Lag ein Stein auf einer Spitze.
Unter ihm der Berg vor Hitze,
und vor Kälte, Sturm und Wind
klimawandelte geschwind.
Eines Tags, ganz ohne Halt,
rollt er in 'ne Felsenspalt.
Endlich, sagt er, kann ich ruh'n,
hab nun gar nichts mehr zu tun.
Muss nicht frieren, muss nicht schwitzen,
muss nicht stehen, muss nicht sitzen.
Und mein Kismet war nicht dumm,
lieg jetzt nur noch faul herum.
Lisa Nicolis


So ein Stein hat viel zu berichten, man muss ihm nur zuhören ,dann erzählt von damals.
AntwortenLöschenLiebe Lisa sei herzlich gegrüßt von Sieghild
Liebe Sieghild, danke für deine Nachricht und das Lesen meines Geschreibsels.
AntwortenLöschenIrgendwie habe ich mich in diesem Gedicht selbstironisch beschrieben. Ich, der EinStein des Galgenhumors, der Schönrederei, war einst sowas wie der Chef einer Familie. Jeder, der sich ausheulen wollte, der Rat gesucht hat, hat sich an mich gewandt. Um mich herum lagen sie, die Steine und Steinchen, die die Jahreszeiten in irgendeine Richtung weggerollt hatten.
Und plötzlich bist du alleine und bist nur dir selbst Familie. Du verlierst den Halt und rollst in eine dunkle Ecke, wo du dich zuerst von den Blessuren der Ecken und Kanten erholen musst, dann dich mit dem Gedanken tröstest, weil du eh nicht mehr raus kannst, ist doch schön, nicht mehr arbeiten zu müssen, nicht mehr alle Stürme erleben zu müssen und dich einfach nur von alldem erholen kannst. Bis du dich, wie jeder Stein auf dieser Welt, in deine eigene Quarks auflöst.
Wie gesagt, Galgenhumor eben.
Ganz liebe Grüße zurück von Lisa