.

7.10.24

Fensterblick


In Brauntönen schweben 
Gedanken mir zu
aus den Bäumen.
Oktober setzt bunt sich
in allen Verstecken nun fest.
Das Blechschaf
wird heut noch 
die Wildblumenwiese räumen,
der Herbst baut in sonnmüden Ästen
sein dürftiges Nest.

Und irgendwann 
sind all die Kronen
geplündert von Wetter und Wind.
Die Blicke greifen dann blattfrei
und inquisitiv dahinter.
Dahin, wo des Sommers
die Dinge verborgen sind
und wo schon in Allem
sich rüstet der Winter.

Lisa Nicolis

4 Kommentare:

  1. Der Herbst geht durch die Natur und verändert wieder die Farben der Blätter, Blüten und vieles mehr.
    Wir schauen durch das Fenster und sind erstaunt, dass jeden Tag etwas Neues oder eine leere Hülle erscheint, die vorher gefüllt war. Liebe Grüße zu dir liebe Lisa ,von Sieghild

    AntwortenLöschen
  2. Ja, liebe Sieghild, als ich heute den Rasenmäher hörte und der Hausmeister grade der Ökowiese den Garaus machte, der Wind dabei paar Blätter vor sich hintrieb, kamen mir diese Gedanken zugeflogen und morgen merke ich dann, falls ich sie noch durchlese, dass ich daran noch hätte dies und jenes machen können. Danke fürs Reinschauen. Einen schönen Tag dir von Lisa

    AntwortenLöschen
  3. Liebe Lisa,
    ja der Herbst hat uns voll eingeholt, dein Herbstgedicht finde ich klasse.
    Bin gerade auch am Büsche stutzen,das tut mir fast weh, aber wenn ich nicht etwas eingreife in meinen Naturgarten verwildert er zu sehr und bedroht meine Nachbarn.Dorthin machen sich Hartriegel und Co schon auf den Weg.Ich wurde auf das viele "Gestrüpp" und Wildblumenwiese schon mehrfach aufmerksam gemacht.
    Aber nach dem Herbst kommt wieder ein neuer Frühling, in dem wieder alles nachwachsen darf.In diesem Sinne, eine schöne Zeit für dein Blechschaf und anderes Getier.
    Gruß Helga

    AntwortenLöschen
  4. Liebe Helga, ich habe nach vielen Jahren hier wieder eine Wildblumenwiese, bessergesagt ein Wildblumenwieschen gesehen und war hin und weg. Ich liebe Blumen, wie auch nicht, aber Bäume, für mich die Löwen der Flora, und alle Gräser sind mir durch meiner Kindheit im Blut verankert. Ich spielte oft mit den anderen Kindern auf unserer großartigen Wiese, gesäumt von Pappeln, und der Anblick, auch wenn nur in Miniformat, lassen mein Herz lebendiger schlagen. In Städten ist alles so "menschlich" hergerichtet, alles muss strammstehen bis hin zum Vergissmeinnicht. Und so eine Wiese ist ungezwungene Natur, ist ein Gefühl von Freiheit.
    Da muss ich gleich was erzählen.
    Wir haben vor unserem Fenster einen Tulpenbaum. Kannte ich nicht vorher und ich sah nichts Unterschiedliches zu den anderen Bäumen. Er war halt grün, mit Ansätzen von gelb, wie es sich einem Laubbaum im Herbst geziemt. Doch vorgestern wache ich auf und sehe durchs Fenster. Der Tulpenbaum ist vom Wipfel bis zum untersten Ast gelb, gelb, gelb. Kein grünes, kein braunes Blatt dazwischen. Ich war sprachlos vor Verwunderung. Und da kam auch schon der Ausläufer von Kirk und zerrte am Laubdach des Tulpenbaumes und in einer Stunde war das Laub weggeblasen. Ich konnte nicht glauben, was ich da sah. Gestern noch konnte ich nicht mal ahnen, dass dahinter ein Haus steht und heute freie Sicht dahinter. Es waren magische Momente, die man sicherlich nicht vergisst.
    Einen liebe Gruß an dich und an deinen Nachbarn und sag ihm, er soll sich über deine Wildblumenwiese freuen und nicht nörgeln. Man muss nur mit dem Herzen hinschauen.
    Knuddel dich. Lisa

    AntwortenLöschen

Danke für das Fünkchen Zeit, das du mir geschenkt hast!