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1.8.26

Zwischen den Linien


 
Zwischen den Linien


Suche hier kein Gesicht. 
Suche den Ort, 
an dem Oberflächen Geschichten 
von tausend Leben erzählen. 
Jedes Fragment ein Moment, 
jede Linie eine Erinnerung, 
die sich durch das Mosaik 
der menschlichen Erfahrung zieht.

Geometrie der Gefühle. 
Wo ein Auge 
noch Erinnerung ist 
und der Mund bereits Schweigen.

Jemand hat die Welt 
umgebaut. 
Aus Rechtecken. 
Aus Schatten. 
Aus Entscheidungen.

Die Augen 
haben sich geweigert, 
Geometrie zu werden. 
Sie sehen 
durch alle Schichten hindurch. 
Als wüssten sie, 
dass wir alle nur Baustellen sind. 
Mit Räumen, 
die niemals fertig werden. 
Mit Türen, 
wie ich es kenne, 
die nur von innen zu öffnen sind.

Und vielleicht 
besteht Schönheit 
gar nicht darin, 
vollständig zu sein. 
Sondern darin, 
dass das Licht 
immer einen Spalt findet.



Lisa Nicolis