Nachtschaltung
(Ode an den Bewegubgsmelder)
Die Nacht hat ihre Stimme längst verloren,
der Mond verbirgt sich irgendwo im Blau.
Der Baum vorm Fenster steht in Nacht verloren,
als wär er bloß Erinnerung aus Grau.
Dann plötzlich Licht. Ein Atemzug aus Helle
legt Silber auf die Zweige vor dem Haus.
Der Baum hebt seine Äste auf die Schnelle,
als tanzte lautlos er 'n Gebet hinaus.
Ich suche erst humane Scherenschnitte,
ein heimliches Vorüber in der Nacht.
Doch niemand ist's, als Wind mit wildem Schritte,
der mit den Ästen seine Späße macht.
Die winken dann dem wachsamen Sensoren,
der eifrig seinen Auftrag ruft herbei.
Natur düpiert die Technik unverfroren
-und ich erschrak, dass da ein Räuber sei.
Lisa Nicolis

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