnen Horizont
gibt es vielleicht auch keine Antwort.
Nur eine Tür, die neu sich öffnet,
sobald ich wagen kann, an sie zu glauben.



Lisa Nicolis

29.7.26

Es kracht

 


Es kracht


Ist hier ein Geist in meinem Schrank,
oder mein Schrank ist geisteskrank?
Krachen die Knochen von dem Geist?
Kann sein, dass mir der Schrank verschleißt?

Oder es liegt heut wieder nur,
am Wechsel der Temperatur.
Egal, was immer da auch kracht,
so witzig ist das nicht bei Nacht.

Ach ja, ich mach das Fenster zu,
dann hab ich sicherlich mehr Ruh,
denn immerhin, für'n August schade,
sind's heute Nacht bloß 13 Grade.



Lisa Nicolis

28.7.26

Nachtschaltung


Nachtschaltung 

(Ode an den Bewegubgsmelder) 


Die Nacht hat ihre Stimme längst verloren, 
der Mond verbirgt sich irgendwo im Blau. 
Der Baum vorm Fenster steht in Nacht verloren, 
als wär er bloß Erinnerung aus Grau.

Dann plötzlich Licht. Ein Atemzug aus Helle 
legt Silber auf die Zweige vor dem Haus. 
Der Baum hebt seine Äste auf die Schnelle, 
als tanzte lautlos er 'n Gebet hinaus.

Ich suche erst humane Scherenschnitte, 
ein heimliches Vorüber in der Nacht. 
Doch niemand ist's, als Wind mit wildem Schritte, 
der mit den Ästen seine Späße macht.

Die winken dann dem wachsamen Sensoren, 
der eifrig seinen Auftrag ruft herbei. 
Natur düpiert die Technik unverfroren 
-und ich erschrak, dass da ein Räuber sei.



Lisa Nicolis


27.7.26

nichts ist ...


 

nichts ist... 



diese Wolke 
wie Fantasieblubbern 
aus Himmeln 

 sie gaugelt einen Falken vor 
doch quellt als Hase leicht davon

und nichts ist
was es scheint zu sein

und daraus mache ich den Stein 
der mich zum Stolpern bringt 
oder die Sterne 
die ich des nachts 
an meinen Himmel hänge


Lisa Nicolis


26.7.26

Das Gedicht zum Bild



Träumt mich der Wald?


Mein Kopf
trägt nur Gedanken satt
wie Blattgewirr,
lebt nur,
wie Sehnsucht Wurzeln schlägt,
die aus dem Nebel treten
und im Dickicht der Fantasie
verschwinden.

Wo endet hier das Denken,
wenn in mir drin ein Wald beginnt?
Und wer träumt hier von wem,
nur ich vom Wald,
oder der Wald von mir?

Vielleicht
bin ich gar nicht.
Vielleicht ist alles,
was ich Leben nenne,
nur Wald, der mich
wie 'ne Chimäre träumt.

Lisa Nicolis



25.7.26

Sturmesohne



Sturmesohne


Ich wohne, seit ich wohne, 
schon immer sturmesohne. 
Berlin, nah am Ersaufen 
-ich müsst den Sturm mir kaufen! 

Er lässt uns gern links liegen, 
um mehr zentral zu fliegen, 
beginnt, kann man dann sehen, 
'ne Baumallee zu mähen.
 
Dann auch der ganze Schaden: 
'ne Menge Autos baden 
in mancher Unterführung, 
im TV -Voraufführung.

Bei uns -ein fernes Grollen, 
man möcht 'nen Sturm gern wollen. 
Doch scheint's, zu dieser Stunde 
macht er in Britz die Runde.

Ich bitte euch, seit Jahren 
schon ohne Sturmgefahren... 
Da möchte man schon bitten, 
lass krachen es und schütten!

