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16.8.26

Schmetterling

 




Schmetterling



Nein, rühr` mich nicht an, 
mein Staub färbt leicht ab 
wie der Pollen, 
mein Flügel wird lahm, 
und das wirst du sicher 
nicht wollen.

Du schütztest mich einst, 
warst Zeuge 
der Metamorphose, 
auch wenn du jetzt greinst, 
ich war eine Raupe 
und lose

mit hungriger Gier 
an all deinen Zweigen 
gehangen. 
du hieltest mich hier 
mit grüner Verheißung 
gefangen.

Es reifte die Zeit, 
ich konnte 
mein Kriechtum besiegen. 
Jetzt bin ich bereit, 
als Schmetterling 
dir zu entfliegen. 


Und- fang mich nicht ein, 
versuche mich nicht 
zu behüten, 
lass frei mich nun sein 
und kosten 
die farbsüßen Blüten.

Ach, glaube mir schon! 
Mein Flügelschlag 
wird bald erliegen. 
Als neuer Kokon 
werd ich ins Gezweige 
mich schmiegen.



©Lisa Nicolis (2014)