aus dem Fenster schau ich
nicht mehr die Schriftgröße
auch wieder zu klein die
Platten liegen mir im
Magen der Hof braucht
sie nicht und der Nachbar
hängt die Hundematte
auf das Schutzgitter wenn
ich am Fenster stehen sollte
fallen meine Blicke eh in Würfeln
zerlegt über die Stäbe ins Nichts
der Mai aber zieht hundertfach
buntes Beikraut aus dem Schutt
Lisa Nicolis
Unserem Hof gewidmet, der seit drei Jahren in Schutt und Asche dahindümpelt, als Pendant zum Berliner Flughafen, nachdem man die drei Tannenbäume und das Hochbeet beseitigt hat. Die Natur allein arbeitet und macht mir jeden Tag die Freude, ein neues Unkrautblümchen, pardon, ein neues Beikrautblümchen auf dem Erdhaufen, den Bauresten zu entdecken.


Traurig ist es, wenn den Menschen so ein Stückchen Natur entrissen wird.
AntwortenLöschenLiebe Grüße sendet dir Sieghild
Liebe Sieghild,
AntwortenLöschender liebe Gott hat hier mitgelesen, denn schon nach paar Tagen hörte ich ein Stimmengewirr von männlichen Mitbürgern und Tage darauf begann das Werkeln. Endlich ist der Hof gepflastert und ich warte noch, dass auch das Gitter vor dem Fenster verschwindet. Ich kann sagen, ich saß drei Jahre hinter Gittern, bin aber froh, dass es nicht lebenslänglich geworden ist. Jetzt pfuscht das Wetter dazwischen, aber irgendwann kann ich wieder in die "Ferne" schauen.
Liebe Grüße an dich von Lisa