Obwohl... 
dem Ahorn und den Eschen 
möcht ich nicht zuseh'n, 
wie sie brechen 
und bleibe da, 
wo ich jetzt wohne, 
halt sturmesohne.


Lisa Nicolis
 
 
"sturmesohne" soll nächstens das Wort des Jahres werden und 
die Dudenisten... Dudisten... also die von Duden dudeln noch,
 ob das Wort da denn dudenfähig ist zum Indudenlieren,
damit es jeder dudenzifizieren kann. 

24.7.26

das Erinnern


das Erinnern


ich schwebe heut 
im Zwielicht ferner Welten 
mit den verstreuten Farbtupfern 
eines Remembers

der nächste Augenblick 
wird dann 
auch spurenlos 
entschwinden

weil drin kein Lächeln steckt 
oder ein Wimpernschlag 
über ein mich spiegelndes Auge 

und nicht die Sehnsucht 
nach mehr Nähe

was jetzt geschieht 
ist eigentlich 
schon längst geschehen 

ich merk es erst 
wenn ich es 
im Erinnern wieder finde 

und all die Narben 
tausendfach erfühle


Lisa Nicolis

23.7.26

Kopfsache

 


Ich fünfundachzigjährige mich hier durch manche Verse,
ich altersschwächele mich tapfer durchs Gedicht 
und vielwenigerjährige Diverse,
halten -warum auch immer,  freundlich mit mir Schritt.

Danke für den Besuch!
 
Lisa Nicolis 

Dada-wand(al)ismus mit Doppelvau



Ö kitsch Dada zer kus


Schi agli ö Tötün ha dedem, 
his Trutrö, egh huss joji strent 
ers egg ogh tennen brtz uz otzgen. 
His Trutrö egh nam dada frent.

Ad strt arch susun Tschippschipp gagen, 
urn hight shis gus unn grah tschitsch an. 
Schi bab ne otze Lal uz otzgen, 
hahaman, dada, ers trantran.


Lisa Nicolis

**************


Dada muss auch mal sein


Ich wollte ein Gedicht mal schreiben, 
mit Wörtern, die noch niemand kennt 
und die auch keinem sind zu eigen. 
Mit Wörtern, die man dada nennt.

Da wird mancheiner 'n Vogel zeigen, 
nur geht mich das jetzt gar nichts an. 
Ich hab 'ne eig'ne Sprach zu eigen, 
verpeilt, dada und auch profan.


Lisa Nicolis



22.7.26

Wetterversus

 


Wetterversus


Kein Sommer ist es und kein Herbst 
und Winter wird's vielleicht noch sein, 
wenn du die Landschaft selber färbst, 
das Wetter schafft es nicht allein. 

Vor kurzem gab es 40 Grad, 
jetzt ist es herbstlich temperiert, 
frier ich jetzt, wär es jammerschad, 
wenn auch der See zur Rutschbahn friert. 

Taktwechsel:

Der Mensch, der liebe Gott, das Wetter 
wer alles hat die Hand im Spiel? 
Hat er..., wird er..., vor allem hätt' er...? 
Das hier ergründen, wär zu viel.

Ich bin nicht Meteor- philosophin, 
hab keinen klugen Wetterplan, 
kein Klimaschutzprogramm für da- und dorthin. 
Ich zieh mir jetzt die Socken an.



Lisa Nicolis


21.7.26

Ich möcht


 
 
Ich möcht



Ich möcht so gern an einem Bach 
das Rauschen,
den klaren Sprung von Stein zu Stein 
belauschen
und so mein Sinnesrauschen 
übertönen,
den müden Ton des Alltags 
neu verschönen.


© Lisa Nicolis

20.7.26

Nachbarschaftsstreit


Nachbarschaftstreit


"Den Sonnenaufgang seh ich nicht,
so sehr ich mich ins Zeug auch leg.
Ich hätte morgens gern mehr Licht,
doch steht mir stets dein Dach im Weg."

