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3.11.24

Himmel aus Glas

 


der Himmel ist aus Glas er 
ist eine Scheibe in einem 
Fensterrahmen verloren darunter 
die Bäume mit federnden Ästen
 
er war mal von Fernen gerahmt und 
der Federzug des Horizonts lag 
in der Iris wie ein Schlussstrich geätzt
 
doch das Schicksal kippt Horizonte
jetzt ist der Rest von Himmel 
nur Glas  abends mit Splittern des 
Urknalls gespickt
umrahmt von einem geknickten Horizont

Lisa Nicolis

2.11.24

Spruchreif


Ich wollte mich nicht mehr
hängen lassen, bis alle Stricke reißen
und komm jetzt mal runter.
Ich kann mich nicht halten.
Dann lieg ich am Boden zerstört
      kann mich nicht frei  entfalten.
Was ist mit mir bloß?
Ich reiß mich zusammen, ich
fasse mich wieder, versuch mich
im Zaum zu halten.
Lass los!!

Lisa Nicolis

Liebe Grüße an alle, die mal reinschauen. 
Ich hab auch reingeschaut, nur nicht viel gesehen

1.11.24

Blattgeflüster

 


Die Bäume wurden still.
Gefallen ist der Worte Schauer 
und die Geschichten trug der Wind 
über die Gartenmauer.

Jetzt träumen sie April,
doch liegt schon Winter auf der Lauer.
Ist ihnen Thor auch wohlgesinnt,
-Schweigen von langer Dauer.

Lisa Nicolis

31.10.24

Ich bin, was ich bin

 


Heute möcht ich den Rilkes entgehen,
will meine eigenen Wege gehen,
will aus mir selbst heraus 
treiben und wachsen,
mit meinen Larifaris, den Faxen.
Mich nicht in alten Engen zwängen,
will mich entfesseln von lyrischen Strängen.
Ich muss doch nicht unbedingt jedem gefallen
und als Poetin wie Goethe strahlen.
Bin nur ein dämlicher kleiner Wicht
mit einem Hang zum eignen Gedicht,
oder was immer es auch ist,
Gedicht, Poesie oder nur Mist.

Das Wortblubbern ist jetzt vorbei
-ich fühle mich, scheints mir, auch wieder frei.

Lisa Nicolis

28.10.24

Beethoven


Höre ich Beethoven gerne,
weil ich ihn gerne hören will?
Oder will ich ihn gerne hören,
weil man ihn gerne hören sollte?
Oder sollte ich ihn gerne hören,
weil es sich gehört, 
ihn gehört zu haben?
Und soll ich ihn gerne 
gehört haben,
weil er sich selbst gerne 
gehört hätte?
Um zu wissen, 
wie es sich anhört,
wenn man gerne 
gehört werden will?

Lisa Nicolis

27.10.24

Zuflucht

als ich zu Hause war
hatte ich nachts 
alle Hände voll zu tun 
die Gedanken zu stapeln
bis sie dicht waren wie eine Mauer
dicht wie ein Gedicht 
seit ich weiß 
dass ich niemals zu Hause war 
sucht mein ganzer Wortschatz des nachs
ein Fundament 
auf das ich ein Zuhause bauen könnte
wenn ich nur wüsste wie ich die Wortsteine setzen soll
denn im Gedicht könnte ich wohnen

Lisa Nicolis


26.10.24

so gesehen


der Wille gefesselt am 
willenlosen Körper der 
Spiegel widerspiegelt was 
er nicht mag
ich mag für mein Alter
gut aussehen sagen sie doch 
überseh'n  die Motorik
geschlagenen Tag lang 
denk ich warum sich 
geschlagen geben
und in Gedanken schlag ich 
dann weiter meine Purzelbäume

Lisa Nicolis

25.10.24

Die Türen

Die einen zündeln,
es brennt hernieden. 
Die anderen öffnen
die Türen zum Frieden.

!!! flash- over,
wohin du schaust
auf was du die Hoffnung baust.

Wer Bomben sät,
erntet den Frieden 
nicht gerne geschwind.
Achtet auf Türen,
solange die Fenster
geschlossen sind.

Lisa Nicolis


24.10.24

versprochen


du wartest
am Rande des Niemandslands
hast du gesagt
wenn sich die Tore
hinter mir schließen

vergiss den Kolkraben nicht
der uns den Weg weist
er sitzt noch im Buch
mit dem schwarzen Rand

Lisa Nicolis


Manchmal holen mich Erinnerungen ein. Aus meinen Worten kannst du dir 
eine eigene Geschichte ausdenken, wenn du meine nicht verstehst.

23.10.24

Schönefeld weit genug





Es blinkt zuweilen in den Bäumen,
sind nachts geheimnisvolle Funken,
als fiel' ein Stern kosmisch betrunken
hernieder auf die müde Welt.
Kein UFO ist's aus Himmelsräumen,
nur'n Flugobjekt aus Schönefeld.


Dazu ein Limerick

Da fliegen die Kisten aus Schönefeld
mit blinkenden Lichtern durch meine Welt.
Was mich gar nicht stört,
dass man sie nicht hört,
dass keine in meinen Garten fällt.

Lisa Nicolis


Ob ich hier einen Punkt gesetzt habe, sehe ich nicht, aber zum Glück noch das Blinken am Nachthimmel
Und zum Glück ist der Flughafen weit genug.


22.10.24

Um Mitternacht


Am Fenster lehnt die Nacht so kühl
und blickt mit feuchten Augen rein
und einer Straßenlampe Schein,
leiht ihrer Düsternis Gefühl.

Sie malt mit transparenter Spur
paar klare Tropfen auf das Glas,
aus was ein Schauer hier vergaß.
Am Schrank zeigt Mitternacht die Uhr.

Wie viele Finger hat sie bloß?
Zähle verträumt noch eins, zwei, drei...
Dann ist das Heute schon vorbei
und ich versink' in Hypnos' Schoß.

Lisa Nicolis


Bin sauer auf KI. Sie wollte die Uhr nicht auf Mitternacht stellen.

21.10.24

Keinmondscheingedicht


Ich bin wach und meine Blicke
brechen sich durchs Fensterglas,
sie verlier'n sich durch die Bäume
und der Himmel ist so nass.

Heute schwimmt der Mond auf Wolken
und die Nacht ist viel zu grau.
Sie verschlang schon alle Lichter,
seit ich durch das Fenster schau.

Komm, jetzt schließe deine Augen,
ruf den letzten Blick zurück.
Doch der ging schon längst verloren
-auch von mir ein kleines Stück.

Lisa Nicolis