Gedankenblitze
1.Ich muss mich in meinem Gedicht zu Hause fühlen.
Es ist wie eine zweite Haut, die nicht jedem gefallen
kann, wie es meine eigentliche Haut auch nicht kann.
2.Wer meine Gedichte nur liest, um sich über die Fehler
darin zu ärgern, der mag das weiterhin tun, ist mir doch
egal. Oder auch nicht, aber jedem das, was er verdient.
3.Wer meine Gedichte ständig nach Versmaßen und
anderem lyrischen Diktat auskundschaftet, den empfinde
ich wie einen Mitmenschen, der zuerst meine Laborwerte
durchsieht, um mich einschätzen zu können. Mein Blut
fließt aber nicht nur durch Kanülen.
4.Wenn ich wie Paul Celan dichten könnte, würde mich
der andere Teil der Menschen nicht lesen.
5.Jetzt der Irrgarten meiner Gedanken:
Zu dem einen sagen die einen, es ist Kitsch, zu dem
anderen sagen sie, das ist genial. Die anderen halten
das andere für Blödsinn und den einen für toll. Der
andere vom dem einen scheint nie richtig zu liegen. Und
wer ist berechtigt, zu entscheiden, wer wie sein Bett macht?
6. Buche ich eine Marsfähre, oder baue ich mir eine Hütte
im Wald? Würde ich gerne alle die fragen, die das Leben
schon hinter sich haben.
Ach ich weiß! Sie würden sagen: zieh nach Dubai. Dort
kann auch mancher die Wüste vor lauter Sand nicht mehr
sehen, doch wenigstens von der 148. aus dem Burj Khalifa.
Aber schwitzen kannst du auch in Berlin. Also, Wald wäre die Option.
Lisa Nicolis
( die jetzt froh ist, keine Followerfunktion zu haben 😁)