"Ich sehe gern der Sonne nach,
wenn sie des abends untergeht,
doch leider ist's dein blödes Dach,
das immerzu dazwischen steht." 

Geht man dem Grund des Streites nach,
doch klar: der Schaden ist's am Dach.


Lisa Nicolis

19.7.26

Kinderlachen

 


Kinderlachen


Den schönsten Klang der Welt 
lacht dir ein Kind entgegen, 
Es braucht nur seiner Stimme Ton, 
dich zu bewegen. 
Und gibt es Schöneres, 
als Licht in Kinderaugen, 
die staunend sich 
an Wundern clever saugen?


Lisa Nicolis


18.7.26

Autoironie mit dingdong


 Dingdong


Ding, dong. Das könnte heller klingeln, aber meine Klingel klingt wie ein geknebelter Türsteher. Und da ich keinen Türöffner habe, muss ich wieder per Sprechanlage Bescheid sagen, dass ich gleich unten bin, um selber zu öffnen. 
Unten quasselt einer etwas in den Hörer rauf, von dem ich aber nichts verstehe, da sich eine Menge Konsonanten im Kabelwirrwarr verirren.
Ich spute mich und ärgere mich wieder, dass ich wahrscheinlich die einzige Mieterin in ganz Berlin bin, und vielleicht deutschlandweit, die keinen Türöffner hat. Also hechle ich zum Fahrstuhl und flehe alle guten Geister des Fahrstuhlschachtes an, mir den Fahrstuhl sofort heraufzuschicken. Ich bin dann in Weltrekordzeit an der Haustür und öffne dem aufgebrachten Paketboten die Tür. 
Er erklärt mir etwas mit schriller Stimme, das deutsch klingeln soll, aber es ist etwas anderes und ich muss raten, was er sagt. Und ich rate, dass er ein sehr beschäftigter Mensch ist und keine Zeit hätte, wegen eines Minipäckchens, solange an der Tür zu stehen.
Ich weiß nicht, was er verstehen würde, wenn ich ihm erklären würde, dass er, falls ich einen Türöffner gehabt hätte und die Tür geöffnet hätte, er die Treppen hinauflaufen hätte müssen, oder auch auf den Fahrstuhl hätte warten müssen und dann auch selbstverständlich wieder die Treppen, oder den lahmen Fahrstuhl zurück hätte nehmen müssen und die gleiche Zeit verprasst hätte wie die, die er an der verschlossenen Tür als vergeudet empfunden hatte.
Meine Relativitätstheorie kann ich nicht an den Mann bringen, besser gesagt an den Jüngling, denn er ist ja sehr bestrebt davon zu streben und so lasse ich die drei Euro Trinkgeld mit Rachegelüsten in meiner Westentasche verschwinden.
Der Mini Ventilator hat eine Gebrauchsanweisung in Chinesisch. 
Ich hätte den Paketboten auf einen Kaffee einladen sollen.


Lisa Nicolis

Verlorenes Leben


 
Verlorenes Leben 


Vom Leben gezeichnet, 
im Schatten der Zeit, 
bröckelt hier aller Wille, die Kraft, 
auch schon bereit, in den fruchtlosen 
Boden der Wirklichkeit, 
zu wurzelt die Hoffnungslosigkeit.

Von Staub und von Sehnsucht getragen, 
ein Halt nur das Ding in der Hand 
und der Kumpel  
 -gibt es da noch so viel zu sagen? 
Erinn'rung an Vater und Land?



Lisa Nicolis

16.7.26

Ein selbstgebasteltes Bild hat Sam zum Leben erweckt

Nur aus einem offnen Buch weiten sich Wege,

 die dich die Horizonte sehen lassen, 

die die Wirklichkeit oft verbirgt.

14.7.26

Finale Ligure


Finale Ligure


Drang durchs Fenster, viele Tage lang,
nur ein Wolkendüster aus den Fernen,
ist, in deines Rauschen Silberklang,
wellenweit erneut ein Meer von Sternen.

Segel taumeln weit auf dem Türkis,
wie ein Traum, den blaue Winde träumen,
der die Schönheit in die Seele ließ,
während Wogen in den Klippen schäumen.

Mit dem sonn’gen Glanz auf weitem Rund
warm verschweigst du deine kühlen Tiefen.
Möwen schreien mir die Seele wund,
seit sie mich zum Abschiednehmen riefen.

Oh, wie weit muss meine Seele sein,
wenn ich dich in meinen Alltag trage.
Wie dein Leuchten hier im Sonnenschein,
wo ich klagend dir Adio sage.



© Lisa Nicolis

12.7.26

Mein Experiment mit Sam(KI)- die Najaden

Najaden


Als eine ging, schwieg still das Naß, 
nur Ringe zogen Kreise. 
Ein Ahnen kommt durch Schilf und Gras 
und spricht mit ihr ganz leise:

Verliert sich auch ein lieber Blick, 
bleibt doch das Herz nicht stehen. 
Aus jedem stillen Augenblick 
kann neues Wunder gehen.

Die Wellen tragen fort die Zeit, 
nicht aber alle Träume. 
Wo Abschied seine Schatten streut, 
erwachen neue Räume.

Ein neuer Tag fängt für sie an,
als kennt er ihren Namen. 
Sie weiß, wie alles einst begann,
aus Hoffnung wuchs ein Samen.


Lisa Nicolis



10.7.26

Traumwesen

 

Traumwesen


Hinter Wohlgefühl und Bitterkeit,

hinter meinen Lidern eingeschlossen,

unter meiner Haut als Traum vergossen,

zwischen Morgenrot und Abendzeit,

bist in mir, sölang mein Leben geht,

bist der Teil, um den die Sehnsucht weht.


Irgendwo auf diesem Erdenrund

wird's auch dich als wahren Menschen geben

und ich könnt in deinem Herzen leben,

zwischen Morgenrot und Abendstund,

aus dem gleichen Sehnsuchtsgarn gewebt,

der in meinem Herzen dich belebt.


© Lisa Nicolis


9.7.26

Gedanken kommen und gehen

 


Gedanken kommen und gehen


Gedanken niederzuschreiben, 
muss sein, um 
morgens den Tag zu beginnen. 
Worte mag ich verbinden, 
aneinander reihen, wie Wege, 
um mich an anderen Seelenorten 
wieder zu finden.

Gedanken mag ich, die 
mich hinaus ins grüne Innere tragen, 
wo sie Samen streuen 
und Blüten pflücken 
oder nach Staub 
von Sternen fragen. 

Sie einzufangen,
mag ich,
als Herztöne,
die am Lidufer
Lichtperlen trinken,
verpixelnd verdichten,
bis sie als Bilder
im Augenspiegel versinken.



@Lisa Nicolis

8.7.26

Abendhin



Abendhin


Zartrosa greift sich der Abend das Blau,
himmelt sich wundervoll über die Welt.
Hoch in den Fernen, die ich mir jetzt schau,
baut er pastellntransparent sich sein Zelt.

Nahend schon dunkelt die Nacht übers All,
tönend das Wunder der Farben in grau.
All die Vernunft ist betäubt, Rauch und Schall,
während ich morgenhin Traumschlösser bau.


@Lisa Nicolis

7.7.26

Breakdance mal bildlich und wörtlich


Uups, das Bein zu weit gestrecken,
wollte nix die Scheibe breaken.
Du jetzt patience nicht verlier,
is ja only a picture here.

 

L.N 

5.7.26

Selbstliebe



Selbstliebe


Wer sich mit seinem Herzen kennt, 
steht fester, wenn die Welt zerbricht. 
Wer sich in Liebe selbst erkennt, 
verliert sich auch im Dunkeln nicht.

Lern erst dich selber lieb zu haben, 
dann wächst in dir ein stiller Mut. 
Was dich auch trifft an andren Tagen, 
dein Herz trägt dich und das tut gut.



Lisa Nicolis

4.7.26

Im Garten der verlornen Stunden


Im Garten der verlornen Stunden


Im Garten der verlornen Stunden, 
wo Rosen leise Träume weben, 
sind alte Wege noch verbunden 
mit Dingen, die dein Herz beleben. 

Da sitzt du zwischen Licht und Schweigen, 
im Wunder der Natur gefangen, 
wenn sich die Düfte zu dir neigen 
und Abendlichter mystisch prangen. 

Ein Vogel trägt auf zarten Schwingen 
Geheimnisse durch Raum und Wind, 
von all den ungesagten Dingen, 
die nie verlor'n gegangen sind.



Lisa Nicolis

3.7.26

Graffiti





Graffiti


Ein Streifen Himmel klebt am Dach der Straßen. 
Im steten Schatten dieser Häuserschlucht, 
ein jeder Schritt nach Licht und Freiheit sucht, 
die Sonnentage irgendwann vergaßen.

Entlang der Mauern in verborg’nen Ecken, 
entsprühen Lichtreflexe, Wagemut 
aus einem Herz mit jugendlicher Glut, 
der Schatten hat dann kunterbunte Flecken.

Wo Häuser eng und düster Himmel fassen, 
und Schatten durch die tristen Straßen ziehn,
beginnen Farben einen Grund zu lassen, 
dass grauen Mauern wieder neu erblühn


© Lisa Nicolis

Wege



Wege


Wege tragen dich 
über Brücken, 
aus deinem Alltag, 
aus deinem Haus. 
Sie führen 
aus dir selber, 
aus deiner Seele 
ins Leben hinaus.



© Lisa Nicolis.

2.7.26

Schönheit in 3D


 

Der andere Weg


Der andere Weg


An Kirchen sucht man nur die Uhr,
der liebe Gott wo ist er nur?
Er wohnte immer schon weit oben,
Der Glaube hat sich auch verschoben, 
so ist der Weg zu ihm recht weit,
ob selber gehn, oder zu zweit.

Vielleicht hat sich nur still verschoben,
was einst so selbstverständlich schien:
Die Kirche steht noch in der Mitte
-doch anders sind die Wege hin.


Lisa Nicolis


Tassenquasseln



Tassenquasseln

Moin, Schwesterherz, zu dieser Stunde. 
Bin fein geduscht und kaffeefrisch, 
so hebt Herr Otto mich zu Munde, 
setzt er sich morgens hier zu Tisch.

Und du -Frau Otto, mag dich lieber, 
trinkt gern aus deinem süßen Rand. 
Dann winkt sie noch zum Nachbarn rüber 
und der ist außer Rand und Band.

Herr Otto weiß nichts vom Geplänkel, 
sonst wäre er doch richtig krank. 
Verstaut er uns samt unserm Henkel... 
hat er doch alle Tass'n im Schrank



Lisa Nicolis

Das Aufheizen übernehmen wir



Das Aufheizen übernehmen wir 

Wir brauchen keine Sonne mehr, 
wir richten uns gezielter ein 
und werfen ihr ihr Strahl'n zurück 
und heizen selber ein. 

Das Spiegelbild ist nicht nur Schild, 
auch Mahnung, dass's bewusst uns werde, 
sie braucht uns nicht, doch immer gilt 
-wir brauchen weiter unsre Erde. 

 
Und widerspiegel soll's hier keinen
auch noch so kleinen Sonnenstrahl.
Lasst unsre Sonne scheinen.



Lisa Nicolis


1.7.26

"Blechkunst"


Blechkunst



Aus kaltem Blech und rost'ger Zeit, 
wird durch Impuls auch Wirklichkeit. 
Wo Fantasie die Form berührt, 
wird selbst Metall zum Blüh'n verführt.



Lisa Nicolis