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26.9.25

23.9.25

Musik




Aus einem der Fenster
löst leis sich ein Lied
und weint an dem meinen vorbei.
Der ferne bezaubernde,
rührende Beat,
der reicht gegenwärtig für zwei.

Und als sich das Fenster
dann wieder schließt,
da reift ein Gedanke in mir,
dass dieses Gefühl,
das mich leise durchfließt,
ein Wir ist für jetzt und hier.


Lisa Nicolis

 

21.9.25

Wirrsalentwirren

 



Die Sonne, die mich dem Leben gab,
war im Wolkengewirr gefangen,
doch eh ich das Wirrsal entworren hab,
war die Sonne unter gegangen.

Lisa Nicolis

20.9.25

Großstadtmoment





Die Nacht streut schon wohlige Stille
und suhlt sich im Licht der Laternen.
Der Mond schwebt mit Halbmondpupille
und zwinkert sich durch alle Fernen.

Die Straßen nur laufen sich müde
am endlosen Grau ihrer Bahnen
in ewiger Steinplattitüde
mit nachtlebenwill'gen Kumpanen.



© Lisa Nicolis

19.9.25

Herbstlandschaft




Immer heller fall’n die Stunden
in des Morgens kühlen Raum,
färben birkenbleich, benebelt,
schon den nahen Waldessaum.

Längs der Pfade flüchten Schatten
in den blattgeschmückten See.
Ockern welken Gräsermatten
und es riecht nach Erdennäh.


© Lisa Nicolis

18.9.25

Herbstlich



Sonnenverloren, windgeboren,
wolkenergraut, urvertraut
setzt der Herbst sich ins Land hinein.
Schließt alle Fenster,
will trotzdem rein,
um auch in unsrer Seele zu sein.

Regenbenetzt, rostlaubigzerfetzt,
launig und frisch deckt er reichlich den Tisch.
Fruchterntebereit, nach Vollsonnenzeit,
wird bedacht und versiert,
blattgoldemailliert,
in herbstgoldnen Schalen serviert.


Lisa Nicolis



Vor etwas länger als ein Jahr habe ich noch meine Scrapbookbilder selbst gebastelt, jeden Faden, jedes Blatt, Blume etc.den günstigsten Platz ausgesucht, geordnet, wieder umgestellt, bis es mir für den Moment gefallen hat. (Am nächsten Tag nicht mehr). Jetzt bin ich froh, dass KI mir in sekundenschnelle aushilft, denn eigene Bilder geht nicht mehr, der Augen wegen. Und wenn es dann mehr Bilder gibt, kann ich mich kaum entscheiden, welches mir besser gefällt. Wie heute, stelle ich sie dann fast alle rein.Ein schönes Wochenende euch allen, die ihr hier mal anklickt!

17.9.25

An die Sonne

 


Jahreszeit,
gezeichnet vom Druck
bleischwerer Wolken,
nebelträchtiger Tage
feuchtem Atem,
Ausdünstungen
regenschwangerer Erde.

Du Mächtige,
lebensweckendes Gestirn
über gewittergeladener Decke,
stehst kraftlos
und ohnmächtig
hinter flaumigen Grenzen.

Mit Schleierarmen
wehrt sich,
gegen die Funken
deines Strahlenschwerts,
du feuriger Goliath,
David- Erde.


Lisa Nicolis

15.9.25

Erwartung



der Morgen badet
im spärlichen Licht

über die Dächer
kriecht mühsam
der neue Tag

lässt sich
in dunkle 
Straßenschluchten
gleiten

in meinem Nacken
krampft noch
die Steife der Nacht

und wieder
überschwemmt
mein Briefkasten mit Wörtermüll
meine Hoffnungen


Lisa Nicolis

14.9.25

Herbstspaziergang


Die Schuhe schleifen gleichmütig
über das Pflaster,
die Jacke schlenkert mit
mit Fingernspitzgefühl
und es ist kühl.

Die Hose schickt sich an
modisch zu kneifen,
während die Schalenden,
verloren flatternd,
um sich greifen.

Die Brille schweigt sich aus
über das alles,
was sie sieht,
die Tasche weiß schon
was ihr blüht.

Die Mütze
mit den gelben Streifen
blickt mal nach links,
blickt mal nach rechts,
auch ohne etwas zu begreifen.


Lisa Nicolis

11.9.25

Hortensien




Sie rosten vor sich hin, unsre Hortensien im Garten.
Die Dolden hängen trist und braun, 
nur ein paar Blütenaugen schaun 
sich müde um und warten,
vielleicht auf Regen, 
auf ein andres Wunder,
das kurz vorüber zieht. 
Wie ich des nachts, wenn ich im Sterben liege 
und morgens mir dann doch ein neuer Tag erblüht.
Ach, könnten sie mich fühlen, 
wie ich mit ihnen leide,
weil sie sich kaum noch halten können
und weil sie trotzdem Haltung wahren,
 so würdevoll und still.
Und wenn ich mich verneige, 
um ihnen so zu danken, 
dann für die Schönheit, sommerlang, 
und für ihr Sein, um sie als Gabe 
drin im Herzen zu behalten.

Lisa Nicolis

9.9.25

Tierisch verbockt

 



Eingeigelt,
hundemüde,
Laus läuft über meine Leber
und mit diesem Floh im Ohr,
such ich dummes Huhn den Fehler
über einer Eselsbrücke,
die ich kurzerhand verlor,
um aus sauschwer‘n Sauereien   
affengeilig zu entfliehen.
So ist‘s gut, 
wenn ich nicht Kröten,
aber einen Vogel habe
und von dannen könnte fliegen.
Hoff, ich muss nicht Federn lassen,
das wär schade, wo ich grade
`n spinnenfeind'gen Ziegenpeter
in die Knie gezwungen habe.
Und noch zickig und benommen 
bin ich auf den Hund gekommen.


Lisa Nicolis

6.9.25

Ich bin



Bevor ich gewesen war, war ich nie gewesen. 
Nachdem ich gewesen war, werde ich nicht sein. 
Zwischen war ich nie gewesen und werde ich nicht sein, 
ist die Zeit, gemessen an der Ewigkeit, 
eigentlich nicht gewesen. 
War ich dann jemals gewesen?

Also bin ich dankbar, 
nachdem ich nicht gewesen war 
und nicht sein werden, 
dass ich bin.


Lisa Nicolis