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30.10.25

Es halloweent


 
‘s war heute im Keller,
das ist keine Masche,
sah ich beim Entgleiten
’nen Geist aus der Flasche.

Da wurde ich schneller,
ist so bei Gespenster:
ein Geist war das wohl nicht,
‘s war ‘ne Geistin vor‘m Fenster.

Sie trug eine Kugel,
ich sah es mit Bangen,
da drin saß mein Mann fest,
sie hielt ihn gefangen.

Nun grinse ich hämisch,
ging wohnungswärts munter.
Die Geistin hat Köpfchen,
doch die hat nichts darunter.


© Lisa Nicolis.

27.10.25

Herbstgeschwätz





Der Ahorn stand in voller Pracht,
gestern noch bunt im Sonnenstrahl,
doch tobte'n Wind in dieser Nacht.
Jetzt steht er knorrig da und fahl.

Nun scheints, er stützt das Himmelszelt
mit tausend Fingern und spontan.
Ist fraglich, ob es mir gefällt.
Was fängt man mit viel Himmel an?

Und noch was wird jetzt wohl geschehn,
es gibt nicht mehr die friedlich Ruh.
Das Kahlgerüst, besetzt von Kräh'n,
ächzt bald schon seinem Winter zu.

Dann fliegen sie geschickt aufs neu,
mit ihrem krächzenden Geschrei,
in Sturzflügen am Haus vorbei.
Gezänke gibt's für allerlei.

Was soll's? Das ist nun die Natur.
Hier ist der Herbst nicht pure Pracht.
Zum Glück braucht jede Krähe nur
auch immer eine gute Nacht.

Lisa Nicolis

26.10.25

Es regnet Herbst

 



Aus meinem Fenster blick ich in die Kronen
der Bäume, die in meinem Garten wohnen.
'ne Esche neben Ahornbäumen,
im Herbst ein Anblick, gelb und braun, zum Träumen.

Dem Wunder kann ich nie so ganz entgehen,
ich könnt es tausendmal und öfter sehen
und immer werd vor Ehrfurcht ich erschauern,
von Bildern die nur herbsteslange dauern.

Wohl Zauberhände streuen warme Farben
über des Scheidens sonnverhüllten Narben.
Es regnet Herbst in wundervollen Tönen
das sollt mich mit dem Abschiedsschmerz versöhnen.


Lisa Nicolis

23.10.25

Herbstgefühl





Dem Rest von Frühling, der im Herzen weilte,
vergilben alle Blätter, trocknen Zweige.
Es neigt das Blühen, das der Sommer streute,
dem Welken zu, das ich mir gern verschweige.

Ich hör in schlummerfreien, kalten Nächten
in meinem Innern wehmutsvolles Klagen,
als wollte sich von unbeugsamen Mächten
mein Ich verzweifelt Gnadenfrist erjagen.

Ich werd dem Herbstwind trockne Blüten streuen
und meiner dürren Zweige gelben Blätter.
Den Sommer lass ich zieh’n, werd nichts bereuen,
und stelle mich den mir vergönnten Wettern.

Ich werde unterm Rauschen meiner Schritte,
im Blätterwirbel, meinen Frühling spüren
und drin im Herzen noch die Sonnenmitte.
Dann öffne ich versöhnt dem Herbst die Türen.


© Lisa Nicolis

20.10.25

Der Ausreißer



Seit gestern zieh ich durch die Welt,
weil mir das Wandern so gefällt.
Doch weint die Mama sicher schon,
sie hat nur mich, den einen Sohn.
Drum will ich halt mal nicht so sein
und gehe heute lieber heim.

Lisa Nicolis

Solang ich bin



Da draußen atmet er, mein bunter Garten,
verstreut die Farbendüfte an den Wind.
Nur meine Astern werden auf mich warten,
wenn ich verblüh und sie schon wieder sind.

Ich streute hoffnungsvoll den vollen Samen,
da war mein Leben noch ein weites Feld.
Bald steht für mich nur mein geschrieb’ner Namen
und ich geh wortlos in die andre Welt.

Noch bin ich unterwegs. Weiß nicht wie lange.
Die Sorgen sind schon viele Tage tief
und in den Nächten wacht es sich so bange,
die kurzen Träume sind so bös und tief..

Der Rest der Tage fließt wie auf ‘ner Wiese
mit nahem Horizont so vor mich hin.
Und ich verschenke mich wie eine Brise
an allem, was mich freut. Solang ich bin.


©Lisa Nicolis

12.10.25

Der Pfad




Auf den öden Stoppelfeldern
liegt der Himmel grau verschleiert,
ruht gespenstisch auf den Wäldern,
drin sich Schweigen dunstig feiert.


Kühle Finger dunkler Mächte
löschen früh die letzten Strahlen,
und im Mantel langer Nächte
wird der Herbst das Land bemalen


Dicht entlang der dorn’gen Schlehen
will ein Pfad, schon nachtverhangen,
durch das Dunkel irregehen,
in vergessener Spur gefangen.


Irgendwo wird er dann enden.
Käutzchenruf wird ihn umschwingen.
Morgen wird er schlängelnd wenden
und sich taghell wiederbringen.


©Lisa Nicolis

11.10.25

Mit dir träumen







Du fürchtest wohl sehr meine Worte,
sie könnten dich fesseln, dich halten.
Ich suche in ihnen nur Orte,
wo Träume sich wunschlos entfalten.

Sie weben mir luftige Weiten,
so kann ich dann uferlos treiben.
Du darfst mich auch zwanglos begleiten,
ich nötig’ dich nicht, hier zu bleiben.

Doch ist dir im Schweben zu bange,
du wirst das Reale verschwenden,
verharre bei mir nicht zu lange,
du kannst diese Reise beenden.

Und denkst du, du wärst längst gegangen…
- wie soll ich das anders wohl sagen?
In mir bist du immer gefangen
und tief drin im Herzen vergraben.


© Lisa Nicolis

6.10.25

Herbstbeginn

 


Rieselst aus den Bäumen nieder,
lächelst deine müden Farben
aus den letzten Blüten wieder
über dieses Sommers Narben.

Legst bedacht den neuen Samen
in der Erde dunklen Poren,
auch der Sommer ging von dannen
ist schon längst darin verloren.

Wirst noch bunte Bilder malen
mit dem süßen vollen Fruchten.
Deine Sonnentage strahlen
späten Rosen zartes Duften.
Wunder hüten Terras Hände.
Doch in allen Dingen
wohnt ein Ende.



Lisa Nicolis