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17.12.20

Dezembergrau


Dezember und Grau, 
kein Schnee 
legt sich glitzernd 
aufs leere Gemüt. 
Nur Regen 
fällt sauer 
und kennt 
nicht das Wunder, 
wie’s sein könnt, 
dass er als 
Sternwiese blüht. 

Lisa Ni©olis

9.12.20

Vorweihnacht


Ein Flüstern 
liegt in den 
verbognen Gassen.
Der Tag träumt müd 
schon Lichter 
vor sich hin 
und dunkelt 
in versteckten Ecken 
Heimatlose 
und deckt sie zu 
mit einem kühlen Abend.

© Lisa Nicolis

7.12.20

Der Nikolaus


Der Nikolaus, 
der alte Nikolaus 
mit dem Geschenkefimmel, 
der bäckt aus Lebkuchen 
ein lecker Kuchenhaus 
ganz hoch im Himmel. 

Nun ist er tatterig. 
Was kann nach ew’ger Zeit 
man schon erwarten? 
Jetzt liegt der Puderzucker 
dünn und breit verstreut 
bei uns im Garten. 

© Lisa Nicolis

5.12.20

Frohe Feiertage!


winterlich 

hinter mir schließt der 
Winter die Tür knöpft 
meinen Mantel zu drückt 
mir die Mütze ins 

Gesicht und führt 
mich auf flaumigen 
Pfaden den weißen 
Tag entlang der 

parkwärts sternig 
hinauf 
in die Bäume reicht 
seit wintervielen Jahren 
wiederhole ich mich im
verzückten Staunen

© Lisa Nicolis (2010)

1.12.20

Dezember

 



Dezember siebt Winter 
und Zweige erblühen 
in gläserner Pracht. 
Die Stunden verwehen 
die einsamen Wege 
mit glitzernder Fracht. 

© Lisa Nicolis

28.11.20

Einen schönen 1. Advent!


Advent

Wie wird das Leben doch
zu einem leeren Haus,
wo nur die Wände noch Geschichten leben,
gerahmte Augen starr dein Sein erfassen,
die Füße deiner Stühle,
eingeschlafen,
sich gehen lassen,
und immerzu die vielen Türen
nur noch nach draußen führen.

Als wär das Leben
wieder voll,
versuche ich
mit Eifer
zu beleben die Fenster
bling- bling- blingendhell,
und auch den Plastikbaum,
wie ein geliebtes Wesen,
mit Gottes Segen.

Ich freue mich, 
oder ich tu nur so,
dass dann mein Haus erstrahlt
als würd’s
etwas zum Feiern geben
und sich der Tisch anfühlt,
als sei er eingerahmt
mit Lust und Leben.


© Lisa Nicolis



27.11.20

Wortlos


Meine Welt ist so weit,
doch sie reicht dir nur
bis an die Grenzen
meiner Wortfindung.
Darüber hinaus
kann nur ich sie ertasten.
Folgen kannst du mir nicht,
denn hin zu ihren Höhen,
und meist Tiefen,
bist du blind
durch meine Wortlosigkei. 

© Lisa Nicolis

22.11.20

Herbstworte

 


gelangweilt warten
ungereimte Worte im
semantischen Chaos
nähren sich am
blättrigen Unfug des Herbstes

taumeln dann
am Gehstock
zu klapprigen Tasten um
der WeltWeiten Wahrscheinlichkeit
Unwahrscheinliches
zu verkünden 

©Lisa Nicolis

21.11.20

Die Tasse

die Tasse ist leer
sie hat mich
mit Wärme zugeschüttet
während ich sie im Griff hatte

jetzt sind sie wieder
alle im Schrank
nur meine Macken
wollten nicht rein

© Lisa Nicolis

17.11.20

November


November

Taumelnd tanzt der Herbst im Winde,
`s regnet Blattgold aus den Zweigen.
Wild zerzaust steht meine Linde
mittendrin im Blätterreigen.

Büsche, spinnenfein versponnen,
tragen Wasserperlgirlanden.
Parkbänke- verwaist am Bronnen,
wo sich Liebende einst fanden.

Kälte, Dunst durch Straßen schleifen,
wo jetzt Stubenhocker wohnen.
Hinter jedem Nebelstreife
aerosole Depressionen..

 Lisa Nicolis

11.11.20

Novembertag


November vor meinen Seelentoren,
er täuscht farbenreiches Pläsier.
Bevor er sich in die Tage regnet,
sind längst seine Wolken in mir.
 
(c) Lisa Nicolis

 

2.11.20

Schlaflos


Schlaflos brennen meine Augen
Lichter durch die Dunkelheit.
Stunden, die zu nichts mehr taugen,
brechen still aus meiner Zeit.
 
Hör des Lebens inn'res Rauschen,
drauß'n am Fenster klebt die Nacht.
Würde gern mit jedem tauschen,
dem zur Stunde Hypnos lacht.

© Lisa Nicolis