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11.4.20

Sowas wie Himmel


Blütenreigen.
Es schneit Frühling.
Ich schöpfe das Weiß
mit allen Sinnen.
-Ein scheues Reh,
das, irrend
über die grauen
Klippen der Zeit,
Durst nach Wunder
schmeckt und
aus haltlosen Blüten
sowas wie Himmel züngelt.

© Lisa Nicolis

9.4.20

April

Noch grüßen Wolken uns am Morgen,
doch ziehen sie auch bald vorbei,
wir werden Götterbläue borgen
und träumen drunter in den Mai.

© Lisa Nicolis-13.04.2014

8.4.20

Für dich


Ich leb mich hinein
ins Gezweig, ins Gestein,
leb Duft und Struktur,
und ich atme Natur
und bring sie auf lichtreichen Wegen,
um sie an das Herz dir zu legen.

© Lisa Nicolis

6.4.20

Himmlisch

Wie ein Duft aus frühlingszarten Blüten
windet um den Abend sich der Wind
fasst die goldne Stille kühl und blind
so, als wollte er ihr Schweigen hüten.

Eine Sternschnuppe in fernen Reichen
hell verglüht im Schoß der Ewigkeit
und mit diesem Flügelschlag der Zeit
sendet mir der Himmel wohl ein Zeichen.

Silbern fluten Monde die Gedanken
Sternenworte blinken mir im Sinn
und ich wende mich dem Abend hin,
um ihm für das Himmlische zu danken.

©Lisa Nicolis

5.4.20

Du



In mir lacht
deine Sonne,
in mir weint
all dein Schmerz,
all dein Leid.
Und dein stetiges Werden
hüllt mich ein
wie ein wärmendes Kleid.

In den
schlaflosen Nächten
bist du
mein stilles Gebet,
dessen Kraft,
dessen Ruhe
aus deinem
Hiersein geht.

© Lisa Nicolis

4.4.20

Meine Bilder –Brücken zum Horizont

Irgendwie braucht
mein Träumen
viel Himmel und See.
Klein ist mein Platz
hier im Raum,
wo ich steh.
Bau mir dann Brücken,
bis weithin
zum Horizont,
wo meiner Sehnsucht
Erfüllung wohl wohnt.

© Lisa Nicolis

2.4.20

Sehnsucht nach Wärme

Im Jetzt gefangen, 
im Nichts zuhaus
-das Glück öffnet andere Türen…
In meinen Träumen 
zieh ich hinaus,
weit südwärts, 
um nicht mehr zu frieren.

Ich will im Herzen 
an einen Ort,
dort knickt der Wind keine Zweige.
Mein Geist voller Licht 
weilt befreit schon dort,
wohin ich mich heimlich schweige.

© Lisa Nicolis


1.4.20

Traumweberei. Doch jeder Weg führt zu einem Ziel, auch der, den noch keiner beschritten hat.

Heraustreten
aus dem grauen Lebensbuch,
den vorgezeichneten Weg
Makulatur sein lassen,
in eigenen Lebensfarben
Schritte weben
aus seidigem Seelengarn
hin zur eigenen
Geschichte.
Das Privileg der Jugend.
Ich webe nur Träume.


© Lisa Nicolis

29.3.20

Kranke Welt


Sie wirbelt noch immer im blauen Gespinst
durch rätselhaft kosmischen Weiten
und lässt vom devoten Trabanten vom Dienst
sich strahlend durchs Weltall begleiten.

Sie wähnte sich frei und gewährte uns stets
die Schönheit der Farben und Formen.
Wir Menschen missbrauchen das Rund des Planets
und zwingen es meuchlings in Normen.

Wir zwingen die Erd’ ins Asphaltenkorsett
und schnüren es enger und fester.
Kein Fluss liegt mehr ruhig im eigenen Bett.
Betonklötze- menschliche Nester,

ersticken das Atmen vom Rest der Natur
und Schlote verpesten die Breiten.
Das nennen wir Menschen dann Fortschritt, Kultur,
verbluten dabei selbst im Streiten.

Du bildschöne Welt, warst uns Heimat und Hort
und bist uns auch Mutter gewesen.
Ich wünsche uns Menschen und dir selbst hinfort,
wir mögen zusammen genesen.
 
© Lisa Nicolis
- 18.04.2009

27.3.20

Mir ist’s nach Mai

Winterkalte Borken
-doch mir
rauscht es laubgrün
in den Bäumen.

Märzenstage zählt
die Menschheit noch.

Doch ich denke mir
den Mai schon ins Geäst.

’s Zimmer lüft’ ich heute
himmelblau.

Meine grauen Zellen
sprießen bunt.

Und kein Wetterfrosch
quakt mir den
Frühling heut polarn.

© Lisa Nicolis

26.3.20

Bald schon

Schwalben kommen bald schon wieder,
bringen Sonne, Blumen mit,
lassen sich ins Traute nieder,
zwitschern fröhlich ihre Lieder
aus dem weiß-schwarzen Habit.

Hier zuhause? Dort das Dasein?
Nest baun unter sichren Bögen?
Heimat kann nur immer da sein,
da ziehst du auch immer gern ein,
wo die Menschen dich auch mögen.

© Lisa Nicolis

21.3.20

Gefangen

ich seh
nur den einen Weg
keinen
der vor mir läuft
nur den
auf dem ich schon wohne
mal wolkenohne
mal sonnenfrei

wenn ich mich auch
Zeitlang verliere
find ich zurück
auf denselben Pfad
zur Eremitage
meiner Mördergrube

© Lisa Nicolis
 
Lieber Leser meine Gedichte sind nicht immer der Spiegel meines momentanen Seelenzustands, sondern ältere Gedichte, die ich irgendwie an die Bilder anpasse. Oder ich suche mir ein Gedicht heraus und versuche ein Bild daraus zu schöpfen. Wer selber Bildbearbeitung kennt- das Resultat ist immer was anderes, als man es beabsichtigt hat.LG, Lisa