.

22.9.26

Am Fluss


 

Am Fluss


Der Herbst sitzt schweigend neben mir, 
sein Atem streift die kahlen Bäume. 
Im Wasser fließt ein Stück von hier, 
dazwischen treiben meine Träume. 

Die Stadt steht grau am andern Rand, 
als hätte sie mich längst vergessen. 
Vielleicht hat sie mich nie gekannt, 
mich unbewusst nur kurz besessen.

Der Fluss nimmt mit, was gestern war, 
zieht unter müden Brücken weiter. 
Ein Windstoß fährt mir leicht durch's Haar, 
ums Herz wird es mir eh nicht leichter. 

Ich bin alleine und ich seh, 
wie Blätter auf dem Wasser treiben. 
Ihr Gehen keimt in mir ein Weh. 
So Vieles ging, ich muss noch bleiben.


Lisa Nicolis


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Danke für das Fünkchen Zeit, das du mir geschenkt hast